Layman’s Report: Garantiert frei von Fachchinesisch

Für unseren Kunden Red Arrow haben wir das „CleanSmoke“-Verfahren in einem Laienbericht leicht verständlich aufbereitet. Der Bericht ist Vorgabe der EU, wenn Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.


Von Andreas Severin

Wir alle ken­nen das: Wenn Exper­ten über ihr Fach spre­chen oder schrei­ben, stei­gen Lai­en schnell aus. Ist es eigent­lich ein Kul­tur­ge­setz, dass man tech­ni­sche Zusam­men­hän­ge oder Inno­va­tio­nen kaum noch beschrei­ben kann, ohne in unver­ständ­li­ches Fach­kau­der­welsch oder Tech­no-Sprech zu ver­fal­len? Paul Valé­ry wuss­te schon im 19. Jahr­hun­dert: „Was ein­fach ist, ist falsch, was kom­plex ist, ist nicht brauch­bar.“ Aber muss das für immer so blei­ben? Oder soll­ten wir bei allen tech­no­lo­gi­schen Fort­schrit­ten nicht auch in der Lage sein, die ver­mit­teln­de Qua­li­tät unse­rer Spra­che wei­ter­zu­ent­wi­ckeln?

Von der Öffent­lich­keit bis­her weit­ge­hend unbe­ob­ach­tet, hat man sich aus­ge­rech­net auf den Flu­ren der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on die­ser Her­aus­for­de­rung gestellt. Zuge­ge­ben, das ist nicht eben die Umge­bung aus der her­aus man sprach­li­che Klar­heit und Ver­ständ­lich­keit erwar­tet. Und doch ist hier, im Akti­ons­plan Eco-inno­va­ti­on, ein wirk­lich vor­bild­li­ches Pro­dukt ent­stan­den. Sobald näm­lich hier ein inno­va­ti­ves Umwelt-Pro­jekt geför­dert wird, sind die Antrag­stel­ler auf­ge­for­dert, ihr Pro­jekt in einem „Layman’s Report“, zu Deutsch: Lai­en­be­richt, vor­zu­stel­len und zu erklä­ren. Einem fach­frem­den Publi­kum, das kann der EU-Par­la­men­ta­ri­er sein, oder auch jeder von uns EU-Bür­gern, soll damit die Mög­lich­keit gege­ben wer­den, die Bedeu­tung eines sol­chen Pro­jek­tes nach­zu­voll­zie­hen und sich eine Mei­nung zu bil­den. Ein Stück prak­ti­zier­ter demo­kra­ti­scher Teil­ha­be.

Grafiken erleichtern dem Leser von Layman's Reports das Verständnis selbst komplexer technischer Prozesse

Gra­fi­ken erleich­tern dem Leser von Layman’s Reports das Ver­ständ­nis selbst kom­ple­xer tech­ni­scher Pro­zes­se

Unser Kun­de Red Arrow, Markt­füh­rer für Räu­cher­tech­no­lo­gi­en, stand vor genau die­ser Her­aus­for­de­rung. Mit „CleanS­mo­ke“ hat­te das Unter­neh­men ein gesund­heits- und umwelt­scho­nen­des Räu­cher­ver­fah­ren ent­wi­ckelt, das von der Euro­päi­schen Uni­on im Rah­men von „Eco-inno­va­ti­on“, einer Initia­ti­ve zur Markt­ein­füh­rung inno­va­ti­ver Pro­duk­te mit posi­ti­ver Umwelt­wir­kung, geför­dert wur­de. Unter Ein­satz von soge­nann­tem wie­der­erzeug­ten Rauch aus vor­ge­r­ei­nig­ten Rauch­pro­duk­ten kann „CleanS­mo­ke“ her­kömm­li­che Räu­cher­ver­fah­ren erset­zen, die über­wie­gend zum Kalt­räu­chern von Lebens­mit­teln ver­wen­det wer­den. Der neue „CleanSmoke“-Räucherprozess ermög­licht es Lebens­mit­tel­her­stel­lern, die Umwelt zu ent­las­ten, die Lebens­mit­tel­si­cher­heit zu erhö­hen und die Arbeits­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern.

Bit­te recht ein­fach und knapp!
In einem „Layman’s Report“ galt es nun, die wich­tigs­ten Ergeb­nis­se einer drei­jäh­ri­gen Stu­die in zwei euro­päi­schen Test­märk­ten zu erläu­tern, bei der „CleanS­mo­ke“ im Ver­gleich zu zwei tra­di­tio­nel­len Räu­cher­ver­fah­ren unter­sucht wur­de. Auf­grund unse­rer lang­jäh­ri­gen Erfah­rung mit Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten ent­schied sich Red Arrow, den Report mit cross­re­la­ti­ons brand­works zu rea­li­sie­ren.

Auch für uns wur­de der „Layman’s Report“ ein span­nen­des Publi­ka­ti­ons­pro­jekt. Denn anders als bei Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten gibt es hier­für kaum spe­zi­fi­sche redak­tio­nel­le Anfor­de­run­gen. Der Bericht soll in der Regel zehn Sei­ten nicht über­schrei­ten, neben der Spra­che des För­der­emp­fän­gers in Eng­lisch oder Fran­zö­sisch abge­fasst sein und sowohl in einer Print­ver­si­on als auch digi­tal ver­füg­bar sein.

Viel wich­ti­ger jedoch ist eine didak­tisch und sprach­lich durch­dach­te Auf­be­rei­tung des Berichts­in­halts. Die Tex­te dür­fen sich nicht in über­lan­ge tech­nisch abs­trak­te Beschrei­bun­gen ver­lie­ren und sol­len von durch­schnitt­lich gebil­de­ten Lesern zu ver­ste­hen sein. Von Bedeu­tung ist daher eine gra­fi­sche Auf­be­rei­tung, die den Lesern vor allem über Illus­tra­tio­nen, Fotos und Schau­bil­der hilft, Zusam­men­hän­ge zu ver­ste­hen. Redak­tio­nell haben wir uns bemüht, Schach­tel­sät­ze zu ver­mei­den und über typo­gra­fi­sche For­ma­tie­run­gen das spon­ta­ne Ver­ständ­nis des Tex­tes zu unter­stüt­zen. Immer wie­der haben wir Käs­ten ins Lay­out ein­ge­fügt, die Begriff­lich­kei­ten oder Hin­ter­grün­de erläu­tern. Und auch Geor­ge Orwells Rat lag stets neben der Tas­ta­tur: „Never use a long word whe­re a short one will do.” Klar, dass der gesam­te Bericht am Ende den Lai­en-Test bestehen muss­te. Agen­tur-Kol­le­gen gaben den Ent­wurf zu Hau­se ihren Freun­den und Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu lesen. Ein wich­ti­ges Feed­back, das in die fina­le Ver­si­on ein­ging.

Das Ergeb­nis kann sich sehen (und ver­ste­hen) las­sen. Wer sich davon ein eige­nes Bild machen will, fin­det hier die deut­sche und eng­li­sche Berichts­ver­si­on. Zum Ver­gleich hat das EU-Pro­gramm eine Aus­wahl gelun­ge­ner Lai­en­be­rich­te vor­ge­stellt.

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