Alle Artikel zu Nachhaltigkeit und CSR

Fehlpass ins Leere

Wie in Düsseldorf ein Versuch scheiterte, mit dem Profifußball über CSR zu reden


Von Andreas Severin

CSR_im_Staendehaus_01Unsere Lan­des­re­gie­rung in NRW ist wirk­lich zu loben, dass sie dem Thema CSR und Wirt­schaft große Auf­merk­sam­keit schenkt. Das grün-​​rote Tan­dem Svenja Schulze und Gar­relt Duin geben sich sicht­bar Mühe, den Dia­log mit der Wirt­schaft aus den Hin­ter­zim­mern der Aus­schüsse und Lob­by­is­ten her­aus und in die öffent­li­che Dis­kus­sion zu füh­ren. Der Kon­gress „Fort­schritt gestal­ten“ im ver­gan­ge­nen Dezem­ber war ein wich­ti­ges Zei­chen in Rich­tung Unter­neh­men und Bür­ger, dass ange­sichts schwie­ri­ger Zukunfts­fra­gen, Poli­tik mehr denn je der öffent­li­chen Rück­kopp­lung bedarf. Lei­der sind die Ange­bote nicht immer hin­rei­chend durch­dacht. War der Kon­gress zwar in den Arbeits­grup­pen hoch­wer­tig besetzt, fehlte es der Ver­an­stal­tung an einem über­zeu­gen­den Kon­zept den Dia­log zu struk­tu­rie­ren und Input in den wei­te­ren poli­ti­schen Pro­zess zu inte­grie­ren. Wei­ter­le­sen →

Das Imperium schlägt zurück!

Bericht vom deutschen GRI G4 Launch-Event in Frankfurt


Von Andreas Severin
Christine Koblun, GRI Launch Event G4

Chris­tine Kob­lun führte in die neuen Reporting-​​Guidelines ein

Groß war der Andrang beim deut­schen Launch-​​Event zur Ein­füh­rung in die vierte Gene­ra­tion (G4) der Gui­de­lines der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI). Über ein­hun­dert Teil­neh­mer waren der Ein­la­dung in den Esch­bor­ner „Cube“ der Deut­schen Börse AG gefolgt. Als am sel­ben Ort vor knapp drei Jah­ren eine Anhö­rung zur dama­li­gen Ent­wurfs­fas­sung der G4 statt­fand und noch kon­krete Ein­fluss­nahme auf die End­fas­sung mög­lich war, hat­ten sich gerade mal 30 Leute ein­ge­fun­den.
Der Wake-​​up Call erfolgte offen­bar am 22. Mai 2013 in Ams­ter­dam. Seit­dem an die­sem Tag die Vor­stel­lung der neuen Gui­de­lines erfolgte, ist es mit Ruhe und Ord­nung im deut­schen Reporting-​​Sprengel vor­bei. Wer­den wir uns im Ran­king hal­ten kön­nen? Müs­sen wir GRI viel­leicht auf­ge­ben? Reicht die Zeit, um uns auf den neuen Stan­dard aus­zu­rich­ten? Sol­che Fra­gen berei­ten man­chem Reporting-​​Verantwortlichen mitt­ler­weile schlaf­lose Nächte. Wei­ter­le­sen →

»Echte Liebe« und viel Edelmetall bei den ECON Awards 2013


Von Andreas Severin
Begehrte Trophäen - die ECON Awards

Begehrte Tro­phäen - die ECON Awards

Einen Tag bevor in Wies­ba­den der Deut­sche PR-​​Preis ver­ge­ben wurde, rich­tete die Bran­che bereits  ihre Auf­merk­sam­keit auf eine andere Preis­ver­lei­hung im ehr­wür­di­gen Ber­li­ner Hum­boldt Carré. Zum sieb­ten Mal wur­den dort am 24. Okto­ber her­aus­ra­gende Leis­tun­gen in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion mit dem Econ Award prä­miert. Platin-​​Auszeichnungen sicher­ten sich der Phar­mahänd­ler Cele­sio mit dem Geschäfts­be­richt 2012, Mit­tel­ständ­ler otto­bock mit der Inte­gra­tion der Paralym­pics in die Unter­neh­mens­kul­tur, und Por­sche mit sei­nem Pavil­lon Buch. Mit knapp 200 Gäs­ten war auch in die­sem Jahr die Gala-​​Teilnahme eng auf das Feld der Ein­rei­cher und Nomi­nier­ten beschränkt wor­den, obwohl auch in die­sem Jahr locker ein Viel­fa­ches an Kar­ten hätte ver­kauft wer­den kön­nen. Wei­ter­le­sen →

