Das Imperium schlägt zurück!“ – Bericht vom deutschen GRI G4 Launch-​​Event in Frankfurt

Christine Koblun, GRI Launch Event G4

Chris­tine Kob­lun führte in die neuen Reporting-​​Guidelines ein

Groß war der Andrang beim deut­schen Launch-​​Event zur Ein­füh­rung in die vierte Gene­ra­tion (G4) der Gui­de­lines der Glo­bal Reporting Initia­tive (GRI). Über ein­hun­dert Teil­neh­mer waren der Ein­la­dung in den Esch­bor­ner „Cube“ der Deut­schen Börse AG gefolgt. Als am sel­ben Ort vor knapp drei Jah­ren eine Anhö­rung zur dama­li­gen Ent­wurfs­fas­sung der G4 statt­fand und noch kon­krete Ein­fluss­nahme auf die End­fas­sung mög­lich war, hat­ten sich gerade mal 30 Leute ein­ge­fun­den.
Der Wake-​​up Call erfolgte offen­bar am 22. Mai 2013 in Ams­ter­dam. Seit­dem an die­sem Tag die Vor­stel­lung der neuen Gui­de­lines erfolgte, ist es mit Ruhe und Ord­nung im deut­schen Reporting-​​Sprengel vor­bei. Wer­den wir uns im Ran­king hal­ten kön­nen? Müs­sen wir GRI viel­leicht auf­ge­ben? Reicht die Zeit, um uns auf den neuen Stan­dard aus­zu­rich­ten? Sol­che Fra­gen berei­ten man­chem Reporting-​​Verantwortlichen mitt­ler­weile schlaf­lose Nächte.

Für Chris­tine Kob­lun, Net­work Rela­ti­ons Coor­di­na­tor bei GRI,  muss die Ver­un­si­che­rung im Raum greif­bar gewe­sen sein. Allen war klar, dass dies nicht mehr die Stunde der Kri­tik oder Nach­bes­se­rung war. Jetzt ging es nur noch darum, G4 rich­tig zu ver­ste­hen und inter­pre­tie­ren zu kön­nen. Ein wenig so, wie man sich einem unbe­kann­ten Medi­ka­ment zunächst über den Bei­pack­zet­tel nähert, führte Frau Kob­lun das Audi­to­rium mit behut­sa­mer Stimme Schritt für Schritt durch die wich­tigs­ten Inhalte und Eck­punkte des G4-​​Katalogs. Und Frau Kob­lun war als Moti­va­to­rin gekom­men, um mit Geduld und Empa­thie die Ängste und Skep­sis gegen­über dem neuen Regel­ka­ta­log abzubauen.

Das Impe­rium schlägt zurück“, sagt - weni­ger ein­fühl­sam - Ralph Thurm. Er  muss es wis­sen. Es gibt wenige, die die Evo­lu­tion der Gui­de­lines so lange und so inten­siv beglei­tet haben. Der Nach­hal­tig­keits­be­ra­ter und Trai­ner konnte nicht nur in sei­ner Zeit als GRI COO genau­es­tens beob­ach­ten, wie sich Unter­neh­men auch abseits rea­ler Nachhaltigkeits-​​Performance auf ein effek­ti­ves Reporting ori­en­tier­ten. Das von Unter­neh­men ange­strebte App­li­ca­tion Level C, B, oder gar A  drohte zuneh­mend zu einer Frage des Abar­bei­tens einer Abha­kliste namens Con­tent Index zu wer­den. Echte Fort­schritte in der Nach­hal­tig­keits­ori­en­tie­rung droh­ten in die­sem Reporting-​​Regelkreis auf der Stre­cke zu bleiben.

