Alle Artikel zu Issues Management

Wir lieben Lebensmittel? Nein, wir fürchten sie!

Warum die Erzeuger von Lebensmitteln mutiger kommunizieren müssen.


Von Andreas Severin

 

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Ein Plä­do­yer von Andreas Severin

Repor­ter des WDR bekom­men bri­san­tes Film­ma­te­rial zuge­spielt. Dar­auf ist zu sehen, wie Fleisch, das auf dem Boden liegt, auf­ge­nom­men und wie­der auf den Zer­le­ge­tisch gewor­fen wird. Die Jour­na­lis­ten wer­fen den Recher­cheap­pa­rat an und sto­ßen auf einen gro­ßen Geflü­gel­pro­du­zen­ten, der zu den Kun­den des Zer­le­ge­be­triebs gehört. Mit­ar­bei­ter bestä­ti­gen anonym die schmut­zige Pra­xis, ein Lebens­mit­tel­sach­ver­stän­di­ger bekräf­tigt deren Unzu­läs­sig­keit und schließ­lich fin­det sich noch ein Vete­ri­när­amt, das mit­teilt, dass diese Vor­würfe schon seit Mona­ten akten­kun­dig sind. Die Story ist jetzt rund, hält sich noch ein paar Tage in den Top-​​Nachrichten und die Repor­ter eilen zum nächs­ten Scoop. Zurück bleibt – Schaden.

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Prüfstand für den Ernstfall

Wie sich Lebensmittelproduzenten auf mögliche Produktkrisen vorbereiten


Von Jörn Becker
© pexel.com

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Hol­ger K. hat ein Pro­blem. Seit weni­gen Stun­den weiß sein Unter­neh­men, ein nie­der­säch­si­scher Wurst­pro­du­zent, von dem Ver­dacht, dass die Geflügel-​​Mettwurst des Unter­neh­mens mit Sal­mo­nel­len kon­ta­mi­niert sein könnte. Die Behör­den erwar­ten inner­halb von zwei Stun­den eine Stel­lung­nahme des Unter­neh­mens. Zusam­men mit dem eilig ein­be­ru­fe­nen Kri­sen­stab macht sich K. daran, über die mitt­ler­weile bekannte Char­gen­num­mer des Pro­duk­tes den Produktions-​​ und Lie­fer­weg nach­zu­voll­zie­hen. In der Vor­be­rei­tung eines mög­li­chen Pro­dukt­rück­ru­fes gilt es jetzt dring­lichst her­aus­zu­fin­den, ob sich noch Ware unter der Kon­trolle des Unter­neh­mens befin­det und gesperrt wer­den kann und der anste­hende Pro­dukt­rück­ruf somit regio­nal ein­ge­grenzt wer­den kann.

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Halb-​​sicher gibt es nicht!

Wie Unternehmen mit mangelhaften Produkten umgehen müssen


Von Heike Malinowski
© KWG Rechtsanwälte

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Höchste Pro­dukt­qua­li­tät zu jeder Zeit – ein Ziel, das wohl jedes Unter­neh­men anstrebt. Doch auch für den Fall eines Man­gels sollte sich ein Betrieb gut vor­be­rei­ten, um grö­ße­ren Scha­den abzu­wen­den. Im Inter­view erklärt Rechts­an­walt Dr. Mar­kus Grube von der Kanz­lei für Lebensmittel-​​ und Ver­brauchs­gü­ter­recht, KWG Rechts­an­wälte, wor­auf es im Ernst­fall ankommt.

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Menetekel Lebensmittelwarnung

Wie sich der Kommunikationsdruck auf die Produzenten von Lebensmitteln erhöht


Von Andreas Severin
© lebensmittelwarnung.eu

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148 Lebens­mit­tel wur­den 2016 zurück­ge­ru­fen - etwa 50 Pro­zent mehr als im Vor­jahr. Das geht aus Zah­len des Bun­des­amts für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (BVL) her­vor, die Ende März von der Funke-​​Gruppe ver­öf­fent­licht wurde. Das wäre eine signi­fi­kante, gut 50-​​prozentige Stei­ge­rung gegen­über den knapp 100 in 2015 zurück­ge­ru­fe­nen Lebensmitteln.