trockenzeit - De’Longhi hilft und sucht Unterstützer


Von Jörg Middelkamp

Seit Tagen ste­hen tau­sende Häu­ser in den Flut­ge­bie­ten unter Was­ser. Sobald sich das Was­ser zurück­ge­zo­gen hat, müs­sen Decken, Wände und Fuß­bö­den schnells­tens wie­der getrock­net wer­den. Das weiß die De´Longhi Deutsch­land GmbH als größ­ter Anbie­ter von mobi­len Luft­ent­feuch­tern. Für sie haben wir die Initia­tive „Tro­cken­zeit“ ins Leben geru­fen: Als Initia­tor spen­det das Unter­neh­men 50 Geräte. Und weil De´Longhi weiß, dass Luft­ent­feuch­ter tem­po­rär zum Ein­satz kom­men, zum Bei­spiel bei einem Rohr­bruch oder nach dem Neu­bau, ruft diese Initia­tive Pri­vat­per­so­nen auf, eigene Geräte, die nicht mehr gebraucht wer­den, zu spen­den. Die gespen­de­ten Geräte wer­den kos­ten­frei vom Tro­cken­zeit­part­ner, dem Express-​​ und Paket­zu­stell­dienst UPS abge­holt und nach Regens­burg und Dres­den gebracht. Von dort ver­teilt sie der Arbeiter-​​Samariter-​​Bund (ASB) an die Betroffenen.

Doch warum Luft­ent­feuch­ter sam­meln? In den über­flu­te­ten Häu­sern ist schnelle Trock­nung das A und O. Durch die hohe Luft­feuch­tig­keit in den Räu­men besteht eine grö­ßere Infek­ti­ons­ge­fahr. Eine man­gelnde Trock­nung der Häu­ser kann zu Schim­mel­bil­dung an Wän­den, Türen und Möbel­stü­cken füh­ren. Schlimms­ten­falls kön­nen Stahl­kon­struk­tio­nen ros­ten, Holz fau­len oder sich ver­for­men sowie Beton und Mör­tel aus­ge­laugt wer­den. Damit wäre die Stand­si­cher­heit des Hau­ses gefähr­det. Luft­ent­feuch­ter hel­fen diese Fol­ge­schä­den zu verhindern.

Also, hel­fen Sie mit! Inter­es­sierte Spen­der fin­den alle Infor­ma­tio­nen zur Luftentfeuchter-​​Spende und der Abho­lung auf www.trockenzeit.org . Zudem unter­stüt­zen Sie uns bitte bei der Ver­brei­tung der Hilfs­ak­tion über Face­book: www.facebook.de/trockenzeit

Global Reporting Initiative: G4 ante portas


Von Andreas Severin

Glo­bal Reporting Angst

Etwa 11.000 Unter­neh­men welt­weit ver­öf­fent­li­chen Nach­hal­tig­keits­be­richte, die sich am Bericht­er­stat­tungs­rah­men der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI) ori­en­tie­ren. Wir bei cross­re­la­ti­ons gehö­ren sogar zu den ers­ten, die schon im Jahr 2000 zusam­men mit dem Kun­den VAW alu­mi­nium den ers­ten an die­sem Stan­dard ange­lehn­ten Bericht in Deutsch­land ent­wi­ckelt hat­ten. Die anfäng­li­che Skep­sis der Unter­neh­men gegen­über  den „Gui­de­lines“ schlug bald schon um in eine gera­dezu selbst­ver­ständ­li­che Akzep­tanz. Hat­ten bis dahin die IÖW-​​Kriterien zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung noch gro­ßen Ein­fluss auf das Reporting (auch wenn das ungern ein­ge­stan­den wurde), schien es den Unter­neh­men leich­ter zu fal­len, die in einem welt­wei­ten Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess aus­ge­men­del­ten Indi­ka­to­ren­ka­ta­loge der GRI zu erfül­len. Vor allem fan­den diese welt­weit Aner­ken­nung. Und selbst wenn man sich die externe Vali­die­rung durch ein Prüf­ins­ti­tut sparte, konnte man immer noch zumin­dest eine „Assurance“-Bestätigung der GRI hin­ten in den Bericht pap­pen. Sah  irgend­wie auch aus wie ein Prüfsiegel.

