Alle Artikel zu Reporting

CSR Berichtspflicht

EU-Richtlinie: Wie geht es weiter?


Von Andreas Severin
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Reporting-​​ und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­li­che deut­scher Unter­neh­men befin­den sich immer noch in War­te­stel­lung. Es ist 2017 und eigent­lich soll­ten sie ihr Reporting längst auf die Anfor­de­run­gen der seit drei Jah­ren vor­lie­gen­den EU-​​Richtlinie (2014/​95/​EU) zur nicht-​​finanziellen Bericht­er­stat­tung von Unter­neh­men aus­ge­rich­tet haben. Und eigent­lich hätte diese CSR-​​Richtlinie bis zum 6. Dezem­ber 2016 auch in deut­sches Recht umge­setzt wer­den müs­sen. Ab März 2017 soll das nun end­lich erfol­gen und damit erst­mals die Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung durch den Gesetz­ge­ber regu­liert sein. Große Unter­neh­men müs­sen dann künf­tig aus­führ­li­cher über nicht-​​finanzielle Aspekte berich­ten. Dazu zäh­len Anga­ben über Arbeitnehmer-​​, Sozial-​​ und Umwelt­be­lange, Ach­tung der Men­schen­rechte und die Bekämp­fung von Kor­rup­tion. Trotz der Ver­zö­ge­rung soll es dabei blei­ben, das neue Recht auf Geschäfts­jahre anzu­wen­den, die nach dem 31.12.2016 beginnen.

Aber sind nun alle Unklar­hei­ten besei­tigt? Lange beglei­te­ten Unsi­cher­hei­ten über den Gel­tungs­be­reich der Richt­li­nie die Vor­be­rei­tun­gen. Wel­che Unter­neh­men sind betrof­fen? Was ist mit den Unter­neh­men von „öffent­li­chem Inter­esse“ gemeint? Wieso wird zwi­schen kapi­tal­markt­ori­en­tier­ten und sons­ti­gen Unter­neh­men unter­schie­den? Bis zuletzt blie­ben viele Bestim­mun­gen des Gesetz­ent­wur­fes umstritten.

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Integrated Reporting

Der Durchbruch lässt auf sich warten


Von Andreas Severin
IIRC

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Fast drei Jahre ist es her, dass das Inter­na­tio­nal Reporting Coun­cil (IIRC) mit einem Rah­men­kon­zept den Weg frei machte für eine inte­grierte Unternehmens-​​berichterstattung. Doch bis heute ist die Reso­nanz bei Unter­neh­men eher ver­hal­ten geblie­ben. Wir haben uns die Gründe dafür näher angesehen.

Tat­säch­lich schien die Zeit gekom­men zu sein, um das beste­hende Den­ken in „Reporting-​​Silos“ – Geschäfts­be­richt, Umwelt­be­richt, Nach­hal­tig­keits­be­richt – auf­zu­bre­chen und die Zusam­men­hänge zwi­schen finan­zi­el­lem Kapi­tal und den ande­ren Kapi­tal­for­men neu zu betrach­ten, als das IIRC im Jahre 2014 nach nicht weni­ger als sie­ben Jah­ren die Eck­punkte für ein Rah­men­kon­zept ver­ab­schie­dete. Nichts Gerin­ge­res als die Finanz-​​ und Wirt­schafts­krise hatte zuletzt die Ein­sicht vor­an­ge­trie­ben, dass die übli­chen betriebs­wirt­schaft­li­chen Kenn­zah­len nicht mehr aus­rei­chen und finan­zi­el­les und nicht-​​finanzielles Reporting nur zusam­men hin­rei­chend aus­sa­ge­kräf­tig sind.