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Eingreifen, bevor die Emotionen hochkochen

Der Einsatz von Social Media Monitoring bei Lebensmittelkrisen


Von Nicole Grohs
© Cogia

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Lebens­mit­tel­kri­sen ent­wi­ckeln für Pro­du­zen­ten und den Han­del eine immer bedroh­li­chere und zuneh­mend schwe­rer zu kon­trol­lie­rende Eigen­dy­na­mik. Mit ein Grund hier­für sind die sozia­len Netz­werke, über die sich Nach­rich­ten heute rasan­ter denn je ver­brei­ten. Dabei bleibt es jedoch sel­ten bei den anfäng­li­chen Fak­ten. Fehl­in­for­ma­tio­nen, Gerüchte, Schuld­zu­wei­sun­gen amal­ga­mie­ren zu einem Nar­ra­tiv, dem nur noch schwer mit Fak­ten zu begeg­nen ist. Aus Sicht der Unter­neh­men gilt es daher, dro­hende The­ma­ti­sie­run­gen so früh zu erken­nen, dass über prä­ven­tive Maß­nah­men oder aktive Kri­sen­kom­mu­ni­ka­tion in die Aus­brei­tungs­dy­na­mik ein­ge­grif­fen wer­den kann. Doch dazu braucht es aktu­elle Infor­ma­tio­nen, die als Aus­gangs­punkt einer erfolg­rei­chen Inter­ven­tion die­nen kön­nen. Ein Social Media Moni­to­ring Tool, wie es Cogia intel­li­gence anbie­tet, kann dabei wert­volle Dienste leisten.

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Voll vor die Wand

Wir haben unseren Redakteur und Automobilexperten Karsten Pohl einmal um eine Einordnung der aktuellen VW-Krise gebeten. Er hat sich nicht lange bitten lassen. Eine Empörung.


Von Karsten Pohl

Volkswagen Group Night ?On the Move", IAA Frankfurt 2015Erin­nert sich noch jemand an den Audi 5000? Diese auto­mo­bile Geschmacks­ver­ir­rung, die bei uns als Audi 200 fir­mierte, war Mitte der 1980er Jahre Audis Ver­such, auf dem US-​​amerikanischen Auto­markt Fuß zu fas­sen. Und, klingelt‘s nun? Moment mal, wer­den die Älte­ren unter uns jetzt viel­leicht sagen: Audi? USA? Da war doch was. Getrie­be­pro­bleme? Auf­fahr­un­fälle? Tote und Ver­letzte? Image-​​Totalschaden? Stimmt genau. Die kan­tige Kiste 5000 war in den USA in die Schlag­zei­len gefah­ren, weil sich das Vehi­kel selbst­tä­tig in Bewe­gung gesetzt und dadurch Unfälle pro­vo­ziert haben soll. Bos­hafte Natu­ren wer­den sagen, das waren Audis erste Schritte zum auto­no­men Fah­ren. War aber alles Blöd­sinn. Spä­ter kam her­aus, es war alles eine Medi­en­lüge, die Unfälle waren durch Bedie­nungs­feh­ler unfä­hi­ger Auto­fah­rer pas­siert. Und was machte Audi? Die taten so – und zwar zu Recht –, als wäre das alles Quatsch. Ex-​​Audi-​​Boss Fer­di­nand Piech nahm den gan­zen Auf­ruhr im sie­ges­si­che­ren Gefühl des Inge­nieurs, das ver­meint­lich beste Auto der Welt kon­stru­iert zu haben, gar nicht ernst und grinste nur. Audi machte ein­fach die Kun­den ver­ant­wort­lich. Das kam bei der ame­ri­ka­ni­schen Öffent­lich­keit aber gar nicht gut an. Die Absätze rausch­ten in den Kel­ler. Dass Audi am Ende von jeder Schuld frei­ge­spro­chen wurde, spielte da schon keine Rolle mehr. Der wirt­schaft­li­che Scha­den war bereits immens. Noch heute lei­det die Marke mit den vier Rin­gen unter den Vor­fäl­len und liegt beim Absatz in den USA hin­ter Mercedes-​​Benz und BMW zurück. So ein Desas­ter sollte nie wie­der pas­sie­ren, schwor Piech damals. Doch Geschichte wie­der­holt sich offen­bar doch. Und jetzt ist nicht nur Audi, son­dern gleich der ganze Mut­ter­kon­zern Volks­wa­gen dran. Nur wesent­lich schlim­mer. Wei­ter­le­sen →