Wenn am 22. Mai 2013 die Reporting-​​Community in Ams­ter­dam zusam­men­kommt, könnte die har­mo­ni­sierte Welt der Glo­bal Repor­ters ein paar Risse bekom­men. In einem zwei Jahre dau­ern­den Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess hat GRI welt­weit Ansätze für die Reform der Gui­de­lines dis­ku­tie­ren las­sen. Bis­her sind von der vier­ten Gene­ra­tion des Bericht­er­stat­tungs­rah­mens (G4) nur Eck­punkte bekannt, die als „G4 Expo­sure Draft“ in die „Public Com­ment Periods“ als Dis­kus­si­ons­grund­lage ein­ge­bracht wur­den. Erst in Ams­ter­dam wird offen­ge­legt wer­den, wel­che kon­kre­ten Ände­run­gen sich in den Richt­li­nien nie­der­schla­gen wer­den. Die Dis­kus­sio­nen, auch bei dem Mee­ting in Deutsch­land, an dem wir betei­ligt waren, las­sen Ände­run­gen in fol­gen­den Punk­ten erwarten:

  • G4 wird vor­aus­sicht­lich die “App­li­ca­tion Levels”  (A, B, C und Plus-​​Formen) abschaf­fen. Zu oft wur­den diese Levels in Berich­ten als eine Art Vali­die­rung insze­niert. Hinzu kommt, dass diese Selbst­ein­stu­fun­gen immer wie­der als Grad der Nach­hal­tig­keits­leis­tung inter­pre­tiert wur­den. Tat­säch­lich geben diese drei Buch­sta­ben nur einen Hin­weis auf den Umfang des dem Reporting zugrunde geleg­ten Indi­ka­to­ren­rah­mens. Der Nut­zen der Levels indes scheint bei nähe­rer Betrach­tung frag­wür­dig. Bis heute hat mir nie­mand plau­si­bel machen kön­nen, wel­chen Vor­teil ein nicht-​​validiertes „A“ gegen­über einem vali­dier­ten „B“ abseits einer Hand­voll von Nach­hal­tig­keits­ana­lys­ten brin­gen soll. Und für die Kos­ten einer Vali­die­rung las­sen sich locker zwei unva­li­dierte Berichte erstel­len… Soll­ten die App­li­ca­tion Levels jedoch tat­säch­lich abge­schafft wer­den, darf man gespannt sein, was den Unter­neh­men als Kom­pen­sa­tion für Ihre Kom­mu­ni­ka­tion ange­bo­ten wer­den wird.
  • G4 wird  den Fokus in Rich­tung Wert­schöp­fungs­kette ver­la­gern. Die mate­ri­elle Suche nach den wich­tigs­ten Aus­wir­kun­gen ent­lang die­ser Kette könnte sich bei kom­ple­xen Pro­duk­tio­nen als sys­te­ma­tisch schwie­ri­ges Unter­fan­gen erweisen.
  • G4 wird die Anzahl der Indi­ka­to­ren und Kenn­zah­len erhö­hen – von der­zeit maxi­mal 79 auf mehr als ein­hun­dert. In einer Phase, in der viele Unter­neh­men schon an ihre Gren­zen gera­ten, das GRI-​​Excel-​​Sheet mit die­sen Daten ein­mal im Jahr zu füt­tern, wird eine Aus­wei­tung des Daten­vo­lu­mens die Res­sour­cen man­cher­orts an ihre Gren­zen führen.
  • G4 ist zu sehr von dem Anspruch gelei­tet, auf dem Weg zur Inte­grier­ten Bericht­er­stat­tung (Geschäfts­be­richt plus Nach­hal­tig­keits­be­richt) mög­lichst viele eta­blierte Stan­dards ein­zu­be­zie­hen. Hier droht ein neues Tech­no­kra­ten­mons­trum zu ent­ste­hen. Völ­lig außer Blick gerät dabei der Leser, der (abseits der knapp 20 Ana­lys­ten), viel­leicht tat­säch­lich ein­fach nur ein Bild von der ethi­schen Ori­en­tie­rung, der Ver­ant­wor­tungs­pra­xis und Kul­tur des Unter­neh­mens erhal­ten möchte. Für die Kom­mu­ni­ka­tion der Unter­neh­men könnte ein sol­cher Bericht damit an Wert einbüßen.
  • Was einst das Ziel von GRI war, durch mehr Sub­stanz und Ver­gleich­bar­keit den Wert und die Aus­sa­ge­kraft der Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung zu ver­bes­sern und den Berich­ten zu mehr Ver­brei­tung und Akzep­tanz zu ver­hel­fen, könnte mit G4 emp­find­lich aus­ge­bremst wer­den. In der Ver­gan­gen­heit hat sich GRI bei Updates aller­dings sehr umsich­tig und prag­ma­tisch ver­hal­ten. Es bleibt für uns die Hoff­nung, dass den bis­he­ri­gen Stan­dards 3 bzw. 3.1 ein mög­lichst groß­zü­gi­ges Mora­to­rium ein­ge­räumt wird. In der Zeit könn­ten dann auch die Ambi­tio­nen von G4 an die Rea­li­tät ange­passt werden.

