Social Media sind die moderne Form der Mundpropaganda“


Von agenturadmin

Von den Brü­dern Wil­liam und Charles Mayo im Jahr 1889 gegrün­det, hat sich die Mayo Cli­nic zu einer der welt­weit renom­mier­tes­ten und größ­ten Kli­ni­ken ent­wi­ckelt. Am Haupt­sitz Roches­ter in Min­ne­so­ta sowie in den Nie­der­las­sun­gen in Flo­ri­da und Ari­zo­na behan­deln rund 55.000 Mit­ar­bei­ter jähr­lich mehr als 500.000 Pati­en­ten. Für Lee Aase, Direk­tor des „Cen­ter for Soci­al Media“ an der Mayo Cli­nic, sind Soci­al Media wich­ti­ge Erfolgs­fak­to­ren für die Pati­en­ten­an­spra­che und -bin­dung.

War­um ent­schei­den sich Pati­en­ten für die Mayo­Cli­nic?

Wir haben uns in den ver­gan­ge­nen mehr als 100 Jah­ren einen her­vor­ra­gen­den Ruf erar­bei­tet. Des­halb kom­men die meis­ten Pati­en­ten auf Emp­feh­lung. Wir haben kaum Anzei­gen geschal­tet oder Mas­sen­me­di­en genutzt. Unse­re Pati­en­ten gehen mit den Erfah­run­gen, die sie hier machen, nach Hau­se und berich­ten ihrer Fami­lie oder Freun­den davon.

War­um set­zen Sie so sehr auf Soci­al Media?

Für mich ist das eine logi­sche Kon­se­quenz. Soci­al Media sind die moder­ne Form der Mund­pro­pa­gan­da. Etwa ein Vier­tel unse­rer Pati­en­ten kommt von weit her – sie rei­sen rund 800 Kilo­me­ter oder mehr zu uns. Fünf Pro­zent kom­men aus dem Aus­land. Wenn wir die alle mit Anzei­gen errei­chen woll­ten, wäre das unglaub­lich teu­er. Die Soci­al Media dage­gen geben uns die Mög­lich­keit, ihnen detail­lier­te Infor­ma­tio­nen anzu­bie­ten – und das zu sehr gerin­gen Kos­ten.

Wel­che Instru­men­te der Soci­al Media nut­zen Sie?

Wir set­zen vier Basis­In­stru­men­te sehr dif­fe­ren­ziert ein: Twit­ter für über 80.000 „Fol­lo­wer“ von Kurz­nach­rich­ten, Face­book als Netz­werk mit über 25.000 Kon­tak­ten und You­Tube für Vide­os mit detail­lier­te­ren Infor­ma­tio­nen. Meh­re­re Blogs ver­bin­den alle For­ma­te.

Spre­chen Sie damit nur Pati­en­ten an oder auch Medi­zi­ner?

Bei­de Grup­pen. Es gibt ein News­Blog für Medi­zi­ner, in dem sie die neu­es­ten For­schungs­er­geb­nis­se fin­den. Das ist natür­lich sehr wis­sen­schaft­lich. Für Pati­en­ten haben wir Blogs, in denen sie sich über bestimm­te The­men­ge­bie­te oder Krank­hei­ten infor­mie­ren kön­nen. Denn ein Groß­teil von ihnen kommt aus eige­nem Antrieb, nicht auf Emp­feh­lung des Arz­tes.

Blei­ben wir bei den Pati­en­ten: Auf You­Tube zeigt ein Video ein älte­res Paar, das in der Lob­by des Kran­ken­hau­ses Kla­vier spielt. Über 7,5 Mio. Men­schen haben das bis­lang ange­klickt. War das geplant oder nur ein glück­li­cher Zufall?

Wir haben ein Blog mit dem Namen „Sharing Mayo Cli­nic”, was so viel wie „Unse­re Mayo Cli­nic“ bedeu­tet. Dar­in ermög­li­chen Pati­en­ten und Mit­ar­bei­ter mit klei­nen emo­tio­na­len Geschich­ten einen Blick hin­ter die Kulis­sen. Genau das ist hier pas­siert. Das Video haben ande­re Pati­en­ten gemacht und ein­ge­stellt. Es ist also nichts, was wir geplant haben oder hät­ten pla­nen kön­nen. Aber durch die­se Platt­form wur­de es mög­lich.

Titelseite Klinikmarketing-Broschüre

Sie kön­nen die Bro­schüre „Leit­fa­den Kli­ni­mar­ke­ting“ kos­ten­los unter klinikmarketing@crossrelations.de bestel­len.

Eini­ge Stu­di­en in Deutsch­land besa­gen, dass Pati­en­ten die Qua­li­tät eines Kran­ken­hau­ses eher am Ser­vice als an der medi­zi­ni­schen Behand­lung fest­ma­chen. Trifft das auf die Mayo Cli­nic zu?

Das Beson­de­re an der Mayo Cli­nic ist, dass Pati­en­ten bei­spiels­wei­se am Mon­tag ohne exak­te Dia­gno­se zu uns kom­men und zwei Tage spä­ter schon ope­riert wer­den, weil wir so kurz­fris­tig ein Team von Spe­zia­lis­ten zusam­men­stel­len kön­nen. Ich den­ke, dass Pati­en­ten sehr wohl in der Lage sind, den Behand­lungs­er­folg zu beur­tei­len. Natür­lich spielt dabei auch eine Rol­le, ob alles gut orga­ni­siert und das Pfle­ge­per­so­nal für­sorg­lich und kom­pe­tent ist. Wie die Pati­en­ten die Qua­li­tät wahr­neh­men, ist uns sehr wich­tig – schließ­lich sind sie unse­re Kun­den.

Sie haben erst kürz­lich das „Glo­bal Soci­al Media Health Net­work“ ins Leben geru­fen, ein Netz­werk im Gesund­heits­we­sen. Was ist die Idee dahin­ter?

Wir sind der Über­zeu­gung, dass wir gemein­sam ler­nen kön­nen, wie wir bei der Anwen­dung der Soci­al Media im Gesund­heits­be­reich schnel­ler wei­ter­kom­men. Mit dem Netz­werk rich­ten wir uns an alle Orga­ni­sa­tio­nen, die Soci­al Media­An­wen­dun­gen nut­zen wol­len, um die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung zu ver­bes­sern, Krank­hei­ten zu bekämp­fen und die Gesund­heit zu för­dern. Gleich­zei­tig hal­ten wir Ange­bo­te für Pati­en­ten bereit, die ihnen hel­fen sol­len, die Soci­al Media mög­lichst effek­tiv zu nut­zen. Dabei sind wir auch sehr an einer Betei­li­gung deut­scher Kli­ni­ken an die­sem Netz­werk inter­es­siert.

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Lee Aase ist Direk­tor des „Mayo Cli­nic Cen­ter for Soci­al Media”. Neben all­ge­mei­ner Pres­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit ent­wi­ckeln er und sein Team ins­be­son­de­re Soci­al Media-Anwen­dun­gen für bestimm­te Sta­ke­hol­der­Grup­pen.

sharing.mayoclinic.org (pati­ents’ and employees’ blog)
socialmedia.mayoclinic.org (Cen­ter for Soci­al Media site)
Soci­al Media Health Net­work Update 27.03.14: Link aktua­li­siert

Leit­fa­den Kli­nik­mar­ke­ting“, der aktu­el­len Publi­ka­tion aus der cross­a­ca­de­my-​​Rei­he. Sie kön­nen die Bro­schüre kos­ten­los unter klinikmarketing@crossrelations.de

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