Alle Artikel zum Schlagwort: Corporate Responsibility Reporting

Voll vor die Wand

Wir haben unseren Redakteur und Automobilexperten Karsten Pohl einmal um eine Einordnung der aktuellen VW-Krise gebeten. Er hat sich nicht lange bitten lassen. Eine Empörung.


Von Karsten Pohl

Volkswagen Group Night ?On the Move", IAA Frankfurt 2015Erin­nert sich noch jemand an den Audi 5000? Diese auto­mo­bile Geschmacks­ver­ir­rung, die bei uns als Audi 200 fir­mierte, war Mitte der 1980er Jahre Audis Ver­such, auf dem US-​​amerikanischen Auto­markt Fuß zu fas­sen. Und, klingelt‘s nun? Moment mal, wer­den die Älte­ren unter uns jetzt viel­leicht sagen: Audi? USA? Da war doch was. Getrie­be­pro­bleme? Auf­fahr­un­fälle? Tote und Ver­letzte? Image-​​Totalschaden? Stimmt genau. Die kan­tige Kiste 5000 war in den USA in die Schlag­zei­len gefah­ren, weil sich das Vehi­kel selbst­tä­tig in Bewe­gung gesetzt und dadurch Unfälle pro­vo­ziert haben soll. Bos­hafte Natu­ren wer­den sagen, das waren Audis erste Schritte zum auto­no­men Fah­ren. War aber alles Blöd­sinn. Spä­ter kam her­aus, es war alles eine Medi­en­lüge, die Unfälle waren durch Bedie­nungs­feh­ler unfä­hi­ger Auto­fah­rer pas­siert. Und was machte Audi? Die taten so – und zwar zu Recht –, als wäre das alles Quatsch. Ex-​​Audi-​​Boss Fer­di­nand Piech nahm den gan­zen Auf­ruhr im sie­ges­si­che­ren Gefühl des Inge­nieurs, das ver­meint­lich beste Auto der Welt kon­stru­iert zu haben, gar nicht ernst und grinste nur. Audi machte ein­fach die Kun­den ver­ant­wort­lich. Das kam bei der ame­ri­ka­ni­schen Öffent­lich­keit aber gar nicht gut an. Die Absätze rausch­ten in den Kel­ler. Dass Audi am Ende von jeder Schuld frei­ge­spro­chen wurde, spielte da schon keine Rolle mehr. Der wirt­schaft­li­che Scha­den war bereits immens. Noch heute lei­det die Marke mit den vier Rin­gen unter den Vor­fäl­len und liegt beim Absatz in den USA hin­ter Mercedes-​​Benz und BMW zurück. So ein Desas­ter sollte nie wie­der pas­sie­ren, schwor Piech damals. Doch Geschichte wie­der­holt sich offen­bar doch. Und jetzt ist nicht nur Audi, son­dern gleich der ganze Mut­ter­kon­zern Volks­wa­gen dran. Nur wesent­lich schlim­mer. Wei­ter­le­sen →

Das Imperium schlägt zurück!

Bericht vom deutschen GRI G4 Launch-Event in Frankfurt


Von Andreas Severin
Christine Koblun, GRI Launch Event G4

Chris­tine Kob­lun führte in die neuen Reporting-​​Guidelines ein

Groß war der Andrang beim deut­schen Launch-​​Event zur Ein­füh­rung in die vierte Gene­ra­tion (G4) der Gui­de­lines der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI). Über ein­hun­dert Teil­neh­mer waren der Ein­la­dung in den Esch­bor­ner „Cube“ der Deut­schen Börse AG gefolgt. Als am sel­ben Ort vor knapp drei Jah­ren eine Anhö­rung zur dama­li­gen Ent­wurfs­fas­sung der G4 statt­fand und noch kon­krete Ein­fluss­nahme auf die End­fas­sung mög­lich war, hat­ten sich gerade mal 30 Leute ein­ge­fun­den.
Der Wake-​​up Call erfolgte offen­bar am 22. Mai 2013 in Ams­ter­dam. Seit­dem an die­sem Tag die Vor­stel­lung der neuen Gui­de­lines erfolgte, ist es mit Ruhe und Ord­nung im deut­schen Reporting-​​Sprengel vor­bei. Wer­den wir uns im Ran­king hal­ten kön­nen? Müs­sen wir GRI viel­leicht auf­ge­ben? Reicht die Zeit, um uns auf den neuen Stan­dard aus­zu­rich­ten? Sol­che Fra­gen berei­ten man­chem Reporting-​​Verantwortlichen mitt­ler­weile schlaf­lose Nächte. Wei­ter­le­sen →