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Same same but different

Von G4 zu den GRI Sustainability Standards


Von Heike Malinowski
GRI Standards

© https://www.globalreporting.org

Wenn im Juni 2018 die aktu­ell vierte Gene­ra­tion der von der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI) her­aus­ge­ge­be­nen Richt­li­nien für Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung ihre Gül­tig­keit ver­liert, wird die Trau­er­ge­meinde über­schau­bar blei­ben. Deren Ein­füh­rung 2013 war schon von erheb­li­chem Unmut beglei­tet. Hatte man in den Jah­ren zuvor erst mit gro­ßen Mühen die Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung auf die Anfor­de­run­gen von G3 aus­ge­rich­tet, stellte G4 die Bericht­er­stat­tungs­pro­zesse vor erheb­li­che neue Her­aus­for­de­run­gen in punkto Detail­tiefe und Sta­ke­hol­der­ori­en­tie­rung. Mit dem Weg­fall der Anwen­dungs­stu­fen (app­li­ca­tion levels) ent­fiel außer­dem ein wich­ti­ger Anreiz, der es Unter­neh­men ermög­lichte, sich mit ihrer Reporting­leis­tung zu pro­fi­lie­ren. „Die gestei­gerte Kom­ple­xi­tät der Bericht­er­stat­tung nach GRI G4 wird neue Unter­neh­men eher davor abschre­cken als sie ermun­tern, Nach­hal­tig­keits­in­for­ma­tio­nen zu ver­öf­fent­li­chen“, warnte sei­ner­zeit econ­sense in einer Stel­lung­nahme. Die Zurück­hal­tung der Unter­neh­men sollte diese Ein­schät­zung bestä­ti­gen. Erst 2015 über­stieg die Zahl der G4-​​Berichte die bis dahin noch an G3 ori­en­tier­ten Berichte. Und dabei fällt auf, dass die große Mehr­heit der Unter­neh­men sich dar­auf beschränkte, nach der neuen Über­ein­stim­mungs­op­tion „Core“ zu berich­ten und sich noch nicht an das auf­wän­di­gere Level „Com­pre­hen­sive“ herantraute.

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Wir sind einigermaßen optimistisch“

Sabine Content, Deputy Director Corporate & Stakeholder Relations bei der Global Reporting Initiative (GRI) zur Einführung der neuen "GRI Standards"


Von Heike Malinowski

 

© Sabine Content

© Sabine Content

  1. Seit dem 19. Okto­ber 2016 gel­ten die GRI Stan­dards und kön­nen ange­wen­det wer­den. GRI hat eine Reihe von Dienst­leis­tun­gen ent­wi­ckelt, um die Anwen­der mit dem neuen Rah­men­werk ver­traut zu machen. Was ist Ihr ers­ter Ein­druck? Wer­den die neuen Stan­dards von berich­ten­den Unter­neh­men ange­nom­men oder ist es nötig, wei­tere Über­zeu­gungs­ar­beit zu leisten?

Wir wis­sen, dass wir unse­ren Sta­ke­hol­dern immer erklä­ren müs­sen, warum wir diese oder jene Ände­rung vor­ge­nom­men haben und worin der Nut­zen die­ser Ände­run­gen für ihr Reporting liegt. Wir neh­men das bei GRI sehr ernst. Ich freue mich sagen zu kön­nen, dass die neuen GRI Sus­taina­bi­lity Stan­dards (GRI Stan­dards) bis­her sehr gut ange­nom­men wur­den. Seit wir die GRI Stan­dards am 19. Okto­ber ein­ge­führt haben, wur­den diese bereits mehr als 26.000 Mal über den GRI Stan­dards Hub her­un­ter­ge­la­den. Außer­dem haben mehr als 1.200 Men­schen an einem der welt­weit durch­ge­führ­ten 13 Standards-​​Einführungsevents teil­ge­nom­men. Dar­über hin­aus sind für die­ses Jahr einige wei­tere Ein­füh­rungsevents geplant. Zusätz­lich haben mehr als 1.100 Men­schen bis­her an Webi­nars zu den neuen Ände­run­gen teil­ge­nom­men. Die über­wäl­ti­gende Mehr­heit des bis­he­ri­gen Feed­backs war positiv.

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Layman’s Report: Garantiert frei von Fachchinesisch

Für unseren Kunden Red Arrow haben wir das „CleanSmoke“-Verfahren in einem Laienbericht leicht verständlich aufbereitet. Der Bericht ist Vorgabe der EU, wenn Fördermittel zur Verfügung gestellt werden.