Tat­säch­lich wird G4 einige lieb­ge­won­nene Pro­zesse im Reporting über den Hau­fen wer­fen und den Unter­neh­men eini­ges Kopf­zer­bre­chen berei­ten. Die Refe­ren­ten mach­ten noch ein­mal die wich­tigs­ten Her­aus­for­de­run­gen deutlich:

  • Der Sta­ke­hol­der­an­satz und -dia­log soll wesent­lich trans­pa­ren­ter wer­den. Zukünf­tig wird es nicht mehr aus­rei­chen, die wesent­li­chen Anspruchs­grup­pen auf­zu­zäh­len und all­ge­mein auf den „regel­mä­ßi­gen Aus­tausch“ zu  ver­wei­sen. Hier wird künf­tig ein metho­di­scher Ansatz nach­zu­wei­sen sein, Sta­ke­hol­der zu klas­si­fi­zie­ren und ihre Erwar­tun­gen und Stand­punkte stär­ker im Reporting abzu­bil­den. Eine zen­trale neue Her­aus­for­de­rung, in der das Know-​​how der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pro­fis im Unter­neh­men eine wich­tige Rolle spie­len kann.
  • Die Anfor­de­run­gen an die „Wesent­lich­keit“ der Bericht­er­stat­tung wer­den deut­lich aus­ge­wei­tet. Mehr als bis­her wer­den die Pro­zesse zur Eta­blie­rung von Berichts­in­hal­ten Beach­tung fin­den müs­sen. Der gefürch­te­ten Frage zur Bezie­hung zwi­schen Unter­neh­mens­stra­te­gie und Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie wird man künf­tig nicht mehr so leicht aus­wei­chen kön­nen. Berichts­gren­zen kön­nen nicht mehr will­kür­lich gezo­gen wer­den, son­dern müs­sen sich wie auch in der Dar­stel­lung von Manage­men­t­an­sät­zen (DMA) stär­ker an den „wesent­li­chen Aspek­ten“ orientieren.
  • Ein wesent­li­cher Prüf­punkt des Reportings wird bei G4 die Dar­stel­lung der Lie­fer­ket­ten­ak­ti­vi­tä­ten sein. Diese wer­den künf­tig in ver­schie­dens­ten Dimen­sio­nen aus­ge­leuch­tet wer­den. Das wird für zusätz­li­che Erschwer­nisse sor­gen, da vor allem klei­nere und mitt­lere Unter­neh­men in der Regel nicht über die erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen und Pro­zesse verfügen.
  • Indi­ka­to­ren wer­den in G4 „mehr­schich­ti­ger“ berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Um „in accor­dance“ zu sein, bedarf es künf­tig einer kon­se­quen­te­ren Berück­sich­ti­gung aller für die wesent­li­chen Aspekte rele­van­ter Indi­ka­to­ren. Das kann im Ein­zel­fall bedeu­ten, dass Kenn­zah­len her­an­ge­zo­gen wer­den müs­sen, um sowohl den Sta­tus quo, die hier­mit ver­bun­de­nen Aus­wir­kun­gen wie auch Lösungs­an­sätze zu beschreiben.

 

Ohne Zwei­fel wird sich ins­ge­samt die Kom­ple­xi­tät der Nach­hal­tig­keits­be­richt­er­stat­tung aus­wei­ten.  Große Unter­neh­men berei­ten sich hin­ter den Kulis­sen schon seit letz­tem Jahr mit Bera­tern inten­siv auf die Umstel­lung vor. Die Uhr dafür läuft. Denn nach dem 31.12.2015 kön­nen nur noch G4-​​Berichte ver­öf­fent­licht wer­den. Unter­neh­men sind also aktu­ell gut bera­ten, jetzt die Wei­chen zu stel­len und ent­we­der noch einen Bericht nach G3/3.1 zu erstel­len oder die Zeit zu nut­zen, um sich auf einen fun­dier­ten Ein­stieg in G4 vorzubereiten.

