Warum rufen die mich nie an?“


Von agenturadmin

Hans Ley­en­de­cker von der Süd­deut­schen Zei­tung dis­ku­tierte am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag in der Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf mit crossrelations-​​Chef Andreas Seve­rin über das Thema „Wie viel Öffent­lich­keit braucht/​verträgt ein Unter­neh­men?“ Mit die­ser pro­mi­nent besetz­ten Ver­an­stal­tung machte die Düs­sel­dor­fer Aka­de­mie für Mar­ke­ting­kom­mu­ni­ka­tion (DAMK) den Auf­takt zum berufs­be­glei­ten­den Pra­xis­stu­dium Fach­wirt Public Relations.

Ley­en­de­cker, Deutsch­lands pro­fi­lier­tes­ter inves­ti­ga­ti­ver Jour­na­list, gab span­nende Ein­bli­cke in seine Recher­che­pra­xis und das Ver­hal­ten von Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­to­ren. Der Jour­na­list betonte die Not­wen­dig­keit einer fai­ren Vor­ge­hens­weise unter Beach­tung der jour­na­lis­ti­schen Sorg­falts­pflich­ten. So sei es von grund­le­gen­der Bedeu­tung, dass betrof­fene Unter­neh­men hin­rei­chend Gele­gen­heit zur Prü­fung und Beant­wor­tung einer Anfrage erhal­ten. Bei Unter­neh­men, die rund um die Uhr erreich­bar seien, könne man sehr kurze Fris­ten von nur weni­gen Stun­den set­zen. Seine Redak­tion gebe in der Regel gut andert­halb Tage für eine Rück­mel­dung auf einen Vorhalt.

Andreas Seve­rin wies auf die beson­dere Rolle des Fak­tors Zeit hin, der den Unter­neh­men in der Bear­bei­tung kri­ti­scher The­men zu schaf­fen mache. Ein­mal kon­fron­tiert mit einem kri­ti­schen Vor­halt, sei es auch für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­li­che in Unter­neh­men oft schwie­rig, intern hin­rei­chend zur Auf­klä­rung von Sach­ver­hal­ten zu gelan­gen oder auch nur Stel­lung­nah­men zu orga­ni­sie­ren. Dabei sei den Kom­mu­ni­ka­to­ren völ­lig klar, wie schwer es sei, einen fal­schen Vor­halt, wenn er erst von einem Leit­me­dium in Umlauf gebracht wurde, wie­der aus der Welt zu schaffen.

Eine viel grö­ßere Bedro­hung für Unter­neh­men als die seriös arbei­ten­den Qua­li­täts­me­dien seien jedoch Angriffe aus Blogs und ande­ren Online-​​Quellen, die sich nicht an das Pres­se­recht gebun­den sehen. Die hier­mit ver­bun­de­nen Risi­ken stell­ten Unter­neh­men vor große Her­aus­for­de­run­gen in der Beob­ach­tung des Webs und der Orga­ni­sa­tion von Bearbeitungsprozessen.

Eines erstaunte indes auch den erfah­re­nen Ent­hül­lungs­jour­na­lis­ten Ley­en­de­cker: Immer wie­der höre man von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­tern, die zu Sät­zen von vier-​​ bis fünf­tau­send Euro am Tag Unter­neh­men in Kri­sen­pha­sen unter­stüt­zen. “ Ich frage mich nur: Warum rufen die mich nie an? Ich rede doch mit allen.“ In knapp drei­ßig Jah­ren habe sich noch nie einer die­ser teu­ren Top-​​Consultants an ihn gewandt, um zur Auf­klä­rung eines Kon­flikts bei­zu­tra­gen. „Wofür wer­den die eigent­lich bezahlt?“

Ver­mut­lich wer­den die Bera­ter eher für die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sze­na­rien im Hin­ter­grund benö­tigt. Der direkte Kon­takt zu den Medien bleibt die Domäne des Pressechefs.“

In die­sem Punkt konnte auch Bera­ter Seve­rin nur spe­ku­lie­ren. „Ver­mut­lich wer­den die Bera­ter eher für die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sze­na­rien im Hin­ter­grund benö­tigt. Der direkte Kon­takt zu den Medien bleibt die Domäne des Pres­se­chefs.“ Alles in allem an die­sem Abend eine über­ra­schend ein­ver­nehm­li­che Ein­schät­zung der Bezie­hun­gen zwi­schen Medien und Unter­neh­mens­presse. Und auf alle Fälle ein moti­vie­ren­der Auf­takt für die anwe­sen­den Stu­die­ren­den des PR-​​Ausbildungsgangs.

Der Jour­na­list Michael S. Zer­ban hat anschlie­ßend für das Por­tal neu­deutsch noch ein Gespräch mit den bei­den Dis­ku­tan­ten über Unter­neh­mens­trans­pa­renz geführt.

Hier gibt es Infos zum Fach­wirt Public Rela­ti­ons.

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