Von Andreas Severin

Wir alle ken­nen das: Wenn Exper­ten über ihr Fach spre­chen oder schrei­ben, stei­gen Laien schnell aus. Ist es eigent­lich ein Kul­tur­ge­setz, dass man tech­ni­sche Zusam­men­hänge oder Inno­va­tio­nen kaum noch beschrei­ben kann, ohne in unver­ständ­li­ches Fach­kau­der­welsch oder Techno-​​Sprech zu ver­fal­len? Paul Valéry wusste schon im 19. Jahr­hun­dert: „Was ein­fach ist, ist falsch, was kom­plex ist, ist nicht brauch­bar.“ Aber muss das für immer so blei­ben? Oder soll­ten wir bei allen tech­no­lo­gi­schen Fort­schrit­ten nicht auch in der Lage sein, die ver­mit­telnde Qua­li­tät unse­rer Spra­che wei­ter­zu­ent­wi­ckeln?
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Econ Awards 2015: Telekom im Edelmetallrausch


Von agenturadmin

Frei­tag­abend war es soweit. Die neun­ten Econ Awards sind ent­schie­den. Über 200 gela­dene Gäste wohn­ten in der ehe­ma­li­gen Bolle Meie­rei in Ber­lin der fest­li­chen Preis­ver­lei­hung bei. Die Jury des Econ Awards lüf­tete das Geheim­nis, wel­che Ein­rei­chun­gen es bei der Jury-​​Sitzung im Juni auf das Trepp­chen geschafft haben.
Mit den Econ Awards in Pla­tin, Gold, Sil­ber und Bronze sowie dem Spe­cial Award prä­miert der Econ Ver­lag in Zusam­men­ar­beit mit dem HANDELSBLATT seit 2007 her­aus­ra­gende Leis­tun­gen der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion. „Unser Ziel ist es, weg­wei­sende Leis­tun­gen aus­zu­zeich­nen, die zei­gen, was in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion alles mög­lich ist“, so Klaus Rai­ner Kirch­hoff, Vor­sit­zen­der der Jury und Her­aus­ge­ber des „Jahr­buchs der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion“.
Zum vier­ten Mal dabei auch crossrelations-​​Geschäftsführer Andreas Seve­rin. Als Jury­mit­glied ver­ant­wor­tet er die Kate­go­rie Nachhaltigkeits-​​/​CSR-​​Berichte. In die­sem Jahr kam ihm die ehren­volle Auf­gabe zu, neben sei­ner Kate­go­rie auch die Gewin­ner in der Kate­go­rie Geschäfts­be­richte zu prä­sen­tie­ren, da Freund und Jury­kol­lege Kae­van Gaz­dar ter­min­lich ver­hin­dert war.

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Voll vor die Wand

Wir haben unseren Redakteur und Automobilexperten Karsten Pohl einmal um eine Einordnung der aktuellen VW-Krise gebeten. Er hat sich nicht lange bitten lassen. Eine Empörung.