Global Reporting Initiative: G4 ante portas


Von Andreas Severin

Glo­bal Reporting Angst

Etwa 11.000 Unter­neh­men welt­weit ver­öf­fent­li­chen Nach­hal­tig­keits­be­richte, die sich am Bericht­er­stat­tungs­rah­men der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI) ori­en­tie­ren. Wir bei cross­re­la­ti­ons gehö­ren sogar zu den ers­ten, die schon im Jahr 2000 zusam­men mit dem Kun­den VAW alu­mi­nium den ers­ten an die­sem Stan­dard ange­lehn­ten Bericht in Deutsch­land ent­wi­ckelt hat­ten. Die anfäng­li­che Skep­sis der Unter­neh­men gegen­über  den „Gui­de­lines“ schlug bald schon um in eine gera­dezu selbst­ver­ständ­li­che Akzep­tanz. Hat­ten bis dahin die IÖW-​​Kriterien zur Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung noch gro­ßen Ein­fluss auf das Reporting (auch wenn das ungern ein­ge­stan­den wurde), schien es den Unter­neh­men leich­ter zu fal­len, die in einem welt­wei­ten Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess aus­ge­men­del­ten Indi­ka­to­ren­ka­ta­loge der GRI zu erfül­len. Vor allem fan­den diese welt­weit Aner­ken­nung. Und selbst wenn man sich die externe Vali­die­rung durch ein Prüf­ins­ti­tut sparte, konnte man immer noch zumin­dest eine „Assurance“-Bestätigung der GRI hin­ten in den Bericht pap­pen. Sah  irgend­wie auch aus wie ein Prüfsiegel.

Wenn am 22. Mai 2013 die Reporting-​​Community in Ams­ter­dam zusam­men­kommt, könnte die har­mo­ni­sierte Welt der Glo­bal Repor­ters ein paar Risse bekom­men. In einem zwei Jahre dau­ern­den Kon­sul­ta­ti­ons­pro­zess hat GRI welt­weit Ansätze für die Reform der Gui­de­lines dis­ku­tie­ren las­sen. Bis­her sind von der vier­ten Gene­ra­tion des Bericht­er­stat­tungs­rah­mens (G4) nur Eck­punkte bekannt, die als „G4 Expo­sure Draft“ in die „Public Com­ment Periods“ als Dis­kus­si­ons­grund­lage ein­ge­bracht wur­den. Erst in Ams­ter­dam wird offen­ge­legt wer­den, wel­che kon­kre­ten Ände­run­gen sich in den Richt­li­nien nie­der­schla­gen wer­den. Die Dis­kus­sio­nen, auch bei dem Mee­ting in Deutsch­land, an dem wir betei­ligt waren, las­sen Ände­run­gen in fol­gen­den Punk­ten erwarten:

