Alle Artikel zu Allgemein

Wer sich bisher verweigert hat, muss nun nachziehen.“


Von Karsten Pohl

Fraunhofer IAO-Chef Prof. Wilhelm Bauer zeigt beim

5. TecTalk Digitale Transformation, wie die Pandemie die Arbeitswelt verändert

Sel­ten hat sich das schon reich­lich abge­dro­sche­ne Sprich­wort, eine Kri­se sei immer auch eine Chan­ce, so sehr bewahr­hei­tet, wie in der Coro­na-Pan­de­mie. Schon mit dem Lock­down im März hat sich die Arbeits­welt in kur­zer Zeit gra­vie­rend ver­än­dert. Und in eine längst über­fäl­li­ge Rich­tung. So wur­de zum Bei­spiel die Digi­ta­li­sie­rung mas­siv vor­an­ge­trie­ben und das Home­of­fice end­lich als voll­wer­ti­ger Arbeits­platz ent­deckt. Das war bei allem Auf­bruch der Digi­tal­wirt­schaft so nicht unbe­dingt zu erwar­ten. Denn regel­mä­ßi­ge Video­kon­fe­ren­zen, der Ein­satz von Kol­la­bo­ra­ti­ons­tools und Teams dezen­tral und mobil arbei­tend zu füh­ren, das war in Deutsch­land bis dahin eher unter­ent­wi­ckelt. Was sich in die­ser Hin­sicht durch Coro­na ver­än­dert und wie es damit wei­ter­geht, das war das The­ma beim 5. Duis­bur­ger Tec­Talk Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on – die­ses Mal als digi­tal-vir­tu­el­le Ver­an­stal­tung und mit einem aus­ge­wie­se­nen Exper­ten als Gast. Prof. Dr.-Ing Wil­helm Bau­er, geschäfts­füh­ren­der Lei­ter des Fraun­ho­fer-Insti­tuts für Arbeits­wirt­schaft und Orga­ni­sa­ti­on (Fraun­ho­fer IAO) in Stutt­gart, erforscht bereits seit mehr als 30 Jah­ren das Zusam­men­spiel von Mensch, Orga­ni­sa­ti­on und Tech­nik.

Wei­ter­le­sen →

Rückruf? Kein Anschluss unter dieser Nummer


Von Andreas Severin

Die Lebensmittelwarnungen sind auf Rekordniveau. Das gilt leider nicht für die Kommunikation der Branche.

Was ist nur mit unse­ren Lebens­mit­teln los? Die Pro­dukt­war­nun­gen im offi­zi­el­len Por­tal der Bun­des­re­gie­rung, www.lebensmittelwarnung.de, über­schla­gen sich. 160 waren es schon Anfang Okto­ber als mit dem Fall Wil­ke die Gefähr­dung und drei Todes­mel­dun­gen auf einen trau­ri­gen Höhe­punkt zuzu­steu­ern schien. Danach ging es noch­mal rich­tig ab: Lis­te­ri­en, Coli-Bak­te­ri­en, Fremd­kör­per. Bis zum Ende des Jah­res wird die Anzahl der Warn­mel­dun­gen wohl noch auf 200 stei­gen.  Sogar die Tages­schau ver­mel­de­te in den ver­gan­ge­nen Tagen, dass Warn­mel­dun­gen und Rück­ru­fe von Lebens­mit­teln auf ein Rekord­ni­veau gestie­gen sind. Was ist los? Sind unse­re Lebens­mit­tel etwa unsi­che­rer gewor­den? Oder wird ein­fach nur mehr gewarnt?