Es bleibt nun abzu­war­ten, inwie­weit bzw. wie schnell der neue Stan­dard sich durch­setzt. In Esch­born war unüber­seh­bar, dass die Szene noch ganz schön mit den neuen Gui­de­lines frem­delt. Die Wei­ter­ent­wick­lung des Rah­men­werks mag gut begrün­det sein. Har­mo­ni­sie­rung glo­ba­ler Stan­dards, Inte­grierte Bericht­er­stat­tung, eine effek­ti­vere Siche­rung der „Wesent­lich­keit“, aber auch ein bis­wei­len „krea­ti­ver“ Umgang mit dem GRI App­li­ca­tion Level haben diese Neu­fas­sung erfor­der­lich gemacht. Und doch ist auch die Zurück­hal­tung der Repor­ter ver­ständ­lich: Viele haben in ihren Unter­neh­men viel Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten müs­sen, um die not­wen­di­gen inter­nen Pro­zesse und Moni­to­rings und Res­sour­cen in den Geschäfts­plä­nen dau­er­haft zu ver­an­kern. Das GRI-​​Reporting ist selbst in manch gro­ßem Unter­neh­men noch eine zarte Pflanze, deren Über­le­ben nicht gesi­chert ist. Auch ange­sichts der welt­wei­ten Akzep­tanz des GRI-​​Standards sind selbst in den Indus­trie­staa­ten viele Unter­neh­men immer noch zurück­hal­tend in der Ver­öf­fent­li­chung von Nach­hal­tig­keits­be­rich­ten. Beson­ders kri­tisch: Bis heute kann GRI noch keine nen­nens­werte Prä­senz in KMUs vor­wei­sen. Die Gefahr ist groß, dass mit der Neu­fas­sung und „Insti­tu­tio­na­li­sie­rung“ der Gui­de­lines prak­tisch nur noch die Governance-​​Systeme der gro­ßen, bör­sen­no­tier­ten Kon­zerne adres­siert wird. In die­selbe Rich­tung wir­ken der­zeit poli­ti­sche Initia­ti­ven zur Pflicht­be­richt­er­stat­tung in der EU. Auch hier ist abseh­bar, dass nur noch Unter­neh­men, an denen ein „öffent­li­ches Inter­esse“ besteht, also Kon­zerne, im Fokus der Auf­merk­sam­keit ste­hen. Die meis­ten  mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men, von denen bekannt­lich die größte Markt­ge­stal­tung aus­geht, dro­hen hier in der Berichts­pra­xis abge­hängt oder schlicht­weg über­for­dert zu werden.

Unser Chef­re­dak­teur für Nach­hal­tig­keits­be­richte, Kars­ten Pohl, hat einen so inter­es­san­ten wie sub­ver­si­ven Gedan­ken auf­ge­wor­fen: Könnte es sein, dass Unter­neh­men, die schon nach GRI berich­ten, sich dem Übergang auf G4 ein­fach ver­wei­gern und wei­ter­hin nach G3.x berich­ten? Das könn­ten sie im Prin­zip auch nach dem 31.12.2015 tun, nur ohne das GRI-​​Label ver­wen­den zu kön­nen. Da es die App­li­ca­tion Level dann aber sowieso nicht mehr gibt, könnte die­ser Ver­lust zu ver­schmer­zen sein. Und als hoch­wer­ti­ges Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment würde der Bericht immer noch sei­nen wesent­li­chen Zweck erfüllen.

The Impe­rium strikes back“? Es bleibt abzu­war­ten, ob der jüngste Schuss der GRI nicht nach hin­ten losgeht.

Emp­feh­lun­gen zum Wei­ter­le­sen: Wer sich mit G4 ver­traut machen möchte, muss sich im Wesent­li­chen durch zwei Publi­ka­tio­nen arbei­ten. Wäh­rend in den „Reporting Prin­ci­ples and Stan­dard Dis­clo­sures“ (blau)  die all­ge­mei­nen sys­te­ma­ti­schen Grund­la­gen und Prin­zi­pien, aber auch die Kri­te­rien für „in accor­dance“ dar­ge­stellt wer­den, zeigt das „Imple­men­ta­tion Manual“ (orange) wie es prak­tisch von­stat­ten gehen soll. Beide Doku­mente fin­den sich zusam­men mit vie­len ande­ren hilf­rei­chen Ange­bo­ten auf den G4-​​Webseiten der GRI.

Seminar: Werbung mit Großereignissen am Beispiel der FIFA WM 2014

Werbung mit Großereignissen

Sport­li­che Groß­er­eig­nisse - Chance oder Risiko?

Ein schö­nes Bild macht der­zeit im Inter­net die Runde. Dar­auf zu sehen, sind zwei schnit­tige Audis und dar­über das bei der Eröff­nungs­feier in Sot­chi ver­un­glückte Olympia-​​Logo mit dem geschlos­se­nen fünf­ten Ring. Dar­un­ter ist zu lesen: „„When four Rings is all you need.“ Wäh­rend die einen dem krea­ti­ven Coup zuju­bel­ten und bedau­er­ten, dass Audi selbst nicht auf diese Idee gekom­men sei, urteil­ten andere skep­ti­scher. Das IOC habe die Nut­zung sei­nes Mar­ken­zei­chens näm­lich strikt gere­gelt und gehe recht­lich gegen die Ver­let­zung sei­ner Urhe­ber­rechte kon­se­quent vor, warn­ten vor­sich­ti­gere Zeitgenossen.

