Alle Artikel zu Corporate Social Responsibility

CSR-Berichte – eine Chance für den Mittelstand?


Von Andreas Severin
Ein Gastbeitrag von Dr. Markus Beermann und Thilo Marenbach – Partner bei ECOVIS

 

Seit 2017 müs­sen kapi­tal­markt­ori­en­tier­te Unter­neh­men mit mehr als 500 Mit­ar­bei­tern über die öko­lo­gi­schen und sozia­len Aus­wir­kun­gen ihrer Geschäfts­tä­tig­keit berich­ten. Das heißt, in ihren Jah­res­be­rich­ten oder sepa­ra­ten Reports muss jetzt wesent­lich detail­lier­ter als zuvor auf Umwelt- und Arbeit­neh­mer­an­ge­le­gen­hei­ten ein­ge­gan­gen wer­den. Für sehr vie­le mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men bedeu­tet das, dass sie ihrer­seits wegen der höhe­ren Erwar­tun­gen ihrer Sta­ke­hol­der bei­na­he schon zur CSR-Bericht­erstat­tung gezwun­gen sind. Auf natio­na­ler und auf EU-Ebe­ne gibt es eben­falls Initia­ti­ven im Bereich Sustainab­le Finan­ce, die eine CSR-Bericht­erstat­tung für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men zur Pflicht machen wol­len.

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Bunt gegen Grau. Wie apetito Leben in den Nachhaltigkeitsbericht bringt


Von Andreas Severin

Wer sich die Trends in der Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung anschaut, wird fest­stel­len, dass zwei wesent­li­che Ent­wick­lun­gen die Cha­rak­te­ris­tik bestim­men: Nach­hal­tig­keits­be­rich­te wer­den einer­seits digi­ta­ler und inter­ak­ti­ver und ermög­li­chen den Nut­zern einen schnel­le­ren und effek­ti­ve­ren Zugang zu aktu­el­len Infor­ma­tio­nen, vor allem aber auch deut­lich mehr an Inter­ak­tio­nen mit dem berich­ten­den Unter­neh­men. Gleich­zei­tig sehen wir, vor allem bei gro­ßen Unter­neh­men, einen ver­stärk­ten Trend zu inte­grier­ten oder kom­bi­nier­ten Berich­ten und damit einer zuneh­men­den Kon­ver­genz von Nach­hal­tig­keits- und Geschäfts­be­richt.

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Einfach Auflegen ist so retro“ – einfach drollige Spots raushauen aber leider auch


Von Andreas Severin

Wie die Arbeitsschutzkampagne der DGUV den Einstieg in das Thema „Kommunikation“ versemmelt.

Eine Kri­tik von Andre­as Seve­rin

Ohne Zwei­fel ist die Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) einer der wich­tigs­ten Play­er, wenn es um den betrieb­li­chen Arbeits­schutz geht. Ihre Maß­nah­men sowie deren For­schung auf dem Gebiet der Prä­ven­ti­on von Arbeits­un­fäl­len, Berufs­krank­hei­ten und arbeits­be­ding­ten Gesund­heits­ge­fah­ren fin­den deutsch­land­weit in allen Betrie­ben und in der Poli­tik hohe Beach­tung. Das For­schungs­wis­sen des ange­glie­der­ten, nicht min­der renom­mier­ten Insti­tuts für Arbeit und Gesund­heit (IAG) trägt weit über die Lan­des­gren­zen zu einem ver­bes­ser­ten Arbeits­schutz bei.

Mit­te Okto­ber fiel auf der Fach­mes­se „A+A“ in Düs­sel­dorf der offi­zi­el­le Start­schuss für die neue DGUV-Prä­ven­ti­ons­kam­pa­gne „komm­mit­mensch – Sicher. Gesund. Mit­ein­an­der“. An die­ser Kam­pa­gne unter dem Dach des Spit­zen­ver­bands Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) betei­li­gen sich zahl­rei­che wei­te­re Ver­bän­de und Insti­tu­tio­nen.