Wei­ter­le­sen →

Oliver Heyden von pressrelations gewährt im Interview Einblicke in die Research-Methode FirstSignals. (Foto: pressrelations)

FirstSignals: Zukünftige Trends nutzen, bevor es andere tun


Von agenturadmin

Sommer-Interview: Medienbeobachter Oliver Heyden von pressrelations stellt seine Research-Methode vor

Unter­neh­men müs­sen heu­te vor allem bewei­sen, dass sie inno­va­ti­ons­stark, wand­lungs- und zukunfts­fä­hig sind. Dazu gehört auch, die Chan­cen und Risi­ken neu­er The­men früh­zei­tig zu erken­nen. Die press­re­la­ti­ons GmbH hat mit der Rese­arch-Metho­de First­Si­gnals ein Kon­zept zur stra­te­gi­schen Früh­erken­nung von neu­en Trends ent­wi­ckelt. In Kom­bi­na­ti­on aus Algo­rith­mus-basier­ten Ana­ly­se­ver­fah­ren und der Leis­tung erfah­re­ner Redak­teu­re und Ana­lys­ten erkennt First­Si­gnals die ers­ten schwa­chen Signa­le eines gera­de ent­ste­hen­den Trends. Wie das in der Pra­xis funk­tio­niert und wel­che Erfol­ge bereits mit First­Si­gnals erzielt wur­den, erzählt Chief Stra­te­gy Offi­cer Oli­ver Heyden im Inter­view mit cross­re­la­ti­ons.

Wei­ter­le­sen →

Einfach Auflegen ist so retro“ – einfach drollige Spots raushauen aber leider auch


Von Andreas Severin

Wie die Arbeitsschutzkampagne der DGUV den Einstieg in das Thema „Kommunikation“ versemmelt.

Eine Kri­tik von Andre­as Seve­rin

Ohne Zwei­fel ist die Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) einer der wich­tigs­ten Play­er, wenn es um den betrieb­li­chen Arbeits­schutz geht. Ihre Maß­nah­men sowie deren For­schung auf dem Gebiet der Prä­ven­ti­on von Arbeits­un­fäl­len, Berufs­krank­hei­ten und arbeits­be­ding­ten Gesund­heits­ge­fah­ren fin­den deutsch­land­weit in allen Betrie­ben und in der Poli­tik hohe Beach­tung. Das For­schungs­wis­sen des ange­glie­der­ten, nicht min­der renom­mier­ten Insti­tuts für Arbeit und Gesund­heit (IAG) trägt weit über die Lan­des­gren­zen zu einem ver­bes­ser­ten Arbeits­schutz bei.

Mit­te Okto­ber fiel auf der Fach­mes­se „A+A“ in Düs­sel­dorf der offi­zi­el­le Start­schuss für die neue DGUV-Prä­ven­ti­ons­kam­pa­gne „komm­mit­mensch – Sicher. Gesund. Mit­ein­an­der“. An die­ser Kam­pa­gne unter dem Dach des Spit­zen­ver­bands Deut­sche Gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung (DGUV) betei­li­gen sich zahl­rei­che wei­te­re Ver­bän­de und Insti­tu­tio­nen.

Wei­ter­le­sen →

Schau hin, was dein Kumpel macht“

Die Arbeitsschutzkampagne der RAG wurde für den Internationalen Deutschen PR-Preis nominiert


Von Jörn Becker

Die Arbeits­schutz­kam­pa­gne der RAG

Nach der Ver­lei­hung des „För­der­prei­ses der Berufs­ge­nos­sen­schaft Roh­stof­fe und Che­mi­sche Indus­trie (BG RCI)“ in der Kate­go­rie „Prä­ven­ti­ons­kul­tur“ 2017, der Ver­lei­hung des „Deut­schen Arbeits­schutz­prei­ses 2017“ und der Prä­sen­ta­ti­on auf dem Welt­kon­gress „Safe­ty & Health at Work 2017“ in Sin­ga­pur, hat unse­re mit der RAG ent­wi­ckel­te Arbeits­schutz­kam­pa­gne „SICHERHEIT! – Denk dar­an, bevor Du los­legst.“ nun auch den „Inter­na­tio­na­len Deut­schen PR-Preis 2018“ in der Kate­go­rie „Inter­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on, Chan­ge und Trans­for­ma­ti­on“ gewon­nen. Mit Hil­fe der auf drei Jah­re ange­leg­ten Kam­pa­gne konn­te bereits nach nur einem Jahr die Unfall­kenn­zif­fer bei der RAG auf ein his­to­ri­sches Tief gesenkt und die Arbeit der Kum­pel noch etwas siche­rer gemacht wer­den.