Wenn schlechte Nachrichten das Vertrauen stärken


Von Andreas Severin

Bad News – sie sind das Salz in der Ver­trau­ens­suppe des Nach­hal­tig­keits­be­richts, wie ein Kunde einst ver­merkte.  Bericht­er­stat­tung über Rück­schläge – das Ver­feh­len von Zie­len, gar Ver­schlech­te­run­gen bei wesent­li­chen Kenn­zah­len – ist den Unter­neh­men zwei­fel­los unan­ge­nehm, ver­mag aber bei den Lesern der Berichte ganz erheb­lich zum Ver­trauen bei­tra­gen. Allein, es fehlt in vie­len Unter­neh­men am Mut zu sol­chen Dar­stel­lun­gen. Mag die Fach­ab­tei­lung noch bereit sein, selbst­kri­tisch zu infor­mie­ren, wer­den sol­che Aus­sa­gen in der wei­te­ren Frei­ga­be­kette (Kom­mu­ni­ka­tion – Rechts­ab­tei­lung – Vor­stand) dann doch gerne wie­der kas­siert oder verwässert.

Nun kriegt diese Bera­tungs­er­kennt­nis Rücken­wind aus dem fer­nen Aus­tra­lien. Dort hatte das Aus­tra­lian Centre for Cor­po­rate Social Responsi­bi­lity (ACCSR) in einer Meta­stu­die eigene For­schun­gen zur Wahr­neh­mung von Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten durch Sta­ke­hol­der aus­ge­wer­tet und Ende März auf der aus­tra­li­schen GRI-​​Konferenz vorgestellt.

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Corporate Responsibility Reporting: Testierung


Von Andreas Severin

Die Tes­tie­rung von Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten kann einen wich­ti­gen Bei­trag zur Akzep­tanz und Glaub­wür­dig­keit sei­ner Inhalte leis­ten. Auch wenn sol­che Berichte heute oft anspruchs­vol­len Richt­li­nien wie denen der GRI fol­gen, bleibt für ihre Nut­zer oft große Unsi­cher­heit über die Ver­läss­lich­keit der Anga­ben. Ein Tes­tat eines Wirt­schafts­prü­fers kann viel­leicht nicht die Repu­ta­tion eines Unter­neh­mens ret­ten, aber es kann ein wich­ti­ges Ele­ment für die „Ver­trau­ens­sta­tik“ der Bericht­er­stat­tung darstellen.

Wich­tigste Bezugs­sys­teme für eine Tes­tie­rung bil­den heute die GRI-​​Guidelines und die Prü­fungs­stan­dards AA1000 des Insti­tute of Social and Ethi­cal Accoun­tA­bi­lity sowie SA 8000 der Social Accoun­ta­bi­lity Inter­na­tio­nal. Die Kon­trol­len der Wirt­schafts­prü­fer haben ihren Fokus vor allem auf der Rich­tig­keit der Anga­ben und Zah­len­ge­rüste gelegt. Wäh­rend Prü­fer bei finan­zi­el­len Jah­res­ab­schlüs­sen in der Regel ent­lang aner­kann­ter Prü­fungs­stan­dards vor­ge­hen, fehlt es im Bereich der nicht-​​finanziellen Berichte bis­her an einer ver­bind­li­chen Nor­men­pra­xis. Mit GRI und AA1000 bzw. SA 8000 zeich­net sich nun eine Kon­ver­genz beste­hen­der Ansätze ab.