  • G4 wird vor­aus­sicht­lich die “App­li­ca­tion Levels”  (A, B, C und Plus-​​Formen) abschaf­fen. Zu oft wur­den diese Levels in Berich­ten als eine Art Vali­die­rung insze­niert. Hinzu kommt, dass diese Selbst­ein­stu­fun­gen immer wie­der als Grad der Nach­hal­tig­keits­leis­tung inter­pre­tiert wur­den. Tat­säch­lich geben diese drei Buch­sta­ben nur einen Hin­weis auf den Umfang des dem Reporting zugrunde geleg­ten Indi­ka­to­ren­rah­mens. Der Nut­zen der Levels indes scheint bei nähe­rer Betrach­tung frag­wür­dig. Bis heute hat mir nie­mand plau­si­bel machen kön­nen, wel­chen Vor­teil ein nicht-​​validiertes „A“ gegen­über einem vali­dier­ten „B“ abseits einer Hand­voll von Nach­hal­tig­keits­ana­lys­ten brin­gen soll. Und für die Kos­ten einer Vali­die­rung las­sen sich locker zwei unva­li­dierte Berichte erstel­len… Soll­ten die App­li­ca­tion Levels jedoch tat­säch­lich abge­schafft wer­den, darf man gespannt sein, was den Unter­neh­men als Kom­pen­sa­tion für Ihre Kom­mu­ni­ka­tion ange­bo­ten wer­den wird.
  • G4 wird  den Fokus in Rich­tung Wert­schöp­fungs­kette ver­la­gern. Die mate­ri­elle Suche nach den wich­tigs­ten Aus­wir­kun­gen ent­lang die­ser Kette könnte sich bei kom­ple­xen Pro­duk­tio­nen als sys­te­ma­tisch schwie­ri­ges Unter­fan­gen erweisen.
  • G4 wird die Anzahl der Indi­ka­to­ren und Kenn­zah­len erhö­hen – von der­zeit maxi­mal 79 auf mehr als ein­hun­dert. In einer Phase, in der viele Unter­neh­men schon an ihre Gren­zen gera­ten, das GRI-​​Excel-​​Sheet mit die­sen Daten ein­mal im Jahr zu füt­tern, wird eine Aus­wei­tung des Daten­vo­lu­mens die Res­sour­cen man­cher­orts an ihre Gren­zen führen.
  • G4 ist zu sehr von dem Anspruch gelei­tet, auf dem Weg zur Inte­grier­ten Bericht­er­stat­tung (Geschäfts­be­richt plus Nach­hal­tig­keits­be­richt) mög­lichst viele eta­blierte Stan­dards ein­zu­be­zie­hen. Hier droht ein neues Tech­no­kra­ten­mons­trum zu ent­ste­hen. Völ­lig außer Blick gerät dabei der Leser, der (abseits der knapp 20 Ana­lys­ten), viel­leicht tat­säch­lich ein­fach nur ein Bild von der ethi­schen Ori­en­tie­rung, der Ver­ant­wor­tungs­pra­xis und Kul­tur des Unter­neh­mens erhal­ten möchte. Für die Kom­mu­ni­ka­tion der Unter­neh­men könnte ein sol­cher Bericht damit an Wert einbüßen.
  • Was einst das Ziel von GRI war, durch mehr Sub­stanz und Ver­gleich­bar­keit den Wert und die Aus­sa­ge­kraft der Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung zu ver­bes­sern und den Berich­ten zu mehr Ver­brei­tung und Akzep­tanz zu ver­hel­fen, könnte mit G4 emp­find­lich aus­ge­bremst wer­den. In der Ver­gan­gen­heit hat sich GRI bei Updates aller­dings sehr umsich­tig und prag­ma­tisch ver­hal­ten. Es bleibt für uns die Hoff­nung, dass den bis­he­ri­gen Stan­dards 3 bzw. 3.1 ein mög­lichst groß­zü­gi­ges Mora­to­rium ein­ge­räumt wird. In der Zeit könn­ten dann auch die Ambi­tio­nen von G4 an die Rea­li­tät ange­passt werden.

Effektiver in Twitter suchen


Von agenturadmin

Bes­ser fin­den mit Twitter

Jeder kennt das: Wenn man in Twit­ter etwas suchte, stieß man schnell an die Gren­zen der ange­bo­te­nen Such­funk­tion. Das hat sich mit Ein­füh­rung der ver­bes­ser­ten Suche im ver­gan­ge­nen Jahr deut­lich ver­än­dert. Die erwei­terte Suche lässt nicht nur Anfra­gen prä­zise ein­gren­zen und zum Bei­spiel Per­so­nen über das „Who to fol­low“ the­men­spe­zi­fisch ermit­teln. Mit den zahl­rei­chen Ope­ra­to­ren, die in der erwei­ter­ten Suche ange­wen­det wer­den kön­nen, ist ein leis­tungs­fä­hi­ges Fea­ture ent­stan­den, um Such­er­geb­nisse gezielt ein­gren­zen zu kön­nen. Phra­sen­su­che, Boo­le­sche „and“, „or“ und „not“ Ope­ra­to­ren, oder die Ein­gren­zung auf Hash­tags oder Spra­che, gehö­ren zur Grund­aus­stat­tung. Hin­zu­ge­kom­men sind aber auch personen-​​, orts-​​, und datums­be­zo­gene Ope­ra­to­ren. Damit las­sen sich Tweets, die von oder an bestimmte Per­so­nen sowie sol­che, auf die sich ein Tweet bezieht, auf­spü­ren. Rich­tig prak­tisch: Man kann jetzt im geo­gra­phi­sche Umkreis von belie­bi­gen Orten suchen las­sen oder eine Suche auf das Datum ein­gren­zen. Rich­tig nütz­lich wird das Fea­ture für den PR-​​Professional, wenn Suchen auf die Tona­li­tät der Tweets ein­ge­grenzt wer­den kön­nen, also dar­auf, ob ein Tweet Nega­ti­ves oder Posi­ti­ves zum Aus­druck bringt oder eine Frage auf­wirft. Mal aus­pro­bie­ren? Mr. Gad­get, ein Blog von Chris­toph Dern­bach, hat hierzu eine nütz­li­che Über­sicht zusam­men­ge­stellt. Viel Spaß beim Finden!