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Schau hin, was dein Kumpel macht“

Die Arbeitsschutzkampagne der RAG wurde für den Internationalen Deutschen PR-Preis nominiert


Von Jörn Becker

Die Arbeits­schutz­kam­pa­gne der RAG

Nach der Ver­lei­hung des „För­der­prei­ses der Berufs­ge­nos­sen­schaft Roh­stof­fe und Che­mi­sche Indus­trie (BG RCI)“ in der Kate­go­rie „Prä­ven­ti­ons­kul­tur“ 2017, der Ver­lei­hung des „Deut­schen Arbeits­schutz­prei­ses 2017“ und der Prä­sen­ta­ti­on auf dem Welt­kon­gress „Safe­ty & Health at Work 2017“ in Sin­ga­pur, hat unse­re mit der RAG ent­wi­ckel­te Arbeits­schutz­kam­pa­gne „SICHERHEIT! – Denk dar­an, bevor Du los­legst.“ nun auch den „Inter­na­tio­na­len Deut­schen PR-Preis 2018“ in der Kate­go­rie „Inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, Chan­ge und Trans­for­ma­ti­on“ gewon­nen. Mit Hil­fe der auf drei Jah­re ange­leg­ten Kam­pa­gne konn­te bereits nach nur einem Jahr die Unfall­kenn­zif­fer bei der RAG auf ein his­to­ri­sches Tief gesenkt und die Arbeit der Kum­pel noch etwas siche­rer gemacht wer­den.

Es steckt so unglaub­lich viel Herz­blut und Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten in die­ser Kam­pa­gne, dass man nur sagen kann: Die­se Kam­pa­gne hat es ver­dient! Wir freu­en uns rie­sig.

crossrelations proudly presents: E-Mobility auf der 50. Essen Motor Show

Sonderschau „E-Mobilität & Smart City“ zeigt Modellneuheiten und Mobilitätslösungen


Von Andreas Severin

Wenn am 1. Dezem­ber die Essen Motor Show ihre Tore zum 50. Mal öff­net, ist auch cross­re­la­ti­ons brand­works mit am Start des Jubi­lä­ums­e­vents. Zusam­men mit unse­rem lang­jäh­ri­gen Part­ner, dem E-Mobi­li­ty- und Car­sha­ring-Pio­nier Andre­as Alle­brod, von eShare.one und Ruhr­au­to-e, sind wir Gast­ge­ber der Son­der­show „E-Mobi­li­tät & Smart City“.  Auf über 500 Qua­drat­me­tern wer­den wir die nach­hal­ti­gen Neu­hei­ten der  Auto­her­stel­ler prä­sen­tie­ren, dar­un­ter die 2018er E-Autos von BMW, Nis­san Renault, Hyun­dai, Kia, Opel, Smart und Toyo­ta. Gefrag­te Hin­gu­cker wer­den zwei­fels­oh­ne die drei aktu­el­len Model­le des US-Her­stel­lers Tes­la sein, die noch nicht ein­mal auf der dies­jäh­ri­gen IAA zu sehen waren. Eine Beson­der­heit der dies­jäh­ri­gen Son­der­schau wird die Ein­bet­tung der Modell­pa­ra­de in eine „Smart City“-Umgebung sein. Wir zei­gen, wie sich in Zukunft Fahr­zeu­ge mit alter­na­ti­ven Antrie­ben in inno­va­ti­ve städ­ti­sche Mobi­li­täts­mo­del­le ein­bin­den las­sen. Dazu wer­den Inno­gy, Uni­per und ande­re Aus­stel­ler ihre Bei­trä­ge zur Stadt der Zukunft vor­stel­len.

