Alle Artikel zum Schlagwort: Nachhaltigkeit

Forsa: Deutsche kapieren Nachhaltigkeit nicht


Von Andreas Severin

So so, die bil­dungs­wü­ti­gen Deut­schen kön­nen mit dem Begriff Nach­hal­tig­keit nichts anfan­gen. Sie ken­nen sich mit der Abseits­re­gel aus (die eine Hälf­te wenigs­tens), sie ken­nen Mary Janes (die ande­re Hälf­te jeden­falls) und alle ken­nen den Auk­ti­ons­pro­zess bei eBay. Und jetzt dies: 36 Pro­zent kön­nen spon­tan nicht sagen, was sie mit „Nach­hal­tig­keit“ ver­bin­den. Ist das einen Auf­re­ger wert?

Nicht wirk­lich, mei­ne ich. Das Kon­zept von der nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung ist bis heu­te im Wesent­li­chen Fach­krei­sen und über­durch­schnitt­lich infor­mier­ten Bil­dungs­eli­ten ver­traut. Als Leit­mo­tiv welt­wei­ter poli­ti­scher Pro­gram­me dürf­te den­noch nur ein klei­ner Aus­schnitt betei­lig­ter Poli­tik­ver­tre­ter in der Lage sein, die­sen Begriff zu erklä­ren. Auch das ist nicht wei­ter schlimm. Den Begriff Ehe­gat­ten-Split­ting ver­ste­hen schließ­lich auch nur die­je­ni­gen die ihn ver­wal­ten oder unmit­tel­bar von ihm betrof­fen sind. Apro­pos, lie­be For­sa: Es könn­te noch mal rich­tig inter­es­sant wer­den, in Unter­neh­men (die Nach­hal­tig­keits­be­rich­te ver­öf­fent­li­chen) und unter Poli­ti­kern (die Umwelt­res­sorts ver­ant­wor­ten) nach die­sem Begriff zu fra­gen.

Nach­hal­tig­keit ist ein kom­ple­xes Kon­strukt und auch die damit befass­ten Exper­ten haben zuwei­len Mühe, des­sen neu­es­ten Ver­wen­dun­gen zu fol­gen. War­um muss ein anstän­di­ger Citoy­en mit die­sem Kom­plex ver­traut sein? Reicht es nicht, wenn die Men­schen ein gutes Bil­dungs­sys­tem wün­schen (99 Pro­zent), den Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gi­en gut fin­den (94 Pro­zent) und das Gemü­se bevor­zugt aus der Regi­on bezie­hen (79 Pro­zent)? Ist doch egal, wie Natur­wis­sen­schaft­ler und Poli­ti­ker das nen­nen. Ent­schei­dend ist, in der Kom­mu­ni­ka­ti­on The­men und Wege zu fin­den, die die­sen Begriff in den All­tag der Adres­sa­ten über­set­zen.

For­sa-Umfra­ge zum The­ma Nach­hal­tig­keit

Serie: Corporate Responsibility Reporting


Von Andreas Severin

Die Ent­schei­dung, einen Report zum The­ma Nach­hal­tig­keit zu ver­öf­fent­li­chen, will gut durch­dacht und umsich­tig geplant wer­den. Denn wer heu­te mit Bericht­erstat­tung beginnt, sieht sich einer hoch ent­wi­ckel­ten Pra­xis gegen­über. Dabei sein bedeu­tet hier nicht alles. Immer­hin berich­ten heu­te gut vier Fünf­tel der 150 größ­ten deut­schen Unter­neh­men regel­mä­ßig über Umwelt­schutz und sozia­le Ver­ant­wor­tung. Die wich­tigs­ten Aspek­te des Nach­hal­tig­keits­re­por­ting  stel­len wir hier ab Mon­tag in einer Serie vor.