European Dairy Award und PriMax 2012 in Berlin verliehen


Von agenturadmin

Zufrie­dene Preis­trä­ger 2012

Für die Milch­wirt­schaft war der 22. Januar 2013 ein wich­ti­ger Tag. Im Rah­men der Ber­li­ner Grü­nen Woche wur­den die in der Bran­che begehr­ten jähr­li­chen Spit­zen­preise der DLG ver­ge­ben. Der Euro­pean Dairy Award und der Pri­Max gehö­ren zu den füh­ren­den Unter­neh­mens­aus­zeich­nun­gen der euro­päi­schen Milch­wirt­schaft. Die bei­den Preise wer­den nur an aus­ge­wählte Qua­li­täts­her­stel­ler von Milch­er­zeug­nis­sen ver­ge­ben, die in den jähr­lich statt­fin­den­den DLG-​​Lebensmitteltests mit her­vor­ra­gen­den Ergeb­nis­sen über­zeu­gen konnten.

crossrelations-​​Geschäftsführer Andreas Seve­rin war in die­sem Jahr ein­ge­la­den wor­den, vor der Preis­ver­lei­hung zu den aktu­el­len kom­mu­ni­ka­ti­ven Her­aus­for­de­run­gen der Lebens­mit­tel­bran­che zu spre­chen. Klar wurde auch hier­bei: Offen­heit, Trans­pa­renz und ein kla­res Bekennt­nis zur Pro­dukt­qua­li­tät sind die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen, Ver­trau­ens­kri­sen vorzubeugen.

Für die beste Gesamt­leis­tung in allen DLG-​​Qualitätsprüfungen für Milch­er­zeug­nisse wurde in die­sem Jahr das DMK Deut­sches Milch­kon­tor aus Ever­swin­kel mit dem Euro­pean Dairy Award aus­ge­zeich­net. Das her­vor­ra­gende Abschnei­den des Unter­neh­mens wird durch je einen Pri­Max für her­vor­ra­gende Qua­li­täts­pro­dukte im Gel­ben Sor­ti­ment (Käse und Frisch­käse) und im Wei­ßen Sor­ti­ment (Milch­er­zeug­nisse) unterstrichen.

Mit dem Pri­Max zeich­net das DLG-​​Testzentrum Lebens­mit­tel seit 1998 jähr­lich ins­ge­samt zehn deut­sche und aus­län­di­sche Unter­neh­men der Milch­bran­che aus. Die Fir­men­aus­zeich­nung wird an Spe­zia­lis­ten der Wei­ßen Linie (Milch­pro­dukte) und der Gel­ben Linie (Käse­pro­dukte) ver­ge­ben. Für ihre über­zeu­gende Pro­dukt­qua­li­tät im Wei­ßen Sor­ti­ment zeich­nete die DLG fol­gende Unter­neh­men aus: DMK Deut­sches Milch­kon­tor (Ever­swin­kel), Friesland-​​Campina Ger­many (Heil­bronn), Zott (Mer­tin­gen) sowie die öster­rei­chi­sche Mol­ke­rei Kärt­ner­milch und das däni­sche Unter­neh­men Arla Foods. Für ihren Qua­li­täts­auf­tritt in den DLG-​​Prüfungen der Gel­ben Linie erhiel­ten neben dem DMK Deut­sches Milch­kon­tor (Ever­swin­kel), die Kar­wen­del Werke (Buch­loe), Hoch­land (Hei­men­kir­chen) sowie Arla Foods (Däne­mark) und das nie­der­län­di­sche Unter­neh­men Fries­land­Cam­pina Cheese den renom­mier­ten Preis.

Das VIG birgt Risiken für Unternehmen und Behörden


Von Andreas Severin

Das neue Ver­brau­cher­in­for­ma­ti­ons­ge­setz (VIG) stößt auf Kri­tik, sowohl aus Rei­hen von Unter­neh­men wie auch Behör­den. Teil 2 der Blog-​​Reihe von cross­re­la­ti­ons infor­miert über die Risi­ken des Geset­zes für beide.