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Erst in Gemeinschaft blüht das Gehirn so richtig auf“

Der Neurowissenschaftler Henning Beck zu den Erfolgsfaktoren präventiver Arbeitssicherheits-kommunikation


Von Jörn Becker

Safe­ty Days, Sicher­heits-Par­cours, Pla­kat­kam­pa­gnen oder sogar die Thea­ter­büh­ne in der Kan­ti­ne – Unter­neh­men bespie­len ein brei­tes Reper­toire an Instru­men­ten, wenn es dar­um geht, Mit­ar­bei­ter zur Beach­tung von Arbeits­si­cher­heits­re­geln zu gewin­nen. Tat­säch­lich gel­ten an vie­len Arbeits­plät­zen orga­ni­sa­to­ri­sche und tech­no­lo­gi­sche Mit­tel als weit­ge­hend aus­ge­reizt. Im Mit­tel­punkt steht heu­te weit­hin die Her­aus­for­de­rung, mit prä­ven­ti­ven Ange­bo­ten auf das sicher­heits­be­zo­ge­ne Ver­hal­ten von Mit­ar­bei­tern Ein­fluss zu neh­men. Das erweist sich aller­dings als har­te Nuss. Denn beim Arbeits­schutz geht es um die Beach­tung von Regeln und das Ler­nen von Ver­hal­tens­wei­sen und damit um Zie­le, die bei den meis­ten Men­schen nicht unbe­dingt auf ein lust­vol­les Feed­back sto­ßen. Wo also muss man anset­zen, um Men­schen zu moti­vie­ren, Neu­es zu ler­nen, Din­ge anders zu sehen und sich schließ­lich anders zu ver­hal­ten? Klar ist immer­hin, dass Kom­mu­ni­ka­ti­on eine Schlüs­sel­rol­le dabei spielt. Wir woll­ten es genau­er wis­sen und haben uns von  dem Neu­ro­wis­sen­schaft­ler und Hirn­for­scher Hen­ning Beck ein­mal erklä­ren las­sen, wie unser Gehirn mit Kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­ge­bo­ten zum The­ma Arbeits­si­cher­heit eigent­lich umgeht.

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CSR Berichtspflicht

EU-Richtlinie: Wie geht es weiter?


Von Andreas Severin
© pixabay

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Repor­ting- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­li­che deut­scher Unter­neh­men befin­den sich immer noch in War­te­stel­lung. Es ist 2017 und eigent­lich soll­ten sie ihr Repor­ting längst auf die Anfor­de­run­gen der seit drei Jah­ren vor­lie­gen­den EU-Richt­li­nie (2014/​95/​EU) zur nicht-finan­zi­el­len Bericht­erstat­tung von Unter­neh­men aus­ge­rich­tet haben. Und eigent­lich hät­te die­se CSR-Richt­li­nie bis zum 6. Dezem­ber 2016 auch in deut­sches Recht umge­setzt wer­den müs­sen. Ab März 2017 soll das nun end­lich erfol­gen und damit erst­mals die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung durch den Gesetz­ge­ber regu­liert sein. Gro­ße Unter­neh­men müs­sen dann künf­tig aus­führ­li­cher über nicht-finan­zi­el­le Aspek­te berich­ten. Dazu zäh­len Anga­ben über Arbeit­neh­mer-, Sozi­al- und Umwelt­be­lan­ge, Ach­tung der Men­schen­rech­te und die Bekämp­fung von Kor­rup­ti­on. Trotz der Ver­zö­ge­rung soll es dabei blei­ben, das neue Recht auf Geschäfts­jah­re anzu­wen­den, die nach dem 31.12.2016 begin­nen.

Aber sind nun alle Unklar­hei­ten besei­tigt? Lan­ge beglei­te­ten Unsi­cher­hei­ten über den Gel­tungs­be­reich der Richt­li­nie die Vor­be­rei­tun­gen. Wel­che Unter­neh­men sind betrof­fen? Was ist mit den Unter­neh­men von „öffent­li­chem Inter­es­se“ gemeint? Wie­so wird zwi­schen kapi­tal­markt­ori­en­tier­ten und sons­ti­gen Unter­neh­men unter­schie­den? Bis zuletzt blie­ben vie­le Bestim­mun­gen des Gesetz­ent­wur­fes umstrit­ten.

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Integrated Reporting

Der Durchbruch lässt auf sich warten


Von Andreas Severin
IIRC

© http://integratedreporting.org

Fast drei Jah­re ist es her, dass das Inter­na­tio­nal Repor­ting Coun­cil (IIRC) mit einem Rah­men­kon­zept den Weg frei mach­te für eine inte­grier­te Unter­neh­mens-bericht­erstat­tung. Doch bis heu­te ist die Reso­nanz bei Unter­neh­men eher ver­hal­ten geblie­ben. Wir haben uns die Grün­de dafür näher ange­se­hen.