Aber was ist nun mög­lich? Immer wie­der stellt sich die Frage, inwie­weit Groß­er­eig­nisse im Rah­men der Pro­dukt­kom­mu­ni­ka­tion auf­ge­grif­fen wer­den dür­fen. Die nam­hafte Anwalts­kanz­lei Krell Wey­land Grube bie­tet hierzu nun im Rah­men der KWG Aka­de­mie am 14.3.2014 in Gum­mers­bach ein für alle Kommunikations-​​ und Mar­ke­ting­ver­ant­wort­li­chen span­nen­des und hilf­rei­ches Semi­nar zum Thema „Wer­bung mit Groß­er­eig­nis­sen“ an.

Am Bespiel der Fußball-​​WM 2014 wird auf­ge­zeigt,  wie auch „Nicht-​​Sponsoren“ sich rechts­si­cher auf die­ses sport­li­che Groß­er­eig­nis bezie­hen dür­fen. Zur Spra­che kom­men sol­len aber auch die all­ge­mei­nen Grund­züge des Wettbewerbs-​​, Marken-​​ und Verfahrensrechts.

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Holen Sie sich Kompetenz ins Haus“ - Prof. Foit zum Fachkräftemangel in Kliniken

Kli­ni­ken sind durch den Fach­kräf­te­man­gel zuneh­mend vom Sta­ti­ons­in­farkt bedroht. 2015 blei­ben bis zu 175.000 Stel­len für medi­zi­ni­sche Fach­kräfte unbe­setzt. Der Wett­be­werb um die bes­ten Köpfe ist in vol­lem Gange. Dabei ist klar: Nicht die Arbeit­neh­mer sind in der Bring­schuld - viel­mehr müs­sen die Arbeit­ge­ber die Fach­kräfte über­zeu­gen, die beste Wahl zu sein. cross­re­la­ti­ons sprach mit Prof. Dr. Otto Foit, lang­jäh­ri­ger Geschäfts­füh­rer des Herz-​​ und Dia­be­tes­zen­trums NRW in Bad Oeyn­hau­sen, über die Rele­vanz der Arbeit­ge­be­rat­trak­ti­vi­tät, um im Wett­be­werb der Kran­ken­häu­ser beste­hen zu kön­nen. Foit hat die Kli­nik in Bad Oeyn­hau­sen zum größ­ten Herz­zen­trum Euro­pas entwickelt.

 

Prof. Dr. Otto Foit

Prof. Dr. Otto Foit

Herr Pro­fes­sor Foit. Eine Kli­nik in Nagold muss eine ganze Abtei­lung wegen Per­so­nal­man­gels schlie­ßen. Ein Ein­zel­fall oder bald die Regel in unse­rem Gesundheitswesen?

Foit: Das Bei­spiel ist kein Ein­zel­fall. Viel­mehr erle­ben immer häu­fi­ger Kli­ni­ken eine Art „Sta­ti­ons­in­farkt“, wenn auf­grund von Per­so­nal­knapp­heit Über­las­tungs­si­tua­tio­nen ein­tre­ten, die zu wei­te­ren Per­so­nal­aus­fäl­len füh­ren. Alle Akteure wis­sen um die Eng­pässe, aber an durch­grei­fen­den Kon­zep­ten und Maß­nah­men zur Schaf­fung von per­so­nel­ler Zukunfts­fä­hig­keit in unse­ren Hos­pi­tä­lern fehlt es. Wenn klar ist, dass wir uns auf einen zuneh­men­den Fach­kräf­te­man­gel ein­stel­len müs­sen, der laut Unter­neh­mens­be­ra­tung Roland Ber­ger bereits im Jahre 2015 die Anzahl von 175.000 Ärzten und Pfle­ge­kräf­ten in deut­schen Kran­ken­häu­sern erreicht, dann ist es höchste Zeit, unver­züg­lich wirk­same Stra­te­gien zu ent­wi­ckeln, damit man aus­rei­chend Per­so­nal akqui­rie­ren und dau­er­haft bin­den kann.