Das Infor­ma­ti­ons­in­ter­esse der Ver­brau­cher hat durch das VIG kla­ren Vor­rang vor dem Inter­esse der betrof­fe­nen Unter­neh­men erhal­ten, ihre Betriebs-​​ und Geschäfts­ge­heim­nisse geschützt zu sehen. Für diese eröff­nen sich viel­mehr unkal­ku­lier­bare Risi­ken, denn: Die von einer Behörde her­aus­ge­ge­be­nen Infor­ma­tio­nen müs­sen von die­ser nicht auf inhalt­li­che Rich­tig­keit hin abge­si­chert sein. Die Behörde muss ledig­lich „bekannte Hin­weise auf Zwei­fel an der Rich­tig­keit“ der Infor­ma­tio­nen mit­tei­len. Dadurch, dass künf­tig auch die Namen von Her­stel­lern öffent­lich bekannt­ge­ge­ben wer­den kön­nen, wenn das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren noch nicht abge­schlos­sen ist, erhöht sich die Gefahr von Fehlinformationen.

So zum Bei­spiel, wenn eine abschlie­ßende Labor­probe und deren Bewer­tung noch aus­ste­hen. „Behör­den müs­sen von sich aus über Rechts­ver­stöße berich­ten. Da gibt es kein Ermes­sen“, stellt Dr. Mar­kus Grube von Krell Wey­land Grube klar. „Ohne Wenn und Aber müs­sen bestimmte Tat­sa­chen, wie sie sich aus Sicht der Behörde dar­stel­len, ver­öf­fent­licht wer­den.“ Zwar wer­den Ver­brau­cher so einer­seits schnel­ler infor­miert, doch wer die Eigen­dy­na­mik von Skan­da­li­sie­run­gen und media­ler Ein­ord­nung kennt, weiß um die außer­or­dent­li­chen wirt­schaft­li­chen Risi­ken für Unter­neh­men, die mit einer sol­chen Pra­xis ver­bun­den sein können.

Unter­neh­men sind sich der Risi­ken, Opfer von Falsch­mel­dun­gen zu wer­den, durch­aus bewusst. Fälle wie „Bir­kel“ und „Cop­pen­rath & Wiese“ mar­kie­ren hier den worst case. Das neue Ver­brau­cher­in­for­ma­ti­ons­recht erhöht signi­fi­kant die Gefahr, eigene Pro­dukte oder den Unter­neh­mens­na­men kurz­fris­tig und ohne große Vor­war­nung öffent­lich unter Ver­dacht gestellt zu sehen. Unter­neh­men sind gut bera­ten, fortan die Nähe und den regel­mä­ßi­gen Aus­tausch mit Behör­den zu suchen.

Auch der Druck auf Behör­den erhöht sich

Was bedeu­ten die gesetz­li­chen Ände­run­gen des VIG für die betrof­fe­nen Behör­den? Es wird unver­meid­lich sein, dass in das behörd­li­che Han­deln eini­ges an Unsi­cher­heit und Ner­vo­si­tät ein­zie­hen wird. Die zustän­di­gen Behör­den wer­den vor­aus­sicht­lich einem zuneh­men­den Ressourcen-​​ und Offen­le­gungs­druck ausgesetzt:

  • Ver­brau­cher­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen und andere NGOs gehö­ren heute schon zu den Haupt­nut­zern des VIG. Sie wer­den Behör­den im gan­zen Land sys­te­ma­tisch unter Ver­öf­fent­li­chungs­druck set­zen. Glo­bale Anfra­gen und breite Pro­duktsor­ti­mente erzeu­gen heute schon eine hohe Kom­ple­xi­tät der betrof­fe­nen Verwaltungsverfahren.
  • Medien wer­den darum kon­kur­rie­ren, früh­zei­tig an behörd­li­che Erkennt­nisse zu gelan­gen. Inves­ti­ga­tive For­mate und Pro­du­zen­ten wer­den auf der Suche nach „Skan­da­len“ zuneh­mend im Behör­den­um­feld Wit­te­rung aufnehmen.
  • Die Neue­rung, bei mut­maß­li­chen Ver­stö­ßen gegen Hygie­ne­vor­schrif­ten oder Täu­schungs­schutz Behör­den zur Ver­öf­fent­li­chung zu ver­pflich­ten, sofern das zu erwar­tende Buß­geld 350 Euro über­steigt, wird vor­aus­sicht­lich einer ange­mes­se­nen Abwä­gung der Fol­gen entgegenstehen.

Im drit­ten und letz­ten Teil unse­rer Reihe zei­gen wir auf, wor­auf sich die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion mit Inkraft­tre­ten des neuen Rechts ein­zu­stel­len hat.

