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Econ Awards 2015: Telekom im Edelmetallrausch


Von agenturadmin

Frei­tag­abend war es soweit. Die neun­ten Econ Awards sind ent­schie­den. Über 200 gela­de­ne Gäs­te wohn­ten in der ehe­ma­li­gen Bol­le Meie­rei in Ber­lin der fest­li­chen Preis­ver­lei­hung bei. Die Jury des Econ Awards lüf­te­te das Geheim­nis, wel­che Ein­rei­chun­gen es bei der Jury-Sit­zung im Juni auf das Trepp­chen geschafft haben.
Mit den Econ Awards in Pla­tin, Gold, Sil­ber und Bron­ze sowie dem Spe­cial Award prä­miert der Econ Ver­lag in Zusam­men­ar­beit mit dem HANDELSBLATT seit 2007 her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on. „Unser Ziel ist es, weg­wei­sen­de Leis­tun­gen aus­zu­zeich­nen, die zei­gen, was in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on alles mög­lich ist“, so Klaus Rai­ner Kirch­hoff, Vor­sit­zen­der der Jury und Her­aus­ge­ber des „Jahr­buchs der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on“.
Zum vier­ten Mal dabei auch cross­re­la­ti­ons-Geschäfts­füh­rer Andre­as Seve­rin. Als Jury­mit­glied ver­ant­wor­tet er die Kate­go­rie Nach­hal­tig­keits-/CSR-Berich­te. In die­sem Jahr kam ihm die ehren­vol­le Auf­ga­be zu, neben sei­ner Kate­go­rie auch die Gewin­ner in der Kate­go­rie Geschäfts­be­rich­te zu prä­sen­tie­ren, da Freund und Jury­kol­le­ge Kae­van Gaz­dar ter­min­lich ver­hin­dert war.

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ECON Awards 2012


Von Andreas Severin
Mira Dahle

Mike Brau­ner und Mila Dah­le von der TUI neh­men für den Nach­hal­tig­keits­be­richt 2011 den ECON Award in Sil­ber ent­ge­gen

Eine klei­ne Nach­be­trach­tung: Mein Debüt in der Jury des ECON-Awards hat rich­tig Spaß gemacht. War ich anfangs noch etwas skep­tisch, immer­hin sind neben dem Han­dels­blatt ein nam­haf­ter Ver­lag und das füh­ren­de Bera­tungs­un­ter­neh­men für Geschäfts­be­rich­te betei­ligt, hat­te sich die­se Sor­ge in der Jury­sit­zung im Juli schnell zer­streut. Dort fand ich mich in einer Run­de wie­der, die sich nicht nur durch hohen Sach­ver­stand aus­zeich­ne­te, son­dern vor allem durch gro­ße Unab­hän­gig­keit und Offen­heit für ande­re Mei­nun­gen. Vor allem stimm­te hier rund­um die Che­mie. Pro­fes­sio­nel­le Ernst­haf­tig­keit ging hier ein­her mit erfreu­lich kri­ti­scher Distanz zu Effekt­ha­sche­rei und vor allem – einer guten Por­ti­on Humor.

Wer hier eine Ein­fluss­nah­me des Jury-Vor­sit­zen­den Kirch­hoff zuguns­ten eige­ner Pro­duk­te erwar­tet, sei nach­hal­tig ent­täuscht. Nicht in einem ein­zi­gen Fall gab es einen Ver­such, das Jury-Votum zu „gestal­ten“. Klaus Rai­ner Kirch­hoff ist ohne Zwei­fel eine star­ke Per­sön­lich­keit, die sich nicht scheut – wie in der Gala zu ver­neh­men war – auch mal mit einem kan­ti­gen Stand­punkt zu pola­ri­sie­ren, sei es mit Kri­tik an der Regie­rungs­po­li­tik, an den Ban­ken oder ein­fach mit sei­ner Abnei­gung gegen den FC Bay­ern Mün­chen. Anders­her­um hat der Mann eine Freu­de am fun­dier­ten Wider­spruch und dem inhalt­li­chen Dis­put. Nicht gera­de der Typ, der sich mit Oppor­tu­nis­ten umgibt und in Har­mo­nie schwelgt. Da hieß es: Ring frei für die Argu­men­te und Bewer­tun­gen der Juro­ren.