Tat­säch­lich schien die Zeit gekom­men zu sein, um das bestehen­de Den­ken in „Repor­ting-Silos“ – Geschäfts­be­richt, Umwelt­be­richt, Nach­hal­tig­keits­be­richt – auf­zu­bre­chen und die Zusam­men­hän­ge zwi­schen finan­zi­el­lem Kapi­tal und den ande­ren Kapi­tal­for­men neu zu betrach­ten, als das IIRC im Jah­re 2014 nach nicht weni­ger als sie­ben Jah­ren die Eck­punk­te für ein Rah­men­kon­zept ver­ab­schie­de­te. Nichts Gerin­ge­res als die Finanz- und Wirt­schafts­kri­se hat­te zuletzt die Ein­sicht vor­an­ge­trie­ben, dass die übli­chen betriebs­wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len nicht mehr aus­rei­chen und finan­zi­el­les und nicht-finan­zi­el­les Repor­ting nur zusam­men hin­rei­chend aus­sa­ge­kräf­tig sind.

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Same same but different

Von G4 zu den GRI Sustainability Standards


Von Andreas Severin
GRI Standards

© https://www.globalreporting.org

Wenn im Juni 2018 die aktu­ell vier­te Genera­ti­on der von der Glo­bal Repor­ting Initia­ti­ve (GRI) her­aus­ge­ge­be­nen Richt­li­ni­en für Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung ihre Gül­tig­keit ver­liert, wird die Trau­er­ge­mein­de über­schau­bar blei­ben. Deren Ein­füh­rung 2013 war schon von erheb­li­chem Unmut beglei­tet. Hat­te man in den Jah­ren zuvor erst mit gro­ßen Mühen die Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung auf die Anfor­de­run­gen von G3 aus­ge­rich­tet, stell­te G4 die Bericht­erstat­tungs­pro­zes­se vor erheb­li­che neue Her­aus­for­de­run­gen in punk­to Detail­tie­fe und Sta­ke­hol­der­ori­en­tie­rung. Mit dem Weg­fall der Anwen­dungs­stu­fen (app­li­ca­ti­on levels) ent­fiel außer­dem ein wich­ti­ger Anreiz, der es Unter­neh­men ermög­lich­te, sich mit ihrer Repor­ting­leis­tung zu pro­fi­lie­ren. „Die gestei­ger­te Kom­ple­xi­tät der Bericht­erstat­tung nach GRI G4 wird neue Unter­neh­men eher davor abschre­cken als sie ermun­tern, Nach­hal­tig­keits­in­for­ma­tio­nen zu ver­öf­fent­li­chen“, warn­te sei­ner­zeit econ­sen­se in einer Stel­lung­nah­me. Die Zurück­hal­tung der Unter­neh­men soll­te die­se Ein­schät­zung bestä­ti­gen. Erst 2015 über­stieg die Zahl der G4-Berich­te die bis dahin noch an G3 ori­en­tier­ten Berich­te. Und dabei fällt auf, dass die gro­ße Mehr­heit der Unter­neh­men sich dar­auf beschränk­te, nach der neu­en Über­ein­stim­mungs­op­ti­on „Core“ zu berich­ten und sich noch nicht an das auf­wän­di­ge­re Level „Com­pre­hen­si­ve“ her­an­trau­te.

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Wir sind einigermaßen optimistisch“

Sabine Content, Deputy Director Corporate & Stakeholder Relations bei der Global Reporting Initiative (GRI) zur Einführung der neuen "GRI Standards"


Von Andreas Severin

 

© Sabine Content

© Sabi­ne Con­tent

  1. Seit dem 19. Okto­ber 2016 gel­ten die GRI Stan­dards und kön­nen ange­wen­det wer­den. GRI hat eine Rei­he von Dienst­leis­tun­gen ent­wi­ckelt, um die Anwen­der mit dem neu­en Rah­men­werk ver­traut zu machen. Was ist Ihr ers­ter Ein­druck? Wer­den die neu­en Stan­dards von berich­ten­den Unter­neh­men ange­nom­men oder ist es nötig, wei­te­re Über­zeu­gungs­ar­beit zu leis­ten?