Es steckt so unglaub­lich viel Herz­blut und Enga­ge­ment aller Betei­lig­ten in die­ser Kam­pa­gne, dass man nur sagen kann: Die­se Kam­pa­gne hat es ver­dient! Wir freu­en uns rie­sig.

crossrelations proudly presents: E-Mobility auf der 50. Essen Motor Show

Sonderschau „E-Mobilität & Smart City“ zeigt Modellneuheiten und Mobilitätslösungen


Von Andreas Severin

Wenn am 1. Dezem­ber die Essen Motor Show ihre Tore zum 50. Mal öff­net, ist auch cross­re­la­ti­ons brand­works mit am Start des Jubi­lä­ums­e­vents. Zusam­men mit unse­rem lang­jäh­ri­gen Part­ner, dem E-Mobi­li­ty- und Car­sha­ring-Pio­nier Andre­as Alle­brod, von eShare.one und Ruhr­au­to-e, sind wir Gast­ge­ber der Son­der­show „E-Mobi­li­tät & Smart City“.  Auf über 500 Qua­drat­me­tern wer­den wir die nach­hal­ti­gen Neu­hei­ten der  Auto­her­stel­ler prä­sen­tie­ren, dar­un­ter die 2018er E-Autos von BMW, Nis­san Renault, Hyun­dai, Kia, Opel, Smart und Toyo­ta. Gefrag­te Hin­gu­cker wer­den zwei­fels­oh­ne die drei aktu­el­len Model­le des US-Her­stel­lers Tes­la sein, die noch nicht ein­mal auf der dies­jäh­ri­gen IAA zu sehen waren. Eine Beson­der­heit der dies­jäh­ri­gen Son­der­schau wird die Ein­bet­tung der Modell­pa­ra­de in eine „Smart City“-Umgebung sein. Wir zei­gen, wie sich in Zukunft Fahr­zeu­ge mit alter­na­ti­ven Antrie­ben in inno­va­ti­ve städ­ti­sche Mobi­li­täts­mo­del­le ein­bin­den las­sen. Dazu wer­den Inno­gy, Uni­per und ande­re Aus­stel­ler ihre Bei­trä­ge zur Stadt der Zukunft vor­stel­len.

Wei­ter­le­sen →

Wir lieben Lebensmittel? Nein, wir fürchten sie!

Warum die Erzeuger von Lebensmitteln mutiger kommunizieren müssen.


Von Andreas Severin

Ein Plä­doy­er von Andre­as Seve­rin

Repor­ter des WDR bekom­men bri­san­tes Film­ma­te­ri­al zuge­spielt. Dar­auf ist zu sehen, wie Fleisch, das auf dem Boden liegt, auf­ge­nom­men und wie­der auf den Zer­le­ge­tisch gewor­fen wird. Die Jour­na­lis­ten wer­fen den Recher­che­ap­pa­rat an und sto­ßen auf einen gro­ßen Geflü­gel­pro­du­zen­ten, der zu den Kun­den des Zer­le­ge­be­triebs gehört. Mit­ar­bei­ter bestä­ti­gen anonym die schmut­zi­ge Pra­xis, ein Lebens­mit­tel­sach­ver­stän­di­ger bekräf­tigt deren Unzu­läs­sig­keit und schließ­lich fin­det sich noch ein Vete­ri­när­amt, das mit­teilt, dass die­se Vor­wür­fe schon seit Mona­ten akten­kun­dig sind. Die Sto­ry ist jetzt rund, hält sich noch ein paar Tage in den Top-Nach­rich­ten und die Repor­ter eilen zum nächs­ten Scoop. Zurück bleibt – Scha­den.