Von Karsten Pohl

Volkswagen Group Night ?On the Move", IAA Frankfurt 2015Erin­nert sich noch jemand an den Audi 5000? Diese auto­mo­bile Geschmacks­ver­ir­rung, die bei uns als Audi 200 fir­mierte, war Mitte der 1980er Jahre Audis Ver­such, auf dem US-​​amerikanischen Auto­markt Fuß zu fas­sen. Und, klingelt‘s nun? Moment mal, wer­den die Älte­ren unter uns jetzt viel­leicht sagen: Audi? USA? Da war doch was. Getrie­be­pro­bleme? Auf­fahr­un­fälle? Tote und Ver­letzte? Image-​​Totalschaden? Stimmt genau. Die kan­tige Kiste 5000 war in den USA in die Schlag­zei­len gefah­ren, weil sich das Vehi­kel selbst­tä­tig in Bewe­gung gesetzt und dadurch Unfälle pro­vo­ziert haben soll. Bos­hafte Natu­ren wer­den sagen, das waren Audis erste Schritte zum auto­no­men Fah­ren. War aber alles Blöd­sinn. Spä­ter kam her­aus, es war alles eine Medi­en­lüge, die Unfälle waren durch Bedie­nungs­feh­ler unfä­hi­ger Auto­fah­rer pas­siert. Und was machte Audi? Die taten so – und zwar zu Recht –, als wäre das alles Quatsch. Ex-​​Audi-​​Boss Fer­di­nand Piech nahm den gan­zen Auf­ruhr im sie­ges­si­che­ren Gefühl des Inge­nieurs, das ver­meint­lich beste Auto der Welt kon­stru­iert zu haben, gar nicht ernst und grinste nur. Audi machte ein­fach die Kun­den ver­ant­wort­lich. Das kam bei der ame­ri­ka­ni­schen Öffent­lich­keit aber gar nicht gut an. Die Absätze rausch­ten in den Kel­ler. Dass Audi am Ende von jeder Schuld frei­ge­spro­chen wurde, spielte da schon keine Rolle mehr. Der wirt­schaft­li­che Scha­den war bereits immens. Noch heute lei­det die Marke mit den vier Rin­gen unter den Vor­fäl­len und liegt beim Absatz in den USA hin­ter Mercedes-​​Benz und BMW zurück. So ein Desas­ter sollte nie wie­der pas­sie­ren, schwor Piech damals. Doch Geschichte wie­der­holt sich offen­bar doch. Und jetzt ist nicht nur Audi, son­dern gleich der ganze Mut­ter­kon­zern Volks­wa­gen dran. Nur wesent­lich schlim­mer. Wei­ter­le­sen →

Lohn für Mut und Qualität

Jurymitglied Andreas Severin mit Eindrücken von den ECON Awards 2014


Von Andreas Severin
ECON Awards 2014: Daimler CEO Dr. Zetsche, Handelsblatt Ressortleiter Unternehmen und der Leiter des Frankfurter Büros, Jens Koenen, crossrelations-Geschäftsführer Andreas Severin

ECON Awards 2014: Daim­ler CEO Dr. Zet­sche, Han­dels­blatt Res­sort­lei­ter Unter­neh­men, Wolf­gang Reu­ter sowie der Lei­ter des Frank­fur­ter Büros, Jens Koe­nen und crossrelations-​​Geschäftsführer Andreas Seve­rin © Tho­mas Rosenthal

Groß­ar­tige Fei­er­stim­mung bei der Ver­lei­hung der ECON Awards am Don­ners­tag­abend in Ber­lin. Ort des Gesche­hens war das Gebäude der Mana­ger­hoch­schule  „Euro­pean School of Manage­ment and Tech­no­logy“ (ESMT), vor­mals bes­ser bekannt als das ehe­ma­lige Staats­rats­ge­bäude der alten DDR.

Große Span­nung herrschte unter den Gäs­ten im Fest­saal der ESMT als unser Jury­vor­sit­zen­der, Klaus Rai­ner Kirch­hoff, die Preis­ver­lei­hungs­ze­re­mo­nie eröff­nete. Hier end­lich sollte bekannt­ge­ge­ben wer­den, für wel­che Ein­rei­chun­gen sich die Jury bei ihrem Tref­fen im Juni ent­schie­den hatte. Erfreu­li­cher­weise waren ganz offen­sicht­lich keine Ent­schei­dun­gen im Vor­feld durch­ge­si­ckert, so dass sich tat­säch­lich der ein oder andere Unter­neh­mens­ver­tre­ter ehr­lich über­rascht auf der Bühne wiederfand.

Höhe­punkt war natür­lich die Ehrung von Daimler-​​Chef Die­ter Zet­sche als „Per­sön­lich­keit des Jah­res“. Wer mit ihm spricht, merkt sehr schnell, dass er hier einen wür­di­gen Preis­trä­ger vor sich hat. Ganz und gar nicht die Art Top Mana­ger, die sich nur in abge­schirm­ter Dis­tanz sicher fühlt. Eher einer, der in der Begeg­nung schnell Ehr­furchts­bar­rie­ren über­win­det, auf alle direkt mit einem war­men Gruß zugeht und auf­merk­sam zuhö­ren kann. Wenige Minu­ten der per­sön­li­chen Begeg­nung rei­chen hier, um sich vor­stel­len zu kön­nen, wie die­ser Mann damals in der Krise des Unter­neh­mens für neues Ver­trauen und Zuver­sicht gesorgt hat.