Wir wis­sen, dass wir unse­ren Sta­ke­hol­dern immer erklä­ren müs­sen, war­um wir die­se oder jene Ände­rung vor­ge­nom­men haben und wor­in der Nut­zen die­ser Ände­run­gen für ihr Repor­ting liegt. Wir neh­men das bei GRI sehr ernst. Ich freue mich sagen zu kön­nen, dass die neu­en GRI Sustai­na­bi­li­ty Stan­dards (GRI Stan­dards) bis­her sehr gut ange­nom­men wur­den. Seit wir die GRI Stan­dards am 19. Okto­ber ein­ge­führt haben, wur­den die­se bereits mehr als 26.000 Mal über den GRI Stan­dards Hub her­un­ter­ge­la­den. Außer­dem haben mehr als 1.200 Men­schen an einem der welt­weit durch­ge­führ­ten 13 Stan­dards-Ein­füh­rungs­events teil­ge­nom­men. Dar­über hin­aus sind für die­ses Jahr eini­ge wei­te­re Ein­füh­rungs­events geplant. Zusätz­lich haben mehr als 1.100 Men­schen bis­her an Webi­nars zu den neu­en Ände­run­gen teil­ge­nom­men. Die über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit des bis­he­ri­gen Feed­backs war posi­tiv.

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Global Reporting Initiative: G4 ante portas


Von Andreas Severin

Glo­bal Repor­ting Angst

Etwa 11.000 Unter­neh­men welt­weit ver­öf­fent­li­chen Nach­hal­tig­keits­be­rich­te, die sich am Bericht­erstat­tungs­rah­men der Glo­bal Repor­ting Initia­ti­ve (GRI) ori­en­tie­ren. Wir bei cross­re­la­ti­ons gehö­ren sogar zu den ers­ten, die schon im Jahr 2000 zusam­men mit dem Kun­den VAW alu­mi­ni­um den ers­ten an die­sem Stan­dard ange­lehn­ten Bericht in Deutsch­land ent­wi­ckelt hat­ten. Die anfäng­li­che Skep­sis der Unter­neh­men gegen­über  den „Gui­de­li­nes“ schlug bald schon um in eine gera­de­zu selbst­ver­ständ­li­che Akzep­tanz. Hat­ten bis dahin die IÖW-Kri­te­ri­en zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung noch gro­ßen Ein­fluss auf das Repor­ting (auch wenn das ungern ein­ge­stan­den wur­de), schien es den Unter­neh­men leich­ter zu fal­len, die in einem welt­wei­ten Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess aus­ge­men­del­ten Indi­ka­to­ren­ka­ta­lo­ge der GRI zu erfül­len. Vor allem fan­den die­se welt­weit Aner­ken­nung. Und selbst wenn man sich die exter­ne Vali­die­rung durch ein Prüf­in­sti­tut spar­te, konn­te man immer noch zumin­dest eine „Assurance“-Bestätigung der GRI hin­ten in den Bericht pap­pen. Sah  irgend­wie auch aus wie ein Prüf­sie­gel.

Wenn am 22. Mai 2013 die Repor­ting-Com­mu­ni­ty in Ams­ter­dam zusam­men­kommt, könn­te die har­mo­ni­sier­te Welt der Glo­bal Repor­ters ein paar Ris­se bekom­men. In einem zwei Jah­re dau­ern­den Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess hat GRI welt­weit Ansät­ze für die Reform der Gui­de­li­nes dis­ku­tie­ren las­sen. Bis­her sind von der vier­ten Genera­ti­on des Bericht­erstat­tungs­rah­mens (G4) nur Eck­punk­te bekannt, die als „G4 Expo­sure Draft“ in die „Public Com­ment Peri­ods“ als Dis­kus­si­ons­grund­la­ge ein­ge­bracht wur­den. Erst in Ams­ter­dam wird offen­ge­legt wer­den, wel­che kon­kre­ten Ände­run­gen sich in den Richt­li­ni­en nie­der­schla­gen wer­den. Die Dis­kus­sio­nen, auch bei dem Mee­ting in Deutsch­land, an dem wir betei­ligt waren, las­sen Ände­run­gen in fol­gen­den Punk­ten erwar­ten:

  • G4 wird vor­aus­sicht­lich die “App­li­ca­ti­on Levels”  (A, B, C und Plus-For­men) abschaf­fen. Zu oft wur­den die­se Levels in Berich­ten als eine Art Vali­die­rung insze­niert. Hin­zu kommt, dass die­se Selbst­ein­stu­fun­gen immer wie­der als Grad der Nach­hal­tig­keits­leis­tung inter­pre­tiert wur­den. Tat­säch­lich geben die­se drei Buch­sta­ben nur einen Hin­weis auf den Umfang des dem Repor­ting zugrun­de geleg­ten Indi­ka­to­ren­rah­mens. Der Nut­zen der Levels indes scheint bei nähe­rer Betrach­tung frag­wür­dig. Bis heu­te hat mir nie­mand plau­si­bel machen kön­nen, wel­chen Vor­teil ein nicht-vali­dier­tes „A“ gegen­über einem vali­dier­ten „B“ abseits einer Hand­voll von Nach­hal­tig­keits­ana­lys­ten brin­gen soll. Und für die Kos­ten einer Vali­die­rung las­sen sich locker zwei unva­li­dier­te Berich­te erstel­len… Soll­ten die App­li­ca­ti­on Levels jedoch tat­säch­lich abge­schafft wer­den, darf man gespannt sein, was den Unter­neh­men als Kom­pen­sa­ti­on für Ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on ange­bo­ten wer­den wird.
  • G4 wird  den Fokus in Rich­tung Wert­schöp­fungs­ket­te ver­la­gern. Die mate­ri­el­le Suche nach den wich­tigs­ten Aus­wir­kun­gen ent­lang die­ser Ket­te könn­te sich bei kom­ple­xen Pro­duk­tio­nen als sys­te­ma­tisch schwie­ri­ges Unter­fan­gen erwei­sen.
  • G4 wird die Anzahl der Indi­ka­to­ren und Kenn­zah­len erhö­hen – von der­zeit maxi­mal 79 auf mehr als ein­hun­dert. In einer Pha­se, in der vie­le Unter­neh­men schon an ihre Gren­zen gera­ten, das GRI-Excel-Sheet mit die­sen Daten ein­mal im Jahr zu füt­tern, wird eine Aus­wei­tung des Daten­vo­lu­mens die Res­sour­cen man­cher­orts an ihre Gren­zen füh­ren.
  • G4 ist zu sehr von dem Anspruch gelei­tet, auf dem Weg zur Inte­grier­ten Bericht­erstat­tung (Geschäfts­be­richt plus Nach­hal­tig­keits­be­richt) mög­lichst vie­le eta­blier­te Stan­dards ein­zu­be­zie­hen. Hier droht ein neu­es Tech­no­kra­ten­mons­trum zu ent­ste­hen. Völ­lig außer Blick gerät dabei der Leser, der (abseits der knapp 20 Ana­lys­ten), viel­leicht tat­säch­lich ein­fach nur ein Bild von der ethi­schen Ori­en­tie­rung, der Ver­ant­wor­tungs­pra­xis und Kul­tur des Unter­neh­mens erhal­ten möch­te. Für die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Unter­neh­men könn­te ein sol­cher Bericht damit an Wert ein­bü­ßen.
  • Was einst das Ziel von GRI war, durch mehr Sub­stanz und Ver­gleich­bar­keit den Wert und die Aus­sa­ge­kraft der Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung zu ver­bes­sern und den Berich­ten zu mehr Ver­brei­tung und Akzep­tanz zu ver­hel­fen, könn­te mit G4 emp­find­lich aus­ge­bremst wer­den. In der Ver­gan­gen­heit hat sich GRI bei Updates aller­dings sehr umsich­tig und prag­ma­tisch ver­hal­ten. Es bleibt für uns die Hoff­nung, dass den bis­he­ri­gen Stan­dards 3 bzw. 3.1 ein mög­lichst groß­zü­gi­ges Mora­to­ri­um ein­ge­räumt wird. In der Zeit könn­ten dann auch die Ambi­tio­nen von G4 an die Rea­li­tät ange­passt wer­den.