Geringe Bezah­lung und hohe Arbeits­be­las­tung machen die Arbeit in Kli­ni­ken nicht gerade zum Traum­be­ruf für junge Men­schen und gut aus­ge­bil­dete Fach­kräfte. Was kann eine Kli­nik tun, um sich für Mit­ar­bei­ter und Bewer­ber inter­es­sant zu machen?

Foit: Der Wohl­fühl­fak­tor muss stim­men. Warum dem in vie­len Kli­ni­ken so wenig Beach­tung geschenkt oder er gar als unver­än­der­lich ange­se­hen wird, ist mir ein Rät­sel. Warum soll ein Kli­nik­be­trei­ber es nicht schaf­fen, die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter täg­lich für ihren Arbeits­platz zu begeis­tern. Es müs­sen doch nur deren grund­le­gende Bedürf­nisse etwa nach Wert­schät­zung, beruf­li­chen Entwicklungs-​​, Qualifizierungs-​​ und Par­ti­zi­pa­ti­ons­mög­lich­kei­ten, Sicher­heit und sozia­len Bin­dun­gen auf­ge­grif­fen wer­den. Wenn dar­über hin­aus Work-​​Life-​​Balance-​​Angebote beste­hen, ist eine her­vor­ra­gende Basis für eine hohe Iden­ti­fi­ka­tion mit dem Kran­ken­haus geschaf­fen. Wer auf diese Weise die Bedürf­nisse der Men­schen, die im Kran­ken­haus arbei­ten und dort sehr ver­ant­wor­tungs­volle Auf­ga­ben wahr­neh­men sol­len, ernst nimmt, wird kein Drama bei der Per­so­nal­ak­qui­si­tion und –bin­dung erle­ben. Ganz gleich, ob das Kran­ken­haus in Ober­am­mer­gau oder Flens­burg ange­sie­delt ist.

Um die wirt­schaft­li­che Situa­tion zu opti­mie­ren zie­hen die Kli­ni­ken alle Regis­ter. Maxi­mie­rung der Fall­zah­len, Ver­dich­tung der Personal-​​Einsatzpläne, um nur einige Punkte zu nen­nen. Ver­liert die Arbeit in Kli­ni­ken und am Pati­en­ten an Attraktivität?

Foit: Es ver­geht sel­ten ein Tag, an dem wir im Fern­se­hen nicht eine Kli­nik prä­sen­tiert bekom­men, die nach den genann­ten Prin­zi­pien arbei­tet. Jedoch hat eine Unter­neh­mens­stra­te­gie, die dau­er­haft auf Qua­li­tät und die Zufrie­den­heit von Beschäf­tig­ten und Pati­en­ten setzt, mei­ner Ansicht nach die bes­se­ren Erfolgs­aus­sich­ten; denn hohe Moti­va­tion der Beschäf­tig­ten erzeugt bei ihnen Initia­tive, Ein­brin­gung und Enga­ge­ment mit der Folge einer Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung. Die wie­derum führt zu Wett­be­werbs­vor­tei­len und einer Ver­bes­se­rung der Markt­stel­lung des Kli­ni­kums. Eine Stra­te­gie „bes­ser sein als andere“ in medi­zi­ni­scher und pfle­ge­ri­scher Hin­sicht wie auch im Ambi­ente wird die Ren­ta­bi­li­tät – auch ohne das Per­so­nal zu „knech­ten“ -  aus­rei­chend erhö­hen, um akzep­ta­ble Gehäl­ter zah­len und aus­rei­chend Per­so­nal ein­stel­len zu können.

Gute Fach­kräfte ken­nen Ihren Wert, und Werte wie Work-​​Life-​​Balance oder Selbst­ver­wirk­li­chung sind genauso wich­tig wie die Ver­gü­tung. Mit wel­chen Maß­nah­men kann eine Kli­nik Ihre Vor­züge als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber herausstellen?