Wei­ter­le­sen →

Prüfstand für den Ernstfall

Wie sich Lebensmittelproduzenten auf mögliche Produktkrisen vorbereiten


Von Jörn Becker
© pexel.com

© pexels.com

Hol­ger K. hat ein Pro­blem. Seit weni­gen Stun­den weiß sein Unter­neh­men, ein nie­der­säch­si­scher Wurst­pro­du­zent, von dem Ver­dacht, dass die Geflü­gel-Mett­wurst des Unter­neh­mens mit Sal­mo­nel­len kon­ta­mi­niert sein könn­te. Die Behör­den erwar­ten inner­halb von zwei Stun­den eine Stel­lung­nah­me des Unter­neh­mens. Zusam­men mit dem eilig ein­be­ru­fe­nen Kri­sen­stab macht sich K. dar­an, über die mitt­ler­wei­le bekann­te Char­gen­num­mer des Pro­duk­tes den Pro­duk­ti­ons- und Lie­fer­weg nach­zu­voll­zie­hen. In der Vor­be­rei­tung eines mög­li­chen Pro­dukt­rück­ru­fes gilt es jetzt dring­lichst her­aus­zu­fin­den, ob sich noch Ware unter der Kon­trol­le des Unter­neh­mens befin­det und gesperrt wer­den kann und der anste­hen­de Pro­dukt­rück­ruf somit regio­nal ein­ge­grenzt wer­den kann.

Wei­ter­le­sen →

Halb-sicher gibt es nicht!

Wie Unternehmen mit mangelhaften Produkten umgehen müssen


Von Andreas Severin
© KWG Rechtsanwälte

© KWG Rechts­an­wäl­te

Höchs­te Pro­dukt­qua­li­tät zu jeder Zeit – ein Ziel, das wohl jedes Unter­neh­men anstrebt. Doch auch für den Fall eines Man­gels soll­te sich ein Betrieb gut vor­be­rei­ten, um grö­ße­ren Scha­den abzu­wen­den. Im Inter­view erklärt Rechts­an­walt Dr. Mar­kus Gru­be von der Kanz­lei für Lebens­mit­tel- und Ver­brauchs­gü­ter­recht, KWG Rechts­an­wäl­te, wor­auf es im Ernst­fall ankommt.

Wei­ter­le­sen →

Menetekel Lebensmittelwarnung

Wie sich der Kommunikationsdruck auf die Produzenten von Lebensmitteln erhöht


Von Andreas Severin
© lebensmittelwarnung.eu

© lebensmittelwarnung.eu

148 Lebens­mit­tel wur­den 2016 zurück­ge­ru­fen - etwa 50 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Das geht aus Zah­len des Bun­des­amts für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (BVL) her­vor, die Ende März von der Fun­ke-Grup­pe ver­öf­fent­licht wur­de. Das wäre eine signi­fi­kan­te, gut 50-pro­zen­ti­ge Stei­ge­rung gegen­über den knapp 100 in 2015 zurück­ge­ru­fe­nen Lebens­mit­teln.

Wei­ter­le­sen →

Global Reporting Initiative: G4 ante portas


Von Andreas Severin

Glo­bal Repor­ting Angst

Etwa 11.000 Unter­neh­men welt­weit ver­öf­fent­li­chen Nach­hal­tig­keits­be­rich­te, die sich am Bericht­erstat­tungs­rah­men der Glo­bal Repor­ting Initia­ti­ve (GRI) ori­en­tie­ren. Wir bei cross­re­la­ti­ons gehö­ren sogar zu den ers­ten, die schon im Jahr 2000 zusam­men mit dem Kun­den VAW alu­mi­ni­um den ers­ten an die­sem Stan­dard ange­lehn­ten Bericht in Deutsch­land ent­wi­ckelt hat­ten. Die anfäng­li­che Skep­sis der Unter­neh­men gegen­über  den „Gui­de­li­nes“ schlug bald schon um in eine gera­de­zu selbst­ver­ständ­li­che Akzep­tanz. Hat­ten bis dahin die IÖW-Kri­te­ri­en zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung noch gro­ßen Ein­fluss auf das Repor­ting (auch wenn das ungern ein­ge­stan­den wur­de), schien es den Unter­neh­men leich­ter zu fal­len, die in einem welt­wei­ten Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess aus­ge­men­del­ten Indi­ka­to­ren­ka­ta­lo­ge der GRI zu erfül­len. Vor allem fan­den die­se welt­weit Aner­ken­nung. Und selbst wenn man sich die exter­ne Vali­die­rung durch ein Prüf­in­sti­tut spar­te, konn­te man immer noch zumin­dest eine „Assurance“-Bestätigung der GRI hin­ten in den Bericht pap­pen. Sah  irgend­wie auch aus wie ein Prüf­sie­gel.