Nachhaltigkeit ist auch Verhandlungssache


Von Andreas Severin

Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung gilt als eine der gro­ßen poli­ti­schen, öko­no­mi­schen, öko­lo­gi­sche und sozia­len Her­aus­for­de­run­gen für das 21. Jahr­hun­dert. Das glo­ba­le Ziel, in der Welt­ge­mein­schaft zu einem neu­en Ver­hält­nis in der Nut­zung begrenz­ter Res­sour­cen zu gelan­gen, sozia­le Teil­ha­be und Beach­tung der Men­schen­rech­te durch­zu­set­zen, all das stellt heu­te nie­mand mehr in Fra­ge. Allein die dar­an anschlie­ßen­den Ana­ly­sen und Kon­zep­te sind heu­te Gegen­stand viel­ge­stal­ti­ger Kon­tro­ver­sen.

Wel­che Regeln bzw. Hand­lungs­leit­li­ni­en kön­nen auf­ge­stellt wer­den? Wie soll mit Ziel­kon­flik­ten umge­gan­gen wer­den? Rei­chen Anrei­ze oder soll Fehl­ver­hal­ten sank­tio­niert wer­den? Für Regie­run­gen rund um den Glo­bus eine ech­te Her­aus­for­de­rung. Erklär­bar sind die ent­stan­de­nen Kon­tro­ver­sen durch­aus, han­delt es sich bei der Idee nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung um ein in wei­ten Tei­len nor­ma­ti­ves Leit­bild, das im Wesent­li­chen von Inter­es­sen, Wert­vor­stel­lun­gen und ethi­schen Grund­hal­tun­gen der gesell­schaft­li­chen Akteu­re zu Ent­wick­lungs­fra­gen bestimmt ist. Anders gesagt: So viel­fäl­tig wie mensch­li­ches Leben und Anschau­un­gen sich dar­bie­ten, so schwie­rig ist es, in der Fra­ge der nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung einem an objek­ti­ven Tat­sa­chen ori­en­tier­ten, all­ge­mein­gül­ti­gen Kurs zu ver­ein­ba­ren. Nach­hal­tig­keit, das ist immer auch Ver­hand­lungs­sa­che.

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Corporate Social Responsibility


Von Andreas Severin

Die wesent­li­che poli­ti­sche Grund­la­ge für die CSR-Debat­te in Euro­pa ist das Prin­zip der Nach­hal­tig­keit. Es basiert auf dem Brundt­land-Report der UN-Welt­kom­mis­si­on für Umwelt und Ent­wick­lung von 1987. Damals wur­de für eine lang­fris­tig trag­fä­hi­ge Ent­wick­lung der Welt­be­völ­ke­rung erst­mals das Leit­bild einer „nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung“ defi­niert: Nach­hal­tig ist eine Ent­wick­lung, die den Bedürf­nis­sen der heu­ti­gen Genera­ti­on ent­spricht, ohne die Mög­lich­kei­ten künf­ti­ger Genera­tio­nen zu gefähr­den, ihre eige­nen Bedürf­nis­se zu befrie­di­gen und ihren Lebens­stil zu wäh­len.

In der Euro­päi­schen Uni­on (EU) wur­de das Nach­hal­tig­keits­prin­zip Anfang des 21. Jahr­hun­derts in die poli­ti­sche Stra­te­gie inte­griert. Das Prin­zip ist ein wich­ti­ger Bei­trag, „um die euro­päi­sche Wirt­schaft bis 2010 zum wett­be­werbs­fä­higs­ten und dyna­mischs­ten wis­sens­ba­sier­ten Wirt­schafts­raum der Welt zu machen“, und zählt seit letz­tem Jahr zu den poli­ti­schen Prio­ri­tä­ten.

Wich­tigs­te Grund­la­ge für die Ver­brei­tung des The­mas in der euro­päi­schen Öffent­lich­keit ist das 2001 von der EU-Kom­mis­si­on ver­öf­fent­lich­te Grün­buch „Euro­päi­sche Rah­men­be­din­gun­gen für die sozia­le Ver­ant­wor­tung der Unter­neh­men“. Auf dem Nach­hal­tig­keits-Gip­fel im Jahr 2002 wies die UN aber aus­drück­lich dar­auf hin, dass auch Unter­neh­men einen erheb­li­chen Bei­trag zur nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung leis­ten müs­sen. Um die­sem Anspruch gerecht zu wer­den, ent­wi­ckeln immer mehr Unter­neh­men Leit­li­ni­en und Stra­te­gi­en für die Umset­zung von Nach­hal­tig­keits­zie­len.

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