Foit: Am über­zeu­gends­ten ist wahr­schein­lich die Mund zu Mund Pro­pa­ganda der Kli­nik­be­schäf­tig­ten, wenn sie im Kreise exter­ner Kol­le­gen glaub­wür­dig aus ihrem inter­es­san­ten Arbeits­le­ben erzäh­len. Dies beruht in gut geführ­ten Kli­ni­ken stets auf den die  Unternehmens-​​ und Füh­rungs­kul­tur prä­gen­den Grund­sät­zen, die in der Unter­neh­mens­phi­lo­so­phie, in Unter­neh­mens­sta­tu­ten oder in einem Leit­bild fest­ge­legt sind. Die­ses Fun­da­ment, berei­chert um das gesamte Instru­men­ta­rium der arbeit­neh­mer­freund­li­chen Ange­bote, ist kon­ti­nu­ier­lich zu ver­mit­teln. Fach­ver­an­stal­tun­gen, Vor­träge vor Besu­cher­grup­pen, Pres­se­mit­tei­lun­gen, Image­bro­schü­ren, Kran­ken­haus­zei­tun­gen, aus­sa­ge­kräf­tige Inter­net­prä­sen­ta­tio­nen und die Sozia­len Medien sind nur ein paar Bei­spiele von Instru­men­ten, die wir­kungs­voll zu Zwe­cken der posi­ti­ven Arbeit­ge­ber­dar­stel­lung genutzt wer­den können.

Fach­kräfte sind wäh­le­risch, gut infor­miert und recher­chie­ren in der Regel nach Mei­nun­gen und Kom­men­ta­ren zur Unter­neh­mens­kul­tur. Wel­chen Bei­trag kann Mar­ke­ting leis­ten, damit eine Kli­nik als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber gese­hen wird, und wel­che Maß­nah­men emp­feh­len Sie einem Klinikleiter?

Foit: Ohne Mar­ke­ting funk­tio­niert „Employer Bran­ding“ nicht. Mein Rat an einen Kli­nik­lei­ter lau­tet: Holen Sie sich Pro­fes­sio­na­li­tät und Kom­pe­tenz ins Haus, die sie selbst nicht besit­zen. Stel­len Sie ein Team in Ihrem Haus zusam­men, das in der Lage ist, unter der Mode­ra­tion des hin­zu­ge­zo­ge­nen Exper­ten die Vor­züge aber auch Schwä­chen und Risi­ken Ihres Hau­ses facet­ten­reich her­aus­zu­ar­bei­ten. Gemein­sam mit dem Exper­ten wer­den dann Ana­ly­sen vor­ge­nom­men und Maß­nah­men­pa­kete geschnürt, die die Kli­nik in die Lage ver­set­zen, sich für die Aus­zeich­nung als „Great Place to Work“ oder „Deutsch­lands bes­ter Kli­nik­ar­beit­ge­ber“ zu bewerben.

Medi­zin und Gesund­heits­ma­nage­ment ist die Kern­kom­pe­tenz einer aus­ge­bil­de­ten Fach­kraft, Mar­ke­ting und Pati­en­ten­psy­cho­lo­gie eher nicht. Wel­che Mar­ke­ting­t­he­men soll­ten nach­ge­schult wer­den, wel­che Rollen spielt die Zusam­men­ar­beit mit exter­nen PR-​​ und Kommunikationsagenturen?

Foit: Ein gutes Kran­ken­haus hat für alle Auf­ga­ben und Funk­tio­nen hoch­qua­li­fi­zierte Spe­zia­lis­ten. Als Nach­weis der geleis­te­ten Qua­li­tät las­sen sich die Berei­che häu­fig zer­ti­fi­zie­ren. Es wäre des­halb töricht, das Mar­ke­ting­ge­schäft Dilet­tan­ten die Hand zu geben. Pati­en­ten wer­den auch nicht vom Haus­tech­ni­ker ope­riert. Sofern in einem Kran­ken­haus noch keine oder eine nur schwach aus­ge­prägte  „Mar­ke­tin­gin­fra­struk­tur„ besteht, ist die Inan­spruch­nahme  einer leis­tungs­fä­hi­gen exter­nen Agen­tur rat­sam, um in der Außen­wir­kung die gleich­hohe Pro­fes­sio­na­li­tät demons­trie­ren zu kön­nen, die die ande­ren Berei­che des Kran­ken­hau­ses kennzeichnen.