Wenn am 22. Mai 2013 die Repor­ting-Com­mu­ni­ty in Ams­ter­dam zusam­men­kommt, könn­te die har­mo­ni­sier­te Welt der Glo­bal Repor­ters ein paar Ris­se bekom­men. In einem zwei Jah­re dau­ern­den Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess hat GRI welt­weit Ansät­ze für die Reform der Gui­de­li­nes dis­ku­tie­ren las­sen. Bis­her sind von der vier­ten Genera­ti­on des Bericht­erstat­tungs­rah­mens (G4) nur Eck­punk­te bekannt, die als „G4 Expo­sure Draft“ in die „Public Com­ment Peri­ods“ als Dis­kus­si­ons­grund­la­ge ein­ge­bracht wur­den. Erst in Ams­ter­dam wird offen­ge­legt wer­den, wel­che kon­kre­ten Ände­run­gen sich in den Richt­li­ni­en nie­der­schla­gen wer­den. Die Dis­kus­sio­nen, auch bei dem Mee­ting in Deutsch­land, an dem wir betei­ligt waren, las­sen Ände­run­gen in fol­gen­den Punk­ten erwar­ten:

  • G4 wird vor­aus­sicht­lich die “App­li­ca­ti­on Levels”  (A, B, C und Plus-For­men) abschaf­fen. Zu oft wur­den die­se Levels in Berich­ten als eine Art Vali­die­rung insze­niert. Hin­zu kommt, dass die­se Selbst­ein­stu­fun­gen immer wie­der als Grad der Nach­hal­tig­keits­leis­tung inter­pre­tiert wur­den. Tat­säch­lich geben die­se drei Buch­sta­ben nur einen Hin­weis auf den Umfang des dem Repor­ting zugrun­de geleg­ten Indi­ka­to­ren­rah­mens. Der Nut­zen der Levels indes scheint bei nähe­rer Betrach­tung frag­wür­dig. Bis heu­te hat mir nie­mand plau­si­bel machen kön­nen, wel­chen Vor­teil ein nicht-vali­dier­tes „A“ gegen­über einem vali­dier­ten „B“ abseits einer Hand­voll von Nach­hal­tig­keits­ana­lys­ten brin­gen soll. Und für die Kos­ten einer Vali­die­rung las­sen sich locker zwei unva­li­dier­te Berich­te erstel­len… Soll­ten die App­li­ca­ti­on Levels jedoch tat­säch­lich abge­schafft wer­den, darf man gespannt sein, was den Unter­neh­men als Kom­pen­sa­ti­on für Ihre Kom­mu­ni­ka­ti­on ange­bo­ten wer­den wird.
  • G4 wird  den Fokus in Rich­tung Wert­schöp­fungs­ket­te ver­la­gern. Die mate­ri­el­le Suche nach den wich­tigs­ten Aus­wir­kun­gen ent­lang die­ser Ket­te könn­te sich bei kom­ple­xen Pro­duk­tio­nen als sys­te­ma­tisch schwie­ri­ges Unter­fan­gen erwei­sen.
  • G4 wird die Anzahl der Indi­ka­to­ren und Kenn­zah­len erhö­hen – von der­zeit maxi­mal 79 auf mehr als ein­hun­dert. In einer Pha­se, in der vie­le Unter­neh­men schon an ihre Gren­zen gera­ten, das GRI-Excel-Sheet mit die­sen Daten ein­mal im Jahr zu füt­tern, wird eine Aus­wei­tung des Daten­vo­lu­mens die Res­sour­cen man­cher­orts an ihre Gren­zen füh­ren.
  • G4 ist zu sehr von dem Anspruch gelei­tet, auf dem Weg zur Inte­grier­ten Bericht­erstat­tung (Geschäfts­be­richt plus Nach­hal­tig­keits­be­richt) mög­lichst vie­le eta­blier­te Stan­dards ein­zu­be­zie­hen. Hier droht ein neu­es Tech­no­kra­ten­mons­trum zu ent­ste­hen. Völ­lig außer Blick gerät dabei der Leser, der (abseits der knapp 20 Ana­lys­ten), viel­leicht tat­säch­lich ein­fach nur ein Bild von der ethi­schen Ori­en­tie­rung, der Ver­ant­wor­tungs­pra­xis und Kul­tur des Unter­neh­mens erhal­ten möch­te. Für die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Unter­neh­men könn­te ein sol­cher Bericht damit an Wert ein­bü­ßen.
  • Was einst das Ziel von GRI war, durch mehr Sub­stanz und Ver­gleich­bar­keit den Wert und die Aus­sa­ge­kraft der Nach­hal­tig­keits­be­richt­erstat­tung zu ver­bes­sern und den Berich­ten zu mehr Ver­brei­tung und Akzep­tanz zu ver­hel­fen, könn­te mit G4 emp­find­lich aus­ge­bremst wer­den. In der Ver­gan­gen­heit hat sich GRI bei Updates aller­dings sehr umsich­tig und prag­ma­tisch ver­hal­ten. Es bleibt für uns die Hoff­nung, dass den bis­he­ri­gen Stan­dards 3 bzw. 3.1 ein mög­lichst groß­zü­gi­ges Mora­to­ri­um ein­ge­räumt wird. In der Zeit könn­ten dann auch die Ambi­tio­nen von G4 an die Rea­li­tät ange­passt wer­den.