Da hauen wir doch besser mal ne Warnung raus!“

Wie das neue Verbraucherinformationsgesetz die Kommunikation von Unternehmen und Behörden auf die Probe stellt


Von Andreas Severin

Schnelle und umfas­sende Infor­ma­ti­ons­mög­lich­kei­ten über Pro­dukte und Sach­ver­halte – das ver­spricht das neue Ver­brau­cher­in­for­ma­ti­ons­ge­setz. Doch Behör­den, Ver­brau­cher­schutz­ver­bände und Unter­neh­men bli­cken mit Besorg­nis auf die Geset­zes­än­de­run­gen. cross­re­la­ti­ons infor­miert über die wich­tigs­ten Neue­run­gen, Risi­ken und Anfor­de­run­gen an die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion in einer Blog-​​Reihe.

Man­gelnde Trans­pa­renz: Die Poli­tik hat nun mit einer Stär­kung der Ver­brau­cher­in­for­ma­tion auf die jüngs­ten Lebens­mit­tel­skan­dale rea­giert.
(Foto: Flickr/​Mr. iMaax, cc)

Nach­dem am 1. Sep­tem­ber 2012 das neue Ver­brau­cher­in­for­ma­ti­ons­ge­setz (VIG) in Kraft getre­ten ist, sol­len sich Bür­ger noch schnel­ler und noch umfas­sen­der über Pro­dukte und Sach­ver­halte infor­mie­ren kön­nen als bis­lang. Bis­her hatte das Gesetz Ver­brau­chern Zugang zu behörd­li­chen Infor­ma­tio­nen über Lebens­mit­tel ermög­licht. Mit dem neuen Gesetz wird die­ser Zugang auf so gut wie alle Kon­sum­gü­ter aus­ge­wei­tet. Außer­dem sol­len Ver­brau­cher bei Behör­den künf­tig leich­ter in Erfah­rung brin­gen kön­nen, wenn bei­spiels­weise ein Lebens­mit­tel­her­stel­ler in der Ver­gan­gen­heit gegen Gesetze ver­sto­ßen hat oder die Hygie­ne­vor­schrif­ten nicht ein­ge­hal­ten wur­den. Auch wur­den im Zuge der Novel­lie­rung Kon­se­quen­zen aus den jüngs­ten Dioxin-​​Skandalen ver­ar­bei­tet, indem Behör­den nun ver­pflich­tet wer­den, Erkennt­nisse über Ver­stöße gegen Vor­schrif­ten und selbst vor­läu­fige Unter­su­chungs­er­geb­nisse zeit­nah zu ver­öf­fent­li­chen. Das angel­säch­si­sche Prin­zip des public right to know hält damit auch hier­zu­lande Ein­zug ins Verwaltungsrecht.

Auf den ers­ten Blick erscheint das neue VIG wie gute Nach­rich­ten für den Ver­brau­cher­schutz. Aber auch ein Ver­brau­cher­schutz­ge­setz kann sich als Mogel­pa­ckung erwei­sen. Vor allem dann, wenn es die Stär­kung des einen Grund­rechts mit der Beschnei­dung eines ande­ren erkauft. Doch dazu spä­ter mehr.

Die wich­tigs­ten Neue­run­gen im Überblick

Wer­fen wir kurz einen Blick auf die wich­tigs­ten Neuerungen:

  • Durch eine Ergän­zung des Lebensmittel-​​ und Fut­ter­mit­tel­ge­setz­bu­ches wer­den die Behör­den in Zukunft ver­pflich­tet sein, alle Rechts­ver­stöße durch Grenz­wert­über­schrei­tun­gen zu ver­öf­fent­li­chen. Auch sons­tige Ver­stöße – z.B. gegen Hygie­ne­vor­schrif­ten oder den Täu­schungs­schutz – müs­sen in Zukunft ver­öf­fent­licht wer­den, wenn ein Buß­geld von min­des­tens 350 Euro zu erwar­ten ist.
  • Die Anhö­rungs­ver­fah­ren bei der Betei­li­gung betrof­fe­ner Wirt­schafts­un­ter­neh­men und die Rege­lun­gen über Betriebs-​​ und Geschäfts­ge­heim­nisse wer­den „gestrafft“. In bestimm­ten Fäl­len kann von den zustän­di­gen Behör­den nun ganz von einer Anhö­rung abge­se­hen wer­den. Künf­tig gibt es einen form­lo­sen Infor­ma­ti­ons­an­spruch – auch eine Antrag­stel­lung per E-​​Mail oder Tele­fon ist möglich.
  • Der Geheim­nis­schutz der Betriebe wird wei­ter ein­ge­schränkt, so dass mehr Daten mit spe­zi­fi­schem Unter­neh­mens­be­zug ver­öf­fent­licht wer­den können.