Wer es bei den ein­ge­reich­ten Arbei­ten schließ­lich aufs Trepp­chen geschafft hat, das kann man ab sofort hier nach­le­sen. Zu mei­nen per­sön­li­chen High­lights der ande­ren Kate­go­rien gehö­ren klar die Guerilla-​​Kampagne „Goe­the goes Gue­rilla“ mit der das TECHNOSEUM Lan­des­mu­seum für Tech­nik und Arbeit in Mann­heim neuen Nach­wuchs für naturwissenschaftlich-​​technische Berufe gewor­ben hat (Gold). Außer­dem das wun­der­bar ein­fühl­sam und anspre­chend rea­li­sierte Maga­zin der Alli­anz Deutsch­land zum schwie­ri­gen Thema Demenz (Gold), sowie der „Insol­venz­krimi“ mit dem die Ulmer PLUTA Rechts­an­walts GmbH das Tabu­thema Insol­venz mit einer Film­story für jeden ver­ständ­lich erklärte. (Spe­cial Award) Wei­ter­le­sen →

Fehlpass ins Leere

Wie in Düsseldorf ein Versuch scheiterte, mit dem Profifußball über CSR zu reden


Von Andreas Severin

CSR_im_Staendehaus_01Unsere Lan­des­re­gie­rung in NRW ist wirk­lich zu loben, dass sie dem Thema CSR und Wirt­schaft große Auf­merk­sam­keit schenkt. Das grün-​​rote Tan­dem Svenja Schulze und Gar­relt Duin geben sich sicht­bar Mühe, den Dia­log mit der Wirt­schaft aus den Hin­ter­zim­mern der Aus­schüsse und Lob­by­is­ten her­aus und in die öffent­li­che Dis­kus­sion zu füh­ren. Der Kon­gress „Fort­schritt gestal­ten“ im ver­gan­ge­nen Dezem­ber war ein wich­ti­ges Zei­chen in Rich­tung Unter­neh­men und Bür­ger, dass ange­sichts schwie­ri­ger Zukunfts­fra­gen, Poli­tik mehr denn je der öffent­li­chen Rück­kopp­lung bedarf. Lei­der sind die Ange­bote nicht immer hin­rei­chend durch­dacht. War der Kon­gress zwar in den Arbeits­grup­pen hoch­wer­tig besetzt, fehlte es der Ver­an­stal­tung an einem über­zeu­gen­den Kon­zept den Dia­log zu struk­tu­rie­ren und Input in den wei­te­ren poli­ti­schen Pro­zess zu inte­grie­ren. Wei­ter­le­sen →

Das Imperium schlägt zurück!

Bericht vom deutschen GRI G4 Launch-Event in Frankfurt


Von Andreas Severin
Christine Koblun, GRI Launch Event G4

Chris­tine Kob­lun führte in die neuen Reporting-​​Guidelines ein

Groß war der Andrang beim deut­schen Launch-​​Event zur Ein­füh­rung in die vierte Gene­ra­tion (G4) der Gui­de­lines der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI). Über ein­hun­dert Teil­neh­mer waren der Ein­la­dung in den Esch­bor­ner „Cube“ der Deut­schen Börse AG gefolgt. Als am sel­ben Ort vor knapp drei Jah­ren eine Anhö­rung zur dama­li­gen Ent­wurfs­fas­sung der G4 statt­fand und noch kon­krete Ein­fluss­nahme auf die End­fas­sung mög­lich war, hat­ten sich gerade mal 30 Leute ein­ge­fun­den.
Der Wake-​​up Call erfolgte offen­bar am 22. Mai 2013 in Ams­ter­dam. Seit­dem an die­sem Tag die Vor­stel­lung der neuen Gui­de­lines erfolgte, ist es mit Ruhe und Ord­nung im deut­schen Reporting-​​Sprengel vor­bei. Wer­den wir uns im Ran­king hal­ten kön­nen? Müs­sen wir GRI viel­leicht auf­ge­ben? Reicht die Zeit, um uns auf den neuen Stan­dard aus­zu­rich­ten? Sol­che Fra­gen berei­ten man­chem Reporting-​​Verantwortlichen mitt­ler­weile schlaf­lose Nächte. Wei­ter­le­sen →