crossrelations organisiert 8. Cofresco Forum Roundtable


Von Meike Mueller

Packa­ging avo­ids waste

Viele Kon­su­men­ten beur­tei­len Ver­pa­ckun­gen mit Blick auf das Müll­auf­kom­men kri­tisch. Tat­säch­lich kön­nen die rich­tige Ver­pa­ckung und Lage­rung von Lebens­mit­teln aller­dings in hohem Maße zur Redu­zie­rung von Haus­halts­ab­fäl­len bei­tra­gen. Hier­über dis­ku­tie­ren Exper­ten aus der Ver­pa­ckungs­bran­che beim dies­jäh­ri­gen Round Table des Cfresco Forums, der unter dem Motto „Packa­ging avo­ids waste – Ver­pa­ckung redu­ziert Lebens­mit­tel­ab­fälle“ am 18. April in Bre­mer­ha­ven statt­fin­det. Die Ver­an­stal­tung bie­tet einen umfas­sen­den Über­blick über den Stand der For­schung – und Ein­bli­cke in die Praxis:

Im Tech­ni­kum des ttz Bre­mer­ha­ven haben Teil­neh­mer die Mög­lich­keit, im Eigen­ver­such die Sen­so­rik von ver­schie­den gela­ger­ten fri­schen Lebens­mit­teln zu untersuchen.

Wie schon die ver­gan­ge­nen Auf­la­gen wird auch der mitt­ler­weile 8. Cofresco Forum Round Table von cross­re­la­ti­ons orga­ni­siert, vom Abste­cken des The­mas und der Inhalte über die Aus­wahl von Veranstaltungs­ort, Part­ner und Red­nern bis hin zur Durch­füh­rung vor Ort. Bereits seit 2001 arbei­tet die Agen­tur für das Cofresco Forum und betreut seit­her die Veranstaltungsreihe.

Wei­tere Infor­ma­tio­nen zum Round Table fin­den Sie auf der Web­site des Cofresco Forums unter www.cofresco-forum.de.

GRI: Auf dem Weg zur vierten Generation der Reporting-​​Guidelines


Von Andreas Severin

 2013 ist ein wich­ti­ges Jahr für die Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI) und alle Anwen­der des wich­tigs­ten Reporting­stan­dards für Nach­hal­tig­keits­be­richte. Im Mai näm­lich wird GRI im Rah­men der  Glo­bal Con­fe­rence on Sus­taina­bi­lity and Reporting die vierte Gene­ra­tion der Gui­de­lines vor­stel­len. Zwei Jahre welt­wei­ter Kon­sul­ta­tio­nen im Rah­men eines Multi-​​Stakeholder-​​Prozesses sind in die Über­ar­bei­tung des Richt­li­ni­en­ka­ta­logs ein­ge­flos­sen. Auch wir von cross­re­la­ti­ons haben uns als Orga­niza­tio­nal Sta­ke­hol­der (OS) im letz­ten deut­schen Public Com­ment Mee­ting in Frank­furt inten­siv an der Dis­kus­sion betei­ligt. Jetzt sind wir gespannt, wie die GRI-​​Gremien das Feed­back ver­ar­bei­ten. Wenig Wider­spruch in der Com­mu­nity dürf­ten die Bemü­hun­gen fin­den, in der Neu­fas­sung der Gui­de­lines Governance-​​Aspekte stär­ker zu berück­sich­ti­gen und die Aus­künfte zu den Aspek­ten der Manage­men­t­an­sätze zu ver­tie­fen. Auch die ins­ge­samt unüber­seh­ba­ren Bestre­bun­gen GRI mit ande­ren Sys­te­men zu ver­knüp­fen, tra­gen nicht nur der Rea­li­tät in den Unter­neh­men Rech­nung, son­dern sind unver­zicht­bare Schritte auf dem Weg zum Inte­grier­ten Bericht. Mehr kri­ti­sche Auf­merk­sam­keit wird die Dis­kus­sion zur mög­li­chen Abschaf­fung des App­li­ca­tion Level Labels erzeu­gen, nach­dem es hier eini­gen Miss­brauch gege­ben hat. Hier steht der Vor­schlag im Raum, nur noch „in accordance“-Bestätigungen kom­mu­ni­ka­tiv ver­wert­bar zu machen.