Um Unter­neh­men den Ein­stieg in die Berichts­pra­xis zu erleich­tern, hat cross­re­la­ti­ons einen Leit­fa­den zum Nach­hal­tig­keits­re­porting zusam­men­ge­stellt. Der Leit­fa­den kann kos­ten­los unter reporting(at)crossrelations.de bestellt werden.

Fazit

Die bes­ten Reports beste­hen nicht aus der Abar­bei­tung von Anfor­de­rungs­ka­ta­lo­gen der Gui­de­lines. Sie zeich­nen sich vor allem durch Sub­stanz aus und haben ein anspruchs­vol­les Maß­nah­men­pro­gramm. Sie las­sen hohe Trans­pa­renz bei Daten und Pro­zes­sen erken­nen, sind selbst­kri­tisch in ihrem Fort­schritt. Sie geben dem Dia­log auch mit kri­ti­schen Sta­ke­hol­dern (Chal­len­ger) Raum, haben im Vor­feld das Infor­ma­ti­ons­in­ter­esse der Sta­ke­hol­der auf­ge­klärt (ohne sich deren Agenda zu unter­wer­fen) und konn­ten über genü­gend Pro­jekt­zeit verfügen.

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Corporate Responsibility Reporting: Grafik


Von Andreas Severin

Print ist noch lange nicht tot: Der Trend zum Online-​​Reporting setzt sich immer stär­ker durch. Es wird aber noch eine Weile dau­ern, bis der klas­si­sche, gedruckte Bericht vom „Stand­bein“ auf das „Spiel­bein“ wech­selt. Und das hat gute Gründe: Der Print-​​Bericht spielt, vor­aus­ge­setzt er hat nicht mehr als etwa 80 Sei­ten, seine Vor­teile gegen­über aus­schließ­li­chem Online-​​Reporting sicht­bar aus. Er ist hand­lich, über­sicht­lich, klar geglie­dert und in sich abgeschlossen.

Vom ers­ten Betrach­ten des Berichts bis zum Platz im Regal gibt es daher eine Reihe von Gestal­tungs­prin­zi­pien, die dem Lese­fluss die­nen und zur mehr­ma­li­gen Lek­türe ani­mie­ren. Neben einer ein­präg­sa­men Cover­ge­stal­tung und einem Inter­esse stei­gern­den Ein­stieg aus Text und Bild, sorgt vor allem eine redu­zierte und klare Rubri­zie­rung für Über­sicht und Strin­genz der ange­bo­te­nen Inhalte. Unter­schied­li­che opti­sche Gewich­tun­gen im Sei­ten­lay­out schaf­fen Anker­punkte und unter­stüt­zen den Lesefluss.

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Um Unter­neh­men den Ein­stieg in die Berichts­pra­xis zu erleich­tern, hat cross­re­la­ti­ons einen Leit­fa­den zum Nach­hal­tig­keits­re­porting zusam­men­ge­stellt.  Der Leit­fa­den kann kos­ten­los unter reporting(at)crossrelations.de bestellt werden.

Corporate Responsibility Reporting: Redaktion


Von Andreas Severin

Cha­rak­ter ist gefragt: Ein Report soll klar for­mu­liert sein und die The­men müs­sen ein­deu­tig und ver­ständ­lich dar­ge­stellt, geglie­dert und bezeich­net wer­den. Dazu braucht es mehr als den erfah­re­nen Schrei­ber mit Kennt­nis der fünf jour­na­lis­ti­schen „Ws“. Kom­pli­zierte Sach­ver­halte ein­fach und ver­ständ­lich auf­zu­be­rei­ten, bedarf abso­lu­ter Sachkompetenz.