Das VIG stellt hohe Ansprüche an die Kommunikation


Von Andreas Severin

In Zei­ten des neu­en Ver­brau­cher­infor­ma­ti­ons­ge­set­zes (VIG) wird Unter­neh­men dazu gera­ten, recht­zei­tig eine Kri­sen­kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie zu ent­wi­ckeln. Teil 3 der Blog-Rei­he von cross­re­la­ti­ons gibt die Mei­nung von Ver­brau­cher­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen bezüg­lich der Geset­zes­än­de­rung wie­der und bie­tet Unter­neh­men Hin­wei­se zu mög­li­chen Kon­se­quen­zen für die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pra­xis.  

Man könn­te anneh­men, dass Ver­brau­cher­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen sich ange­sichts der neu­en Rechts­la­ge und Besorg­nis­se bei Behör­den und Indus­trie die Hän­de rei­ben. Dem ist ganz offen­sicht­lich nicht so. So haben die Deut­sche Umwelt­hil­fe e.V. (DUH) und die Ver­brau­cher­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on food­watch e. V. den Ände­rungs­ent­wurf des Ver­brau­cher­infor­ma­ti­ons­ge­set­zes (VIG) der Bun­des­re­gie­rung umge­hend als unzu­rei­chend kri­ti­siert. Die Ver­brau­cher­schüt­zer bemän­geln eine Bestim­mung, die es den ver­ant­wort­li­chen Behör­den ermög­licht, Anträ­ge von Ver­brau­chern und Orga­ni­sa­tio­nen ohne grö­ße­re Begrün­dung abzu­leh­nen. Tat­säch­lich sieht das Gesetz vor, dass ein Antrag abge­lehnt wer­den kann, falls die Behör­de durch des­sen Bear­bei­tung die ord­nungs­ge­mä­ße Erfül­lung ihrer Auf­ga­ben beein­träch­tigt sieht. Sei­tens der kla­ge­be­rech­tig­ten Orga­ni­sa­tio­nen sieht man offen­bar die­se Bedin­gun­gen schon in naher Zukunft erfüllt und fürch­tet, das neue Recht könn­te ein hoh­les Ver­spre­chen wer­den.