Echte Liebe“ und viel Edelmetall bei den ECON Awards 2013

Begehrte Trophäen - die ECON Awards

Begehrte Tro­phäen - die ECON Awards

Einen Tag bevor in Wies­ba­den der Deut­sche PR-​​Preis ver­ge­ben wurde, rich­tete die Bran­che bereits  ihre Auf­merk­sam­keit auf eine andere Preis­ver­lei­hung im ehr­wür­di­gen Ber­li­ner Hum­boldt Carré. Zum sieb­ten Mal wur­den dort am 24. Okto­ber her­aus­ra­gende Leis­tun­gen in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion mit dem Econ Award prä­miert. Platin-​​Auszeichnungen sicher­ten sich der Phar­mahänd­ler Cele­sio mit dem Geschäfts­be­richt 2012, Mit­tel­ständ­ler otto­bock mit der Inte­gra­tion der Paralym­pics in die Unter­neh­mens­kul­tur, und Por­sche mit sei­nem Pavil­lon Buch. Mit knapp 200 Gäs­ten war auch in die­sem Jahr die Gala-​​Teilnahme eng auf das Feld der Ein­rei­cher und Nomi­nier­ten beschränkt wor­den, obwohl auch in die­sem Jahr locker ein Viel­fa­ches an Kar­ten hätte ver­kauft wer­den können.

crossrelations-​​Geschäftsführer Andreas Seve­rin wirkte bereits im zwei­ten Jahr als Pate für die Kate­go­rie „Nachhaltigkeits-​​ /​ CSR-​​Berichte“ in der Jury des Awards mit. Kein ein­fa­cher Job, lagen der Jury auf ihrer Sit­zung im Juni in Ber­lin doch eine ganze Reihe hoch­wer­ti­ger Berichte vor. Kaum ein Bericht, der sich nicht an den Richt­li­nien der Glo­bal Reporting Initia­tive ori­en­tiert. Und klar, dass jedes ein­rei­chende Unter­neh­men in sei­nem Bericht das Beson­dere sieht.

Am Don­ners­tag dann wurde das Geheim­nis gelüf­tet. Bronze ging an den Schwei­zer Bau­di­enst­leis­ter Imple­nia, der mit sei­nem ers­ten Nach­hal­tig­keits­be­richt einen inhalt­lich wie krea­tiv ein­drucks­vol­len  Auf­takt vor­legte. Mit sei­nem ähnlich gestal­te­ten Geschäfts­be­richt konnte sich das Unter­neh­men gleich­zei­tig einen Spe­cial Award in die­ser Kate­go­rie sichern. Auch der Silber-​​Award blieb in der Bau­bran­che und belegt die Auf­bruch­stim­mung in die­ser Bran­che. Freuen konnte sich das Berichts­team von  Hoch­tief über den Preis für sei­nen Bericht  „Meine Über­zeu­gung. – Unsere Tat.“, der über­wie­gend mit haus­ei­ge­nen Res­sour­cen rea­li­siert wurde. Einen Spe­cial Award war der Jury der Nach­hal­tig­keits­be­richt 2012 der Ber­li­ner Was­ser­be­triebe wert. Die lie­be­voll gestal­tete Publi­ka­tion im Kanaldeckel-​​Format rich­tet sich aus­nahms­weise weni­ger an ein Fach­pu­bli­kum als die eige­nen Kun­den. Schließ­lich dann aus­ge­las­se­ner Jubel am Tisch des Flug­ha­fens Mün­chen. Nach­dem man für sei­nen ers­ten Anlauf zum Inte­grier­ten Bericht im Vor­jahr bereits einen Bronze-​​Award mit nach Hause neh­men konnte, gelang heute der Sprung auf das gol­dene Trepp­chen. Andreas Seve­rin dazu in sei­ner Lau­da­tion: „Ein Bericht der Extra­klasse. Viel­leicht sogar der beste Inte­grierte Bericht, der der­zeit in Deutsch­land vorliegt.“

Den Award für die „Per­sön­lich­keit des Jah­res“ nahm der Vor­sit­zende der Geschäfts­füh­rung von Borus­sia Dort­mund, Hans-​​Joachim Watzke, stell­ver­tre­tend für den BVB ent­ge­gen. Zum ers­ten Mal wurde die Son­der­aus­zeich­nung in die­sem Jahr an ein Unter­neh­men ver­ge­ben. Mit „Echte Liebe“, so die Begrün­dung des Jury­vor­sit­zen­den Klaus-​​Rainer Kirch­hoff, werde beim BVB eine „ vor­bild­lich geplante Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie kon­se­quent ver­folgt und das Image des Unter­neh­mens Borus­sia Dort­mund als Sym­pa­thie­trä­ger bei den Sta­ke­hol­dern kon­ti­nu­ier­lich manifestiert“.