 

Auch der Rechts­ex­perte Prof. Gerd Wey­land von Krell Wey­land Grube (KWG), einer der füh­ren­den auf Lebens­mit­tel­recht spe­zia­li­sier­ten Kanz­leien Deutsch­lands, bezwei­felt, dass das neue Gesetz mit dem europäischen-​​ und dem Ver­fas­sungs­recht kon­form ist: „Es ist bei Anfra­gen nach dem neuen Recht nicht mehr gewähr­leis­tet, dass die betrof­fe­nen Unter­neh­men ange­hört wer­den. Das kann zur Folge haben, dass völ­lig an dem Unter­neh­men vor­bei Infor­ma­tio­nen ins Inter­net oder in sons­tige Medien gelan­gen, die dann zu erheb­li­chen Schä­den bis hin zum Kon­kurs eines Unter­neh­mens füh­ren können.“

Warum das neue Ver­brau­cher­in­for­ma­ti­ons­recht auch Behör­den in eine schwie­rige Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wor­tung bringt, erfah­ren Sie im nächs­ten Teil unse­rer Reihe.

DLG-​​Lebensmitteltage diskutieren „Brennpunkt Lebensmittelkommunikation“


Von Andreas Severin

Wenn sich in die­sem Jahr am 17. und 18. Sep­tem­ber die Lebens­mit­tel­bran­che zu den 7. DLG-​​Lebensmitteltagen in Darm­stadt ein­fin­det, wer­den sich die rund 600 Ver­tre­ter aus For­schung und Pra­xis mit einem bri­san­ten Thema befas­sen: Im Mit­tel­punkt der zwei­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung ste­hen die zuneh­men­den The­ma­ti­sie­run­gen von Pro­dukt­kri­sen und Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung sowie das damit ver­bun­dene Kommunikationsverhalten.

Miss­trauen und Kon­flikte schei­nen zuse­hends die Bezie­hun­gen zwi­schen Ver­brau­chern und  Poli­tik einer­seits sowie den Pro­du­zen­ten und Händ­lern von Lebens­mit­teln ande­rer­seits zu belas­ten. Dabei ist allen klar: Wie kaum ein ande­res Gut benö­ti­gen Lebens­mit­tel und deren Her­stel­ler das Ver­trauen der Kunden.

Neue Anfor­de­run­gen an die Trans­pa­renz von Pro­dukt und Pro­duk­tion, die Repu­ta­tion des Unter­neh­mens hin­ter dem Pro­dukt und die Kon­fron­ta­tion mit Ver­brau­cher­or­ga­ni­sa­tio­nen set­zen die Lebens­mit­tel­wirt­schaft zuneh­mend unter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­druck. Wel­che Erwar­tun­gen haben Ver­brau­cher heute an Lebens­mit­tel und Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen? In wel­chem Maße tra­gen Inter­net­por­tale wie „Lebens­mit­tel­klar­heit und Wahr­heit“, das neue Ver­brau­cher­in­for­ma­ti­ons­recht und Clean-​​Label-​​Strategien zur Auf­klä­rung oder aber auch zur Ver­un­si­che­rung bei? Was müs­sen Unter­neh­men ler­nen, um dem kom­mu­ni­ka­ti­ven Druck, den Online-​​Kampagnen und das Social web erzeu­gen, stand­hal­ten zu können?

Eine Podi­ums­dis­kus­sion wird sich am 18. Sep­tem­ber 2012 ab 11 Uhr mit die­sen Fra­ge­stel­lun­gen befas­sen. Zur Ein­füh­rung wird Johan­nes Dorn für das Markt­for­schungs­in­sti­tut Rhein­gold Ein­bli­cke in die psy­cho­lo­gi­sche Funk­tion von Ver­trauen und Qua­li­täts­ver­spre­chen geben. Außer­dem wird Gün­ther Nes­sel von der Agen­tur taste die Ergeb­nisse der aktu­el­len DLG-​​Studie zu Lebens­mit­tel­kom­mu­ni­ka­tion und Ver­brau­cher­er­war­tun­gen vor­stel­len. Für cross­re­la­ti­ons wird Andreas Seve­rin zu der Dis­kus­sion bei­tra­gen und auf­zei­gen, wie sich Unter­neh­men mit der rich­ti­gen Hal­tung und einer pro­fes­sio­nel­len Sys­te­ma­tik auf die nächste Produkt-​​ oder Ver­trau­ens­krise vor­be­rei­ten können.