»Echte Liebe« und viel Edelmetall bei den ECON Awards 2013


Von Andreas Severin
Begehrte Trophäen - die ECON Awards

Begehrte Tro­phäen - die ECON Awards

Einen Tag bevor in Wies­ba­den der Deut­sche PR-​​Preis ver­ge­ben wurde, rich­tete die Bran­che bereits  ihre Auf­merk­sam­keit auf eine andere Preis­ver­lei­hung im ehr­wür­di­gen Ber­li­ner Hum­boldt Carré. Zum sieb­ten Mal wur­den dort am 24. Okto­ber her­aus­ra­gende Leis­tun­gen in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion mit dem Econ Award prä­miert. Platin-​​Auszeichnungen sicher­ten sich der Phar­mahänd­ler Cele­sio mit dem Geschäfts­be­richt 2012, Mit­tel­ständ­ler otto­bock mit der Inte­gra­tion der Paralym­pics in die Unter­neh­mens­kul­tur, und Por­sche mit sei­nem Pavil­lon Buch. Mit knapp 200 Gäs­ten war auch in die­sem Jahr die Gala-​​Teilnahme eng auf das Feld der Ein­rei­cher und Nomi­nier­ten beschränkt wor­den, obwohl auch in die­sem Jahr locker ein Viel­fa­ches an Kar­ten hätte ver­kauft wer­den kön­nen. Wei­ter­le­sen →

Global Reporting Initiative: G4 ante portas


Von Andreas Severin

Glo­bal Reporting Angst

Etwa 11.000 Unter­neh­men welt­weit ver­öf­fent­li­chen Nach­hal­tig­keits­be­richte, die sich am Bericht­er­stat­tungs­rah­men der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI) ori­en­tie­ren. Wir bei cross­re­la­ti­ons gehö­ren sogar zu den ers­ten, die schon im Jahr 2000 zusam­men mit dem Kun­den VAW alu­mi­nium den ers­ten an die­sem Stan­dard ange­lehn­ten Bericht in Deutsch­land ent­wi­ckelt hat­ten. Die anfäng­li­che Skep­sis der Unter­neh­men gegen­über  den „Gui­de­lines“ schlug bald schon um in eine gera­dezu selbst­ver­ständ­li­che Akzep­tanz. Hat­ten bis dahin die IÖW-​​Kriterien zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung noch gro­ßen Ein­fluss auf das Reporting (auch wenn das ungern ein­ge­stan­den wurde), schien es den Unter­neh­men leich­ter zu fal­len, die in einem welt­wei­ten Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess aus­ge­men­del­ten Indi­ka­to­ren­ka­ta­loge der GRI zu erfül­len. Vor allem fan­den diese welt­weit Aner­ken­nung. Und selbst wenn man sich die externe Vali­die­rung durch ein Prüf­ins­ti­tut sparte, konnte man immer noch zumin­dest eine „Assurance“-Bestätigung der GRI hin­ten in den Bericht pap­pen. Sah  irgend­wie auch aus wie ein Prüfsiegel.

Wenn am 22. Mai 2013 die Reporting-​​Community in Ams­ter­dam zusam­men­kommt, könnte die har­mo­ni­sierte Welt der Glo­bal Repor­ters ein paar Risse bekom­men. In einem zwei Jahre dau­ern­den Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess hat GRI welt­weit Ansätze für die Reform der Gui­de­lines dis­ku­tie­ren las­sen. Bis­her sind von der vier­ten Gene­ra­tion des Bericht­er­stat­tungs­rah­mens (G4) nur Eck­punkte bekannt, die als „G4 Expo­sure Draft“ in die „Public Com­ment Periods“ als Dis­kus­si­ons­grund­lage ein­ge­bracht wur­den. Erst in Ams­ter­dam wird offen­ge­legt wer­den, wel­che kon­kre­ten Ände­run­gen sich in den Richt­li­nien nie­der­schla­gen wer­den. Die Dis­kus­sio­nen, auch bei dem Mee­ting in Deutsch­land, an dem wir betei­ligt waren, las­sen Ände­run­gen in fol­gen­den Punk­ten erwarten:

  • G4 wird vor­aus­sicht­lich die “App­li­ca­tion Levels”  (A, B, C und Plus-​​Formen) abschaf­fen. Zu oft wur­den diese Levels in Berich­ten als eine Art Vali­die­rung insze­niert. Hinzu kommt, dass diese Selbst­ein­stu­fun­gen immer wie­der als Grad der Nach­hal­tig­keits­leis­tung inter­pre­tiert wur­den. Tat­säch­lich geben diese drei Buch­sta­ben nur einen Hin­weis auf den Umfang des dem Reporting zugrunde geleg­ten Indi­ka­to­ren­rah­mens. Der Nut­zen der Levels indes scheint bei nähe­rer Betrach­tung frag­wür­dig. Bis heute hat mir nie­mand plau­si­bel machen kön­nen, wel­chen Vor­teil ein nicht-​​validiertes „A“ gegen­über einem vali­dier­ten „B“ abseits einer Hand­voll von Nach­hal­tig­keits­ana­lys­ten brin­gen soll. Und für die Kos­ten einer Vali­die­rung las­sen sich locker zwei unva­li­dierte Berichte erstel­len… Soll­ten die App­li­ca­tion Levels jedoch tat­säch­lich abge­schafft wer­den, darf man gespannt sein, was den Unter­neh­men als Kom­pen­sa­tion für Ihre Kom­mu­ni­ka­tion ange­bo­ten wer­den wird.
  • G4 wird  den Fokus in Rich­tung Wert­schöp­fungs­kette ver­la­gern. Die mate­ri­elle Suche nach den wich­tigs­ten Aus­wir­kun­gen ent­lang die­ser Kette könnte sich bei kom­ple­xen Pro­duk­tio­nen als sys­te­ma­tisch schwie­ri­ges Unter­fan­gen erweisen.
  • G4 wird die Anzahl der Indi­ka­to­ren und Kenn­zah­len erhö­hen – von der­zeit maxi­mal 79 auf mehr als ein­hun­dert. In einer Phase, in der viele Unter­neh­men schon an ihre Gren­zen gera­ten, das GRI-​​Excel-​​Sheet mit die­sen Daten ein­mal im Jahr zu füt­tern, wird eine Aus­wei­tung des Daten­vo­lu­mens die Res­sour­cen man­cher­orts an ihre Gren­zen führen.
  • G4 ist zu sehr von dem Anspruch gelei­tet, auf dem Weg zur Inte­grier­ten Bericht­er­stat­tung (Geschäfts­be­richt plus Nach­hal­tig­keits­be­richt) mög­lichst viele eta­blierte Stan­dards ein­zu­be­zie­hen. Hier droht ein neues Tech­no­kra­ten­mons­trum zu ent­ste­hen. Völ­lig außer Blick gerät dabei der Leser, der (abseits der knapp 20 Ana­lys­ten), viel­leicht tat­säch­lich ein­fach nur ein Bild von der ethi­schen Ori­en­tie­rung, der Ver­ant­wor­tungs­pra­xis und Kul­tur des Unter­neh­mens erhal­ten möchte. Für die Kom­mu­ni­ka­tion der Unter­neh­men könnte ein sol­cher Bericht damit an Wert einbüßen.
  • Was einst das Ziel von GRI war, durch mehr Sub­stanz und Ver­gleich­bar­keit den Wert und die Aus­sa­ge­kraft der Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung zu ver­bes­sern und den Berich­ten zu mehr Ver­brei­tung und Akzep­tanz zu ver­hel­fen, könnte mit G4 emp­find­lich aus­ge­bremst wer­den. In der Ver­gan­gen­heit hat sich GRI bei Updates aller­dings sehr umsich­tig und prag­ma­tisch ver­hal­ten. Es bleibt für uns die Hoff­nung, dass den bis­he­ri­gen Stan­dards 3 bzw. 3.1 ein mög­lichst groß­zü­gi­ges Mora­to­rium ein­ge­räumt wird. In der Zeit könn­ten dann auch die Ambi­tio­nen von G4 an die Rea­li­tät ange­passt werden.