Immer wie­der erreicht uns die Frage, ob mit Ein­füh­rung von G4 sofort die neuen Anfor­de­run­gen in Kraft tre­ten. Dies ist nicht zu erwar­ten. Alleine für den Über­gang von Ver­sion 3 auf die heute gül­tige 3.1. wurde ein Über­gangs­zeit­raum von zwei Jah­ren ein­ge­räumt. Es wird erwar­tet, dass man im Rah­men des anste­hen­den appro­val pro­cess eine ebenso groß­zü­gige Rege­lung zur Ein­füh­rung von G4 tref­fen wird. Eine Reihe von Doku­men­ten gibt Ein­blick in den der­zei­ti­gen Stand der Vor­be­rei­tun­gen von G4. GRI Chief Exe­cu­tive Ernst Lig­te­rin­gen hat vor ein paar Tagen in einem Video­state­ment noch ein­mal die Bedeu­tung von G4 unter­stri­chen. Haben Sie Fra­gen zu den Gui­de­lines? Gerne dis­ku­tie­ren wir mit Ihnen die neuen Per­spek­ti­ven für Ihr Reporting.

Update 26.03.14: Link zu G4 Deve­lop­ments aktualisiert.

crossrelations fährt jetzt elektrisch


Von Andreas Severin

Action! Heute beginnt für uns eine neue Zeit­rech­nung. Aus den Hän­den von Andreas Alle­brod von Drive Car­sha­ring habe ich die Key­card für den super­schö­nen Opel Ampera ent­ge­gen­ge­nom­men, den ich ab heute für cross­re­la­ti­ons fah­ren werde. Gut, ich hätte mir nach soo vie­len Jah­ren an der Seite von VW nicht träu­men kön­nen, je in einen Opel zu stei­gen. Seit so vie­len Jah­ren  beschäf­ti­gen wir uns mit Autos und Nach­hal­tig­keit made in Ger­many. Und dann sitze ich aus­ge­rech­net  in einem ame­ri­ka­ni­schen Elektro-​​Serienauto. Aber die­ses Auto ist ein Knal­ler. Ein Cock­pit wie im Raum­schiff und ein ech­tes Sport­de­sign - ein ech­ter Hin­gu­cker. Und doch ein lupen­rei­nes Elek­tro­mo­bil. Der erste Fahrein­druck war über­ra­schend gut: hohe Fahr­dy­na­mik, anstän­dige Beschleu­ni­gung, gutes Fahr­werk und sehr über­sicht­lich zu fah­ren. Mor­gen geht’s zum ers­ten Mal an die Lade­säule. Mal sehen, wo die nächste ist. Werde in nächs­ter Zeit an die­ser Stelle über meine Fahr­er­leb­nisse berich­ten. Und wenn jemand mal eine Runde dre­hen will - bitte melden!

ECON Awards 2012


Von Andreas Severin
Mira Dahle

Mike Brau­ner und Mila Dahle von der TUI neh­men für den Nach­hal­tig­keits­be­richt 2011 den ECON Award in Sil­ber entgegen

Eine kleine Nach­be­trach­tung: Mein Debüt in der Jury des ECON-​​Awards hat rich­tig Spaß gemacht. War ich anfangs noch etwas skep­tisch, immer­hin sind neben dem Han­dels­blatt ein nam­haf­ter Ver­lag und das füh­rende Bera­tungs­un­ter­neh­men für Geschäfts­be­richte betei­ligt, hatte sich diese Sorge in der Jury­sit­zung im Juli schnell zer­streut. Dort fand ich mich in einer Runde wie­der, die sich nicht nur durch hohen Sach­ver­stand aus­zeich­nete, son­dern vor allem durch große Unab­hän­gig­keit und Offen­heit für andere Mei­nun­gen. Vor allem stimmte hier rundum die Che­mie. Pro­fes­sio­nelle Ernst­haf­tig­keit ging hier ein­her mit erfreu­lich kri­ti­scher Dis­tanz zu Effekt­ha­sche­rei und vor allem – einer guten Por­tion Humor.

Wer hier eine Ein­fluss­nahme des Jury-​​Vorsitzenden Kirch­hoff zuguns­ten eige­ner Pro­dukte erwar­tet, sei nach­hal­tig ent­täuscht. Nicht in einem ein­zi­gen Fall gab es einen Ver­such, das Jury-​​Votum zu „gestal­ten“. Klaus Rai­ner Kirch­hoff ist ohne Zwei­fel eine starke Per­sön­lich­keit, die sich nicht scheut – wie in der Gala zu ver­neh­men war – auch mal mit einem kan­ti­gen Stand­punkt zu pola­ri­sie­ren, sei es mit Kri­tik an der Regie­rungs­po­li­tik, an den Ban­ken oder ein­fach mit sei­ner Abnei­gung gegen den FC Bay­ern Mün­chen. Anders­herum hat der Mann eine Freude am fun­dier­ten Wider­spruch und dem inhalt­li­chen Dis­put. Nicht gerade der Typ, der sich mit Oppor­tu­nis­ten umgibt und in Har­mo­nie schwelgt. Da hieß es: Ring frei für die Argu­mente und Bewer­tun­gen der Juroren.