GRI: Auf dem Weg zur vierten Generation der Reporting-Guidelines


Von Andreas Severin

 2013 ist ein wich­ti­ges Jahr für die Glo­bal Repor­ting Initia­ti­ve (GRI) und alle Anwen­der des wich­tigs­ten Repor­ting­stan­dards für Nach­hal­tig­keits­be­rich­te. Im Mai näm­lich wird GRI im Rah­men der  Glo­bal Con­fe­rence on Sustai­na­bi­li­ty and Repor­ting die vier­te Genera­ti­on der Gui­de­li­nes vor­stel­len. Zwei Jah­re welt­wei­ter Kon­sul­ta­tio­nen im Rah­men eines Mul­ti-Sta­ke­hol­der-Pro­zes­ses sind in die Über­ar­bei­tung des Richt­li­ni­en­ka­ta­logs ein­ge­flos­sen. Auch wir von cross­re­la­ti­ons haben uns als Orga­ni­za­tio­nal Sta­ke­hol­der (OS) im letz­ten deut­schen Public Com­ment Mee­ting in Frank­furt inten­siv an der Dis­kus­si­on betei­ligt. Jetzt sind wir gespannt, wie die GRI-Gre­mi­en das Feed­back ver­ar­bei­ten. Wenig Wider­spruch in der Com­mu­ni­ty dürf­ten die Bemü­hun­gen fin­den, in der Neu­fas­sung der Gui­de­li­nes Gover­nan­ce-Aspek­te stär­ker zu berück­sich­ti­gen und die Aus­künf­te zu den Aspek­ten der Manage­men­t­an­sät­ze zu ver­tie­fen. Auch die ins­ge­samt unüber­seh­ba­ren Bestre­bun­gen GRI mit ande­ren Sys­te­men zu ver­knüp­fen, tra­gen nicht nur der Rea­li­tät in den Unter­neh­men Rech­nung, son­dern sind unver­zicht­ba­re Schrit­te auf dem Weg zum Inte­grier­ten Bericht. Mehr kri­ti­sche Auf­merk­sam­keit wird die Dis­kus­si­on zur mög­li­chen Abschaf­fung des App­li­ca­ti­on Level Labels erzeu­gen, nach­dem es hier eini­gen Miss­brauch gege­ben hat. Hier steht der Vor­schlag im Raum, nur noch „in accordance“-Bestätigungen kom­mu­ni­ka­tiv ver­wert­bar zu machen.

Immer wie­der erreicht uns die Fra­ge, ob mit Ein­füh­rung von G4 sofort die neu­en Anfor­de­run­gen in Kraft tre­ten. Dies ist nicht zu erwar­ten. Allei­ne für den Über­gang von Ver­si­on 3 auf die heu­te gül­ti­ge 3.1. wur­de ein Über­gangs­zeit­raum von zwei Jah­ren ein­ge­räumt. Es wird erwar­tet, dass man im Rah­men des anste­hen­den appro­val pro­cess eine eben­so groß­zü­gi­ge Rege­lung zur Ein­füh­rung von G4 tref­fen wird. Eine Rei­he von Doku­men­ten gibt Ein­blick in den der­zei­ti­gen Stand der Vor­be­rei­tun­gen von G4. GRI Chief Exe­cu­ti­ve Ernst Lig­te­rin­gen hat vor ein paar Tagen in einem Video­state­ment noch ein­mal die Bedeu­tung von G4 unter­stri­chen. Haben Sie Fra­gen zu den Gui­de­li­nes? Ger­ne dis­ku­tie­ren wir mit Ihnen die neu­en Per­spek­ti­ven für Ihr Repor­ting.

Update 26.03.14: Link zu G4 Deve­lop­ments aktua­li­siert.