Ist das gefor­derte Know-​​how vor­han­den, geht es um die Indi­vi­dua­li­sie­rung des Berichts. Denn die­ser darf nicht ein­fach als Samm­lung von Daten und Fak­ten rund um das Thema Ver­ant­wor­tung für Mensch und Umwelt ange­se­hen wer­den. Aus dem Bericht sollte her­aus­ge­le­sen wer­den kön­nen, wie ein Unter­neh­men oder eine Orga­ni­sa­tion beschaf­fen ist und was es von sei­nen Wett­be­wer­bern unter­schei­det. Es geht um den Cha­rak­ter. Und der wird am bes­ten durch ein Leit­mo­tiv sicht­bar. Das Leit­mo­tiv ist der „rote Faden“, der sich durch alle Inhalte zieht.

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Um Unter­neh­men den Ein­stieg in die Berichts­pra­xis zu erleich­tern, hat cross­re­la­ti­ons einen Leit­fa­den zum Nach­hal­tig­keits­re­porting zusam­men­ge­stellt. Der Leit­fa­den kann kos­ten­los unter reporting(at)crossrelations.de bestellt werden.

Corporate Responsibility Reporting: Konzeption


Von Andreas Severin

Noch bis weit in die Neun­zi­ger Jahre hin­ein fehlte es Unter­neh­men an einem kla­ren Bezugs­rah­men für die inhaltlich-​​konzeptionelle Struk­tur ihrer Berichte. Der Leit­fa­den des Insti­tuts für öko­lo­gi­sche Wirt­schafts­för­de­rung galt vie­len zwar als über­am­bi­tio­niert, konnte aber in Deutsch­land als „heim­li­cher Stan­dard“ prak­tisch kaum igno­riert wer­den. Erst 1997 hat sich dies mit dem Ent­ste­hen der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI) geän­dert. Die gegen­wär­tige dritte Gene­ra­tion der Reporting Gui­de­lines (G3) benennt Bericht­er­stat­tungs­prin­zi­pien zu Wesent­lich­keit, Ein­be­zie­hung von Sta­ke­hol­dern oder zu Ver­gleich­bar­keit. Außer­dem for­mu­liert sie kon­krete Erwar­tun­gen an die Offen­le­gung spe­zi­fi­scher Anga­ben und Daten.

Papier oder Pixel

In Fach­krei­sen hat sich die Erkennt­nis durch­ge­setzt, dass digi­tale For­mate wesent­li­che Vor­teile zur Ver­tie­fung von Berichts­in­hal­ten auf­wei­sen. So las­sen sich die kom­ple­xen inhalt­li­chen Bezie­hun­gen wesent­lich bes­ser in einer Hyper­text­struk­tur auf­be­rei­ten. Und auch mit den ein­schlä­gi­gen Tools didak­tisch bes­ser visua­li­sie­ren. Kaum eines der gro­ßen, im Reporting erfah­re­nen Unter­neh­men lässt es sich daher neh­men, seine Bericht­er­stat­tung heute auch inten­siv online zu beglei­ten. Dabei han­delt es sich vor allem um Infor­ma­tio­nen, die den Print­be­richt ergän­zen oder Ein­zel­as­pekte herausstellen.

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Um Unter­neh­men den Ein­stieg in die Berichts­pra­xis zu erleich­tern, hat cross­re­la­ti­ons einen Leit­fa­den zum Nach­hal­tig­keits­re­porting  zusam­men­ge­stellt.  Der Leit­fa­den kann kos­ten­los unter reporting(at)crossrelations.de bestellt werden.

Serie: Corporate Responsibility Reporting


Von Andreas Severin

Die Ent­schei­dung, einen Report zum Thema Nach­hal­tig­keit zu ver­öf­fent­li­chen, will gut durch­dacht und umsich­tig geplant wer­den. Denn wer heute mit Bericht­er­stat­tung beginnt, sieht sich einer hoch ent­wi­ckel­ten Pra­xis gegen­über. Dabei sein bedeu­tet hier nicht alles. Immer­hin berich­ten heute gut vier Fünf­tel der 150 größ­ten deut­schen Unter­neh­men regel­mä­ßig über Umwelt­schutz und soziale Ver­ant­wor­tung. Die wich­tigs­ten Aspekte des Nach­hal­tig­keits­re­porting  stel­len wir hier ab Mon­tag in einer Serie vor.