Es war schließ­lich ein gutes Gefühl, das „Line-up“ zur Preis­ver­lei­hung am Don­ners­tag­abend zu ver­fol­gen. In mei­ner Kate­go­rie der „CSR- und Nach­hal­tig­keits­be­rich­te“ wur­den zu Recht alle ver­füg­ba­ren Preis­qua­li­tä­ten ver­ge­ben. (In fast allen Kate­go­ri­en hat­te die Jury man­gels Qua­li­tät Mut zur Lücke bewie­sen und auf ein­zel­ne Preis­stu­fen ver­zich­tet.) Sogar bei Betrach­tung aller Ein­rei­chun­gen war fest­zu­stel­len, dass sich gut vier Fünf­tel der Berich­te locker von den gän­gi­gen, an GRI ori­en­tier­ten Durch­schnitts­pro­duk­ten, nach oben abhe­ben konn­ten. Die Spit­zen­plat­zie­run­gen die­ser Kate­go­rie – Pla­tin für BMW, Gold für Bay­er, Sil­ber für TUI, Bron­ze für den Flug­ha­fen Mün­chen und sogar einen Spe­cial Award für die Öster­rei­chi­schen Bun­des­bah­nen – mar­kie­ren sehr deut­lich, wohin die Rei­se geht: Vol­le Inte­gra­ti­on von Print- und Online­be­richt­erstat­tung las­sen für die Ziel­grup­pen kaum noch Wün­sche offen. Die Kon­tu­ren des Inte­gra­ted Reports, der Nach­hal­tig­keits- und Geschäfts­be­richt­erstat­tung zusam­men­führt, sind auch unter­halb eines welt­wei­ten Stan­dards schon gut erkenn­bar. Ansons­ten vor allem viel Sub­stanz. Nur bei den akti­ven Dia­log­an­ge­bo­ten und dem Umgang mit Rück­schlä­gen („Low­lights“) und kri­ti­schen The­men bleibt noch eini­ges Poten­zi­al für zuküns­ti­ge Ein­rei­chun­gen.

In sei­nem Dank­wort sprach der Ver­tre­ter von Bay­er sehr offen über das unge­lieb­te Baby der Kom­mu­ni­ka­ti­on, den Nach­hal­tig­keits­be­richt. Tat­säch­lich bie­tet ein sol­ches Pro­jekt für Kom­mu­ni­ka­to­ren in der Regel mehr Risi­ken und Umset­zungs­pro­ble­me als ech­te Chan­cen, im Ergeb­nis für das Unter­neh­men mehr als einen Blu­men­topf zu gewin­nen. Umso erfreu­li­cher, dass sich immer wie­der Unter­neh­men mit Anspruch, neu­en Kon­zep­ten und Res­sour­cen die­ser Her­aus­for­de­rung stel­len. Die­sen Mut hat der ECON Award am letz­ten Don­ners­tag weg­wei­send hono­riert.

Und hier geht’s zu den Preis­trä­gern und Bil­dern des Abends.

Wer sich Preis­trä­ger und nomi­nier­te Ein­rei­chun­gen näher anse­hen möch­te, dem sei das kilo­schwe­re Jahr­buch Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on emp­foh­len. Neben einer anspruchs­vol­len Prä­sen­ta­ti­on aller Wett­be­werbs­bei­trä­ge fin­det sich hier auch ein lesens­wer­ter Leit­ar­ti­kel der Jour­na­lis­tin und Nach­hal­tig­keits­ex­per­tin Susan­ne Ber­gius zur mög­li­chen Pflicht­be­richt­erstat­tung im Bereich gesell­schaft­li­cher Ver­ant­wor­tung.

Non-Reporter: Nicht müssen, nicht wollen, nicht brauchen

Wer sind sie, warum verweigern sie sich


Von Andreas Severin

In den USA eilt ihre Ver­brei­tung in gro­ßen Schrit­ten vor­an. Im Ver­ant­wor­tungs­ge­rüst der euro­päi­schen Indus­trie­land­schaft neh­men Nach­hal­tig­keits- und CSR-Berich­te seit Jah­ren einen fes­ten Platz ein. Selbst in den Boom­re­gio­nen Bra­si­li­en und Indi­en wett­ei­fern Unter­neh­men heu­te um Aner­ken­nung im Cor­po­ra­te Respon­si­bi­li­ty Repor­ting. Kein Unter­neh­men scheint sich den Erwar­tun­gen auf den welt­wei­ten Kapi­tal-, Absatz- und Beschaf­fungs­märk­ten an die nach­voll­zieh­ba­re und glaub­wür­di­ge Doku­men­ta­ti­on sei­ner Ver­ant­wor­tungs­pra­xis ent­zie­hen zu kön­nen. Kein Unter­neh­men? Falsch! Und die Rede ist nicht von hals­star­ri­gen gal­li­schen Moder­ni­sie­rungs­ver­wei­ge­rern hin­ter dem Schutz­wall der Zivi­li­sa­ti­on. Es sind durch­aus erfolg­rei­che, respek­ta­ble Unter­neh­men, mit­un­ter sogar bör­sen­no­tiert, die dem Zug der Bericht­erstat­ter nicht fol­gen wol­len. Allein jedes vier­te der 150 größ­ten deut­schen Unter­neh­men gibt kei­ne geson­der­ten Infor­ma­tio­nen zu Nach­hal­tig­keits­the­men her­aus, stell­te das IÖW bei der Vor­stel­lung des jüngs­ten Ran­kings Ende Febru­ar klar. Ins­be­son­de­re in den Bran­chen Ver­si­che­run­gen, Logis­tik und Han­del schei­nen sozia­le und öko­lo­gi­sche The­men kei­ne Rol­le zu spie­len. Wenig Bewe­gung im Land der flei­ßi­gen Mus­ter­re­por­ter. Wei­ter­le­sen →