Und die Luft war durchzogen von Weihrauch

Wie sich unser Nachwuchstalent Johannes plötzlich auf dem Siegertreppchen von #30u30 wiederfand


Von agenturadmin

Am 16. April fei­erte die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bran­che in Deutsch­land so etwas wie ihren Geburts­tag. Nicht etwa weil sie ihren Ursprung am 16. April anno dazu­mal fand – es ging eher um die Natur der Sache. Wie beim Geburts­tag zele­brierte man das eigene Beste­hen und rühmte sich der Leis­tun­gen des ver­gan­ge­nen Jah­res. Mit­ten unter den Gra­tu­lan­ten und Geehr­ten, die hier meist in Per­so­nal­union an den fest­lich gedeck­ten Tischen saßen befand auch ich mich. Ich kann nicht leug­nen, dass man mich im Vor­feld der PR Report Awards und im Zusam­men­hang mit die­sen sicher­lich ein­mal das Wort „Selbst­be­weih­räu­che­rung“ hat sagen hören, doch jetzt wo ich sel­ber in den ein­drucks­vol­len Hal­len des ehe­ma­li­gen Ber­li­ner Heiz­kraft­wer­kes stand konnte ich eben­falls nicht leug­nen, dass ich mir recht bedeu­tungs­voll vor­kam, in mei­nem schwar­zen Anzug.

Die bekann­ten Gesich­ter der Bran­che fla­nier­ten in maß­ge­schnei­der­ten Smo­kings und edlen Abend­klei­dern an mir vor­bei, lie­ßen sich foto­gra­fie­ren, schlürf­ten Sekt und ver­ga­ßen dabei nicht sich – wenigs­tens kurz – mit ande­ren wich­ti­gen Leute aus­zu­tau­schen. Ob die Unter­hal­tun­gen genauso gehalt­voll waren wie die bis zum Rand gefüll­ten Sekt­glä­ser, die von den acht­sa­men Ser­vice­kräf­ten sofort nach der Lee­rung wie­der aus­ge­tauscht wur­den – ich weiß es nicht.

Gehalt­voll ging es in jedem Fall wei­ter. Mit aller­lei Kon­zep­ten und Kam­pa­gnen, die von dem etwas auf­ge­setz­ten aber sou­ve­rä­nen Ste­ven Gät­jen ange­kün­digt wur­den, der es sich nicht ver­knei­fen konnte dezent auf jeden Ver­spre­cher sei­ner Kol­le­gin Clau­dia Urbschat-​​Mingues, der deut­schen Syn­chron­stimme von Ange­lina Jolie hin­zu­wei­sen, die die nomi­nier­ten Kam­pa­gnen mit ihrer atem­be­rau­ben­den Stimme vor­stellte. Es dau­erte eine Zeit bis auch der letzte Preis für die nomi­nier­ten Kam­pa­gnen ver­ge­ben war und vor allem von der Gruppe derer gefei­ert und beklatscht wurde, die ihn gewon­nen hatte.

Doch dann kam irgend­wann auch mein gro­ßer Moment. Zusam­men mit den ande­ren 29 jun­gen Nach­wuchs­ta­len­ten der 30u30 Initia­tive stand ich nun auf der Bühne und blickte auf den Fest­saal, der wie es mir schien mit ehr­li­chem Applaus unsere Leis­tun­gen des ver­gan­ge­nen Monats belohnte, in dem wir jeweils in zweier Teams ein Kon­zept zur Digi­ta­li­sie­rung in Deutsch­land erar­bei­tet hat­ten. In die­sem Moment fiel es mir dann wie Schup­pen von den Augen: Ob es nun sinn­haft und begrün­det ist die eige­nen Leis­tun­gen zu fei­ern und sich selbst zu beweih­räu­chern wird in den Moment völ­lig belang­los wo ein applau­die­ren­der Fest­saal vol­ler Leute die schon da sind wo man sel­ber ein­mal hin möchte die eige­nen Mund­win­kel nach oben schiebt.

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