Es war schließ­lich ein gutes Gefühl, das „Line-​​up“ zur Preis­ver­lei­hung am Don­ners­tag­abend zu ver­fol­gen. In mei­ner Kate­go­rie der „CSR-​​ und Nach­hal­tig­keits­be­richte“ wur­den zu Recht alle ver­füg­ba­ren Preis­qua­li­tä­ten ver­ge­ben. (In fast allen Kate­go­rien hatte die Jury man­gels Qua­li­tät Mut zur Lücke bewie­sen und auf ein­zelne Preis­stu­fen ver­zich­tet.) Sogar bei Betrach­tung aller Ein­rei­chun­gen war fest­zu­stel­len, dass sich gut vier Fünf­tel der Berichte locker von den gän­gi­gen, an GRI ori­en­tier­ten Durch­schnitts­pro­duk­ten, nach oben abhe­ben konn­ten. Die Spit­zen­plat­zie­run­gen die­ser Kate­go­rie – Pla­tin für BMW, Gold für Bayer, Sil­ber für TUI, Bronze für den Flug­ha­fen Mün­chen und sogar einen Spe­cial Award für die Öster­rei­chi­schen Bun­des­bah­nen – mar­kie­ren sehr deut­lich, wohin die Reise geht: Volle Inte­gra­tion von Print-​​ und Onlin­ebe­richt­er­stat­tung las­sen für die Ziel­grup­pen kaum noch Wün­sche offen. Die Kon­tu­ren des Inte­gra­ted Reports, der Nachhaltigkeits-​​ und Geschäfts­be­richt­er­stat­tung zusam­men­führt, sind auch unter­halb eines welt­wei­ten Stan­dards schon gut erkenn­bar. Ansons­ten vor allem viel Sub­stanz. Nur bei den akti­ven Dia­log­an­ge­bo­ten und dem Umgang mit Rück­schlä­gen („Low­lights“) und kri­ti­schen The­men bleibt noch eini­ges Poten­zial für zuküns­tige Einreichungen.

In sei­nem Dank­wort sprach der Ver­tre­ter von Bayer sehr offen über das unge­liebte Baby der Kom­mu­ni­ka­tion, den Nach­hal­tig­keits­be­richt. Tat­säch­lich bie­tet ein sol­ches Pro­jekt für Kom­mu­ni­ka­to­ren in der Regel mehr Risi­ken und Umset­zungs­pro­bleme als echte Chan­cen, im Ergeb­nis für das Unter­neh­men mehr als einen Blu­men­topf zu gewin­nen. Umso erfreu­li­cher, dass sich immer wie­der Unter­neh­men mit Anspruch, neuen Kon­zep­ten und Res­sour­cen die­ser Her­aus­for­de­rung stel­len. Die­sen Mut hat der ECON Award am letz­ten Don­ners­tag weg­wei­send honoriert.

Und hier geht’s zu den Preis­trä­gern und Bil­dern des Abends.

Wer sich Preis­trä­ger und nomi­nierte Ein­rei­chun­gen näher anse­hen möchte, dem sei das kilo­schwere Jahr­buch Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion emp­foh­len. Neben einer anspruchs­vol­len Prä­sen­ta­tion aller Wett­be­werbs­bei­träge fin­det sich hier auch ein lesens­wer­ter Leit­ar­ti­kel der Jour­na­lis­tin und Nach­hal­tig­keits­ex­per­tin Susanne Ber­gius zur mög­li­chen Pflicht­be­richt­er­stat­tung im Bereich gesell­schaft­li­cher Verantwortung.