Alle aus­ge­zeich­ne­ten und nomi­nier­ten Bei­träge wer­den im Jahr­buch der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion aus­führ­lich vor­ge­stellt.  Eine Über­sicht der aus­ge­zeich­ne­ten Bei­träge fin­den Sie hier. Update 26.03.14: Link aktualisiert

Ein ausgezeichnetes Mitarbeitermagazin!

Andreas Leh­mann von der DIS AG und crossrelations-​​Redakteurin Meike Mül­ler freuen sich über Gold

Hoch über den Dächern von Ber­lin fand am ver­gan­ge­nen Frei­tag die Ver­lei­hung des inkom. Grand Prix 2013 statt. Im „Bahn­To­wer“ am Pots­da­mer Platz ver­gab die Deut­sche Public Rela­ti­ons Gesell­schaft (DPRG) ihren Preis für interne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­leis­tun­gen. Mit der Aus­zeich­nung, sie ist die älteste und renom­mier­teste im deutsch­spra­chi­gen Raum, wer­den seit 1995 her­aus­ra­gende Mit­ar­bei­ter­pu­bli­ka­tio­nen gewür­digt. Ent­spre­chend groß war die Freude bei cross­re­la­ti­ons und ihrem Kun­den DIS AG über einen Gold Award für „Per­spek­ti­ven“, dem Mit­ar­bei­ter­ma­ga­zin des Unternehmens.

Seit 2008 arbei­ten wir mit dem Per­so­nal­dienst­leis­ter, einem der füh­ren­den in Deutsch­land zusam­men, seit 2009 auch an dem Mit­ar­bei­ter­ma­ga­zin „Per­spek­ti­ven“. Das Heft erscheint zwei­mal im Jahr und beleuch­tet The­men – wie der Name bereits andeu­tet – aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln. Im Mit­tel­punkt ste­hen dabei vor allem die Mit­ar­bei­ter selbst, ihre Arbeits­wel­ten und Geschich­ten. Dane­ben berich­tet „Per­spek­ti­ven“ über wich­tige Ent­wick­lun­gen im Unter­neh­men sowie Branchenereignisse.

Bei sei­nen über 8.000 Lesern fand „Per­spek­ti­ven“ von Beginn an große Zustim­mung. „Wir bekom­men intern viel Zuspruch für unser Maga­zin und die Kol­le­gen brin­gen sich mit Begeis­te­rung in die The­men­fin­dung und Gestal­tung ein“, sieht Andreas Leh­mann, Lei­ter PR der DIS AG, das Maga­zin von hoher Akzep­tanz getra­gen. Nach ver­schie­de­nen Shortlist-​​Nominierungen war die Freude bei Kunde und Agen­tur ent­spre­chend groß über den Gold Award beim inkom. Grand Prix 2013 in der Kate­go­rie „Bes­tes Titelfoto“.

Das Sieger-​​Cover. (Foto Tobias Ebert)

Die kunst­volle Insze­nie­rung der bekann­ten Badewannen-​​Szene war übri­gens das Werk des Düs­sel­dor­fer Foto­gra­fen Tobias Ebert.

In der Agen­tur heißt es nun: Nach den „Per­spek­ti­ven“ ist vor den „Per­spek­ti­ven“ – die nächste Aus­gabe ist bereits in Arbeit. Und mit die­ser fei­ern wir auch gleich ein klei­nes Jubi­läum: Das kom­mende Maga­zin ist das zehnte, das wir gemein­sam auf den Weg bringen.

Hier fin­den Sie die Pres­se­mit­tei­lung der DIS AG zum inkom. Grand Prix 2013.