Kom­mu­ni­ka­ti­ve Prä­ven­ti­on ist gefragt

Nimmt man die Reak­tio­nen von Unter­neh­men, Behör­den und selbst der Ver­brau­cher­schutz­ver­bän­de zum Maß­stab, wird das neue Recht die Ver­spre­chun­gen der Poli­tik kaum ein­lö­sen kön­nen. Dem beab­sich­tig­ten „Mehr an Infor­ma­ti­on“ könn­te zunächst ein „Mehr an Kon­fu­si­on“ fol­gen. Und dies – des­halb befasst sich cross­re­la­ti­ons an die­ser Stel­le mit dem The­ma – hät­te ernst zu neh­men­de Aus­wir­kun­gen auf die Markt­be­zie­hun­gen und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­er­for­der­nis­se von Unter­neh­men.

In den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ab­tei­lun­gen, vor allem der Lebens­mit­tel­er­zeu­ger, wird es nicht mehr aus­rei­chen, das Kri­sen­hand­buch in der Schub­la­de zu haben. Gefragt sind jetzt prä­ven­ti­ve Kon­zep­te: das Durch­spie­len von Sze­na­ri­en, die Iden­ti­fi­ka­ti­on kom­mu­ni­ka­ti­ver Schwach­stel­len und das Schär­fen der Moni­to­ring-Instru­men­te. Dabei ist noch nicht ein­mal die Fra­ge, ob die Kri­se ihren Aus­gangs­punkt im eige­nen Pro­dukt haben wird. Wie die Skan­da­li­sie­run­gen der letz­ten Zeit zei­gen, reicht eine punk­tu­el­le Pro­dukt­kri­se aus, um eine gan­ze Bran­che unter Ver­dacht zu stel­len.

Stel­len wir uns ein­fach ein Unter­neh­men vor, das im Ver­dacht steht, sein Pro­dukt mit gesund­heits­ge­fähr­den­den Stof­fen ver­un­rei­nigt zu haben. Ein stark ver­kürz­ter Anhö­rungs­zeit­raum durch das VIG lässt es nicht zu, dass die Fir­ma den eigent­li­chen Ver­ur­sa­cher in der Lie­fer­ket­te iden­ti­fi­ziert, so dass sie sich des­halb nach Ver­öf­fent­li­chung durch die zustän­di­ge Behör­de in der öffent­li­chen Äch­tung wie­der­fin­det. Die beson­de­ren Umstän­de, wie lau­fen­des behörd­li­ches Ver­fah­ren, unter­neh­mens­in­ter­ne Klä­rungs­pro­zes­se und ein­set­zen­der öffent­li­cher Druck, las­sen kei­ne ange­mes­se­ne kom­mu­ni­ka­ti­ve Bear­bei­tung des Sach­ver­halts zu. Des­halb ist es wich­tig, dass sich Unter­neh­men vor dem Inkraft­tre­ten des VIG zu einer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie, die ange­wen­det wer­den kann, soll­te der worst case tat­säch­lich ein­tre­ten, bera­ten las­sen.

Was bedeu­tet es aber, wenn die zustän­di­gen Behör­den ohne Ermes­sens­spiel­raum ver­pflich­tet wer­den, die vor­lie­gen­den Ergeb­nis­se der amt­li­chen Lebens- und Fut­ter­mit­tel­über­wa­chung über alle Rechts­ver­stö­ße durch Grenz­wert­über­schrei­tun­gen umge­hend und gege­be­nen­falls auch ohne Anhö­rung zu ver­öf­fent­li­chen?

Für Unter­neh­men war die bis­he­ri­ge Pra­xis eines ordent­li­chen Anhö­rungs­ver­fah­rens unver­zicht­bar in der Wah­rung ihrer Inter­es­sen. Vie­le Unter­neh­men haben erst durch eine Anhö­rung von einem gegen sie vor­lie­gen­den Ver­dacht erfah­ren.

Was pas­siert nun nach dem 1. Sep­tem­ber? Mög­li­cher­wei­se wer­den Behör­den wie Unter­neh­men einen prag­ma­ti­schen Modus fin­den. Aber der nächs­te Lebens­mit­tel­skan­dal wird nicht lan­ge auf sich war­ten las­sen. Dann soll­te man in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on nicht allein auf Prag­ma­tis­mus ver­trau­en.