Erfolgreiche Premiere der Dortmunder E-​​Mobilitätstage

Netzwerken und Nutzen standen im Mittelpunkt


Von agenturadmin
Dortmund will unter anderem mit dem Projekt „ELMO“ Vorreiter für Elektromobilität in Deutschland sein. (Foto: Stadt Dortmund/Stefanie Kleemann)

Dort­mund will unter ande­rem mit dem Pro­jekt „ELMO“ Vor­rei­ter für Elek­tro­mo­bi­li­tät in Deutsch­land sein.
(Foto: Stadt Dortmund/​Stefanie Kleemann)

Zahl­rei­che Netz­werk­ver­an­stal­tun­gen und eine große E-​​Fahrzeugflotte auf dem Frie­dens­platz, die zu Pro­be­fahr­ten ein­lud: die Dort­mun­der E-​​Mobilitätstage fei­er­ten am 4. und 5. Sep­tem­ber erfolg­reich Pre­miere. Mit dem „Dia­log E“ hatte die Wirt­schafts­för­de­rung Dort­mund gemein­sam mit den Initia­ti­ven „Der Inno­va­ti­ons­stand­ort“ und „InDie Region­Ruhr“ Wirt­schaft und Wis­sen­schaft zum Aus­tausch ein­ge­la­den. „Nach einem etwas zähen Start macht Dort­mund einen guten Job“, hob Johan­nes Bau­er­dick, im NRW-​​Wirtschaftsministerium für Elek­tro­mo­bi­li­tät zustän­dig, in sei­ner Begrü­ßung her­vor. „Mitt­ler­weile ist Dort­mund eine Vor­zei­ge­stadt in Sachen E-​​Mobilität.“ Bau­er­dick betonte, dass Elek­tro­mo­bi­li­tät ein zen­tra­les  Anlie­gen der NRW-​​Landesregierung sei. „Im Rah­men des Mas­ter­plans Elek­tro­mo­bi­li­tät sind bis 2015 mehr als 100 Mil­lio­nen Euro im Haus­halt eingeplant.“

Auch Tho­mas Eller­kamp, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer der Wirt­schafts­för­de­rung, sieht Dort­mund wie auch das Ruhr­ge­biet ins­ge­samt auf einem guten Weg. „Wir sind mit erfolg­rei­chen Pro­duk­ten als Modell­re­gion erkenn­bar“, so Eller­kamp, der damit ins­be­son­dere auf zwei Pro­jekte abzielte: ELMO, das für „Elek­tro­mo­bile Urbane Wirt­schafts­ver­kehre“ steht und unter Feder­füh­rung des Fraun­ho­fer IML durch­ge­führt wird sowie „metro­pole E“, das pra­xis­ori­en­tiert den groß­flä­chi­gen Ein­satz von Elek­tro­fahr­zeu­gen in der Metro­pol­re­gion Ruhr erprobt. Bei­des sind soge­nannte „Leucht­turm­pro­jekte“ des Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums und wer­den von dort gefördert.

Wei­ter­hin ist Dort­mund Teil des „Green­Ci­ties“-Netz­werk, einer Initia­tive des Net­work of Auto­mo­tive Excel­lence (NoAE), die sich mit Mobi­li­täts­kon­zep­ten für den urba­nen Raum befasst. cross­re­la­ti­ons unter­stützt NoAE kom­mu­ni­ka­tiv und hatte u.a. die Medi­en­ar­beit, einen Marketing-​​Workshop und die Erstel­lung von Videos für den Inter­na­tio­na­len Pro­jekt­tag im April übernommen.

Leuchtpol – Energie und Umwelt neu erleben!

crossrelations unterstützt Nachhaltigkeitsprojekt im Kita-Bereich


Von agenturadmin
NRW Wissenschaftsministerin Svenja Schulze besuchte den Leuchtpol-Stand im ThyssenKrupp Ideenpark 2012 (Foto: Leuchtpol/  bildwerkeins - Paul Walther)

NRW Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Svenja Schulze besuchte den Leuchtpol-​​Stand im Thys­sen­Krupp Ide­en­park 2012 (Foto: Leuchtpol/​ bild­werkeins - Paul Walther)

Mit den Klei­nen Gro­ßes den­ken“ – so lau­tet das Motto von Leucht­pol. Als bun­des­weit größ­tes Bil­dungs­pro­jekt für Nach­hal­tig­keit hat Leucht­pol in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren gezeigt, wie nach­hal­ti­ges Den­ken und Han­deln bereits bei den Jüngs­ten ver­an­kert wer­den kann. In rund 4.000 Kitas – das ent­spricht 10 Pro­zent aller deut­schen Kin­der­ta­ge­stät­ten – wur­den Erzie­he­rin­nen und Erzie­her fort­ge­bil­det und Mate­ri­al­kis­ten für die Arbeit bereit­ge­stellt. Geför­dert wird Leucht­pol von der E.ON AG. Allei­nige Gesell­schaf­te­rin ist die Arbeits­ge­mein­schaft Natur-​​ und Umwelt­bil­dung Bun­des­ver­band e. V. (ANU). Für das päd­ago­gi­sche Kon­zept ist Leucht­pol ver­ant­wort­lich. Jetzt gibt die Leucht­pol gGmbH ihren ers­ten Nach­hal­tig­keits­be­richt her­aus. Die Pro­jekt­ge­sell­schaft will damit zei­gen, dass Nach­hal­tig­keit, spe­zi­ell Ener­gie und Umwelt, nicht nur ein Kern­thema des Pro­jekts ist, son­dern auch zu den Grund­sät­zen des eige­nen Han­delns zählt. Die Redak­tion für den Bericht hat cross­re­la­ti­ons übernommen.

Dar­über hin­aus zeich­net die Agen­tur für einen The­men­bei­le­ger für die „ew – das Maga­zin der Ener­gie­wirt­schaft“ ver­ant­wort­lich. Da die E.ON-Förderung zum Ende des Jah­res plan­mä­ßig aus­läuft, sol­len damit poten­zi­elle Spon­so­ren ange­spro­chen wer­den. Auch im Bereich Public Affairs wurde cross­re­la­ti­ons zuletzt aktiv: Wis­sen­schafts­mi­nis­te­rin Svenja Schulze kam am Akti­ons­stand auf dem­Thys­sen­Krupp Ide­en­park mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Leucht­pol und der E.ON AG zusam­men und ließ sich über das Pro­jekt berichten.

Wei­tere Infos zu Leucht­pol und den Mög­lich­kei­ten der För­de­rung unter www.leuchtpol.de oder zukunft@leuchtpol.de

Friends of Paragraph 47


Von Andreas Severin
Foto: Paul Bica/Flickr

Foto: Paul Bica/​Flickr

Über den Umwelt­gip­fel Rio+20 kann man wirk­lich nicht viel Gutes sagen. Zwan­zig Jahre nach dem wirk­lich weg­wei­sen­den Auf­takt der UNCED-​​Konferenz zu Nach­hal­tig­keit und Ent­wick­lung haben sich die Regie­ren­den außer­stande gezeigt, ihre Absich­ten in ver­bind­li­che Ziele und kon­krete Taten zu über­füh­ren. Viel­leicht waren die Erwar­tun­gen an diese Kon­fe­renz durch das runde Jubi­läum zu hoch gesteckt. Die Ent­täu­schung über die mage­ren Absichts­be­kun­dun­gen in der Erklä­rung „Die Zukunft, die wir wol­len“  ist bei allen, die hoffungs­voll nach Rio geblickt haben zum Grei­fen nahe. Wäre nur ein Bruch­teil der poli­ti­schen Ener­gie, die auf Ban­ken­ret­tung und Finanz­krise zum Ein­satz kommt, nach Rio geflos­sen, es hätte ein Gip­fel neuer Zuver­sicht wer­den können.

Wie schön, dass es nun immer noch Betei­lig­ten gelingt, die hei­ßen Fall­winde des Gip­fel­sturms als Rücken­wind für die eigene Sache zu deu­ten. Bei der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI) freut man sich wie Bolle, dass in Para­graf 47 die welt­weite Bedeu­tung von Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung unter­stri­chen und Regie­run­gen, UN und alle Sta­ke­hol­der auf­ge­for­dert wur­den, deren Kunde – mög­lichst auf Grund­lage beste­hen­der Richt­li­nien – bis in den hin­ters­ten Win­kel des geplag­ten Erd­balls zu tra­gen. Um der Freude orga­ni­sa­to­ri­schen Nach­druck zu ver­lei­hen, hat sich spon­tan aus dem Kreis der Teil­neh­mer aus Bra­si­lien, Däne­mark, Frank­reich und Süd­afrika eine „Gruppe der Freunde von Para­graf 47“ formiert.

Was nach Blues Bro­thers meet Juris­ten­tag klingt, ist durch­aus ernst gemeint.  Ziel der Gruppe ist es, Best Prac­tise im Sus­taina­bi­lity Reporting vor­an­zu­brin­gen, eine poli­ti­sche Road­map zu ent­wi­ckeln und Ent­wick­lungs­län­der mit den nöti­gen Reportin­gres­sour­cen zu ver­se­hen. Ange­sichts der ursprüng­li­chen Stakeholder-​​Ziele auf dem Weg nach Rio ist das eher beschei­den. Aber wie heißt es in der Poli­tik: Wenn du nicht mehr wei­ter weißt, gründe einen Arbeits­kreis. Am Tag nach der Ent­de­ckung des Got­tes­t­eil­chens fällt mir dazu nur ein: Die letzte Ant­wort auf alle Fra­gen ist 